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Nürburgring: Autozulieferer Capricorn kauft die Rennstrecke


Legendäre Rennstrecke  

Nürburgring geht an Autozulieferer Capricorn

12.03.2014, 06:47 Uhr | rtr, sid, dpa-AFX, dpa

Nürburgring: Autozulieferer Capricorn kauft die Rennstrecke. Der Nürburgring zählt zu Deutschlands bekanntesten Rennstrecken (Quelle: dpa)

Der Nürburgring zählt zu Deutschlands bekanntesten Rennstrecken (Quelle: dpa)

Der Bieterkampf um den insolventen Nürburgring ist entschieden. Den Zuschlag bekam der Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn, wie Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt und Sachwalter Jens Lieser mitteilten. Noch steht allerdings ein EU-Bescheid zu Beihilfen für den Ring aus.

Nürburgring: Kaufpreis wohl über 100 Millionen Euro

Bisher ist die insolvente Nürburgring GmbH nahezu komplett im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz. Capricorn gibt für den Ring demnach über 100 Millionen Euro aus, davon soll der Mittelständler bis zu 25 Millionen Euro in die weitere Entwicklung des Rings stecken.

Der Käufer soll den Nürburgring zum 1. Januar 2015 übernehmen. Alle Rennen sollen in diesem Jahr wie geplant stattfinden.

US-Investor aus dem Rennen

Damit ist die US-Investorengruppe HIG Capital aus dem Rennen, der zwischenzeitlich bessere Chancen eingeräumt worden waren. Der Kaufvertrag mit Capricorn ist allerdings erst gültig, wenn die EU-Kommission ihren Bescheid zur Prüfung möglicher illegaler Beihilfen vorlegt.

Der Autoteile-Hersteller mit Sitz in Düsseldorf hat mehr als 350 Mitarbeiter - rund 100 davon arbeiten bereits in einem Werk am Nürburgring. Capricorn produziert vor allem Kurbel- und Nockenwellen, Zylinderlaufbuchsen, Kolben und Pleuel.

Harter Kampf im Gläubigerausschuss

Das Konzept des Zulieferers sei wegen eines neuen Ansatzes gewählt worden, sagte Lieser. Am Ring soll demnach ein Automobil-Technologieschwerpunkt entwickelt werden. Der überdimensionierte Freizeitpark wird möglicherweise bald gestutzt: Capricorn-Geschäftsführer Robertino Wild hatte der "Rhein-Zeitung" gesagt, das meiste werde zurückgebaut werden müssen, der Freizeitpark rechne sich nicht.

Capricorn setzt vor allem auch auf den Motorsport: Die Formel 1 bleibe die Königsdisziplin am Ring, teilte der Zulieferer mit. Es werde 'im Grunde alles so weitergehen, wie es war', hieß es auf einer Pressekonferenz. Ebenso wie ein umfangreiches Motorsport-Programm quer durch alle Klassen soll es auch das Musikfestival 'Rock am Ring' weiterhin geben.

Legendäre Rennstrecke besteht seit 1927

Der Nürburgring zählt zu den berühmtesten Rennstrecken der Welt. Seit 1927 lockt er Motorsportfans und Touristen in die Eifel. Die knapp 21 Kilometer lange Nordschleife mit den vielen Kurven und Wellen erhielt später den Namen "Grüne Hölle".

1984 wurde eine neue, fünf Kilometer lange Strecke für Formel-1-Rennen in Betrieb genommen. In der Eifel steigt die Formel 1 im Wechsel mit dem Hockenheimring. Nach dem Bau eines zu groß geratenen Freizeitparks für rund 330 Millionen Euro ging die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH 2012 insolvent.

Das Land Rheinland-Pfalz hatte mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau des Rings gesteckt. Als die EU-Kommission weitere Zuschüsse aus der Staatskasse unterband, war die Insolvenz unausweichlich.

Lange Suche nach Investoren

Seit 2013 lief die Suche nach einem Käufer der Rennstrecke und des Freizeitparks. Selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte eine Offerte angekündigt. Auch der ADAC beteiligte sich kurzzeitig am Bieterrennen um den Nürburgring.

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