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Kostenfalle bei der Geldanlage: Hohe Fonds-Gebühren zehren an der Rendite

Kostenfalle bei der Geldanlage  

Hohe Fonds-Gebühren zehren an der Rendite

05.03.2014, 14:15 Uhr | Von Philipp Dobbert für T-Online.de

Kostenfalle bei der Geldanlage: Hohe Fonds-Gebühren zehren an der Rendite. Kostenfalle Investmentfonds: Gerade bei gemanagten Fonds wird die reale Rendite der Anleger an verschiedenen Stellen beschnitten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kostenfalle Investmentfonds: Gerade bei gemanagten Fonds wird die reale Rendite der Anleger an verschiedenen Stellen beschnitten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei der Geldanlage wird viel über die Wahl der richtigen Aktie oder des besten Fonds gesprochen. Die Kosten werden allerdings selten diskutiert. Dabei können Anleger durch Jahr für Jahr eingesparte Kosten den Ertrag ihrer Geldanlage deutlich steigern. So etwa bei Aktien, einer der renditeträchtigsten Anlageformen. Grundsätzlich sind diese auch riskanter, weshalb Anleger möglichst viele verschiedene Aktien oder besser Investmentfonds besitzen sollten. Aktiv gemanagte Investmentfonds kosten jedoch Geld, und das nicht zu knapp.

Eine Untersuchung aus den USA zeigt, dass zwischen 1992 und 2011 alle an der Börse gehandelten US-Aktien im Schnitt rund acht Prozent Rendite pro Jahr lieferten. Die in US-Aktien investierenden Fonds lieferten immerhin eine Rendite von rund sieben Prozent pro Jahr. Erschreckend ist jedoch: Beim Anleger kam davon mit knapp 3,5 Prozent nur die Hälfte an. Gerade mit Blick auf die private Altersvorsorge ist das ein Dilemma, das aufgelöst werden muss.

Was können Anleger konkret tun? Der Vermögensschwund liegt neben der falschen Wahl des Kauf- und Verkaufszeitpunktes vor allem an den viel zu hohen Kosten. Und hier können Anleger eingreifen.

Nebenkosten des Investments

Als erstes sollte man daher die Belastungen eines Investments genau kennen: Bei Fonds bestehen die Kosten vor allem aus dem Ausgabeaufschlag, der Managementgebühr und oft auch noch aus einer Erfolgsbeteiligung des Managements. Nun sollte ein Manager durchaus dafür bezahlt werden, dass er das angelegte Geld gut verwaltet. Kaum ein Manager schafft es jedoch, dauerhaft mehr Rendite zu erzielen als der Markt. Nach zehn Jahren sind nur 15 Prozent der aktiv gemanagten Fonds besser als der Index, alle anderen sind schlechter. Die Zeche zahlen die Anleger: Rund 1,5 Prozent des Fondsvolumens gehen jedes Jahr an das Management.

Unverschämt teuer wird es, wenn sich Fondsmanager dann auch noch das bezahlen lassen, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte - nämlich eine positive Wertentwicklung. Diese auch als "Performance Fees" bezeichneten Erfolgsbeteiligungen schmälern die Rendite zusätzlich. Fonds mit solchen Erfolgsbeteiligungen sollten Anleger, wenn überhaupt, nur mit spitzen Fingern anfassen.

Teuer werden Fonds auch dann, wenn der Manager häufig Positionen kauft und wieder verkauft, also sehr aktiv handelt. Dann schnellen die Transaktionskosten in die Höhe. Genauso wie Depot-, Depotbank- oder Garantiegebühren sind diese Bestandteile der Kostenseite. Welche Alternativen aber gibt es?

Mit ETFs Kosten sparen

Anleger sollten statt aktiver Fonds besser passiv gemanagte Fonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), kaufen. Diese bilden einen breiten Marktdurchschnitt ab. Anleger haben so die Chance, an der Entwicklung ganzer Märkte zu partizipieren. Anders als bei aktiven Fonds fallen aber kaum Management- und sonstige Kosten an. Von Beratern in Banken werden ETFs leider so gut wie nie angeboten. Kein Wunder, lässt sich daran doch auch nichts verdienen. So sollten Anleger aktiv nachfragen, ob es anstatt eines Aktienfonds mit deutschen Aktien nicht auch einen guten ETF gibt, der beispielsweise den DAX abbildet.

Generell sollte man im Beratungsgespräch darauf achten, dass einfache und kostengünstige Produkte im Fokus stehen. Wichtig ist es auch, aktiv nach den Provisionen zu fragen, die der Berater oder die Bank für ihre konkrete Empfehlung vom jeweiligen Produktgeber erhalten. Daran lässt sich erkennen, wie unabhängig der Anlagevorschlag in Wirklichkeit ist. Bei ETFs ist ein Qualitätsnachweis nicht zuletzt daran abzulesen, dass viele institutionelle Anleger wie Versicherungen, Pensionskassen oder Versorgungswerke diese kaufen. Nur vor Privatanlegern werden ETFs von provisionsorientierten Banken gerne versteckt.

Philipp Dobbert ist Chef-Volkswirt der quirin bank (Quelle: quirin bank)Philipp Dobbert (Quelle: quirin bank)

Der Autor, Philipp Dobbert, ist Chefvolkswirt der quirin bank AG. Bei der auf Honorarberatung spezialisierten Bank ist er für die Beobachtung und Analyse gesamtwirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Entwicklungen zuständig. Daneben zeichnet er verantwortlich für die Szenarioanalyse bei der Online-Honorarberatungsplattform quirion. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Passau war Philipp Dobbert zunächst als Volkswirt im Research der Boston Consulting Group (BCG) in Frankfurt am Main tätig. Zuletzt war er Referent in der volkswirtschaftlichen Abteilung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. -

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