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Hauptstadtflughafen BER: Hartmut Mehdorn unter Druck

Skandalflughafen  

Bund wegen BER "etwas sauer" auf Mehdorn

14.03.2014, 14:12 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Hauptstadtflughafen BER: Hartmut Mehdorn unter Druck. Hartmut Mehdorn, Chef des Flughafens BER (Quelle: imago images)

Hartmut Mehdorn, Chef des Flughafens BER (Quelle: imago images)

Noch immer gibt es für den Hauptstadtflughafen BER keinen Eröffnungstermin. Nun erhöht der Bund, Miteigentümer den Flughafens, den Druck auf BER-Chef Hartmut Mehdorn. "Ich bin ungeduldig und ich bin auch etwas sauer", sagte Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) vor einer Sitzung des Projektausschusses des Aufsichtsrats.

Mehdorn muss liefern

Das Gremium trat am Freitag zusammen, um über den Fortgang des Projekts zu beraten. "Ich brauche keine Nebenkriegsschauplätze, ich brauche Fortschritt, ich brauche Termine und ich brauche Kosten", sagte Bomba. "Herr Mehdorn hat uns versprochen, dass das in den nächsten Tagen kommt."

Bomba fügte hinzu: "Herr Mehdorn ist wirklich ein exzellenter Manager. Aber er muss jetzt auch klar und deutlich machen, wo seine Erfolge liegen." Die Firma Siemens könne seit Monaten nicht mit dem Umbau der Brandschutzanlage beginnen, weil der Flughafen noch nicht alle Pläne geliefert habe.

Ein Flughafensprecher betonte dagegen: "Siemens arbeitet bereits." Das Unternehmen muss im Terminal unter anderem mehr als 90 Kilometer Kabel neu verlegen. Ein Siemenssprecher teilte mit, für die ersten Segmente lägen Pläne vor, die das Unternehmen jetzt für seine Arbeiten nutzen könne. "Wir bleiben aber auch weiterhin vom fristgerechten Abschluss von Arbeiten Dritter abhängig." Darunter fällt etwa das Öffnen von Wänden.

Rückendeckung von Wowereit

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stärkte Mehdorn abermals den Rücken. "Herr Mehdorn hat seine Position und die hat er vertreten. Insofern kämpft er für die Interessen des Flughafens", sagte Wowereit und bezog sich auf den Widerstand des Flughafenchefs gegen ein strikteres Nachtflugverbot. "Da hat er die volle Unterstützung des Landes Berlin und auch des Bundes. Insofern ist da ein Einklang."

Die Vertreter des dritten Flughafen-Eigentümers Brandenburg - Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) und Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) - wollten sich zum Auftakt nicht äußern.

Themen im Projektausschuss sind auch die Sanierung der Nordbahn, der mögliche Weiterbetrieb des alten Flughafens Schönefeld und der Schallschutz. Bomba sagte, es werde Klartext gesprochen, schränkte auf Nachfrage aber ein: "Wir waschen uns nicht gegenseitig den Kopf."

Scharfe Kritik vom Architekten

Auch ein Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschäftigt sich am Freitag mit dem Pannen-Flughafen und befragte den federführende Architekten Hans-Joachim Paap. Er sieht die "kleinteilige Auftragsvergabe" und zahlreiche Planungsänderungen als Hauptgründe für die jahrelangen Verzögerungen an dem Bau.

"Die Hauptverantwortung für das Desaster liegt bei der Flughafengesellschaft", sagte Paap. Sie habe schon im April 2008 gewusst, "dass der Eröffnungstermin im Oktober 2011 nur mit unkonventionellen und risikobehafteten Maßnahmen einzuhalten war". Paap war nach der geplatzten Eröffnung 2012 entlassen worden, arbeitet jetzt aber als Berater für den seit einem Jahr amtierenden Geschäftsführer Hartmut Mehdorn.

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