Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Steigende Kosten: Preisstopp für Arzneimittel wird verlängert


Steigende Kosten  

Preisstopp für Arzneimittel wird verlängert

14.03.2014, 13:59 Uhr | dpa, AFP

Steigende Kosten: Preisstopp für Arzneimittel wird verlängert. Neuregelung gegen steigende Arzneikosten beschlossen  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Neuregelung gegen steigende Arzneikosten beschlossen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gegen drohende Mehrkosten bei Arzneimitteln ist ein Preisstopp für bestimmte Medikamente beschlossen worden. Ein entsprechendes Gesetz passierte den Bundesrat in Berlin. Die Preise für teure, patentgeschützte Arzneimittel bleiben bis Ende 2017 auf dem Niveau von 2009 eingefroren. Ohne die Neuregelung drohten nach Schätzung der Krankenkassen jährliche Mehrkosten von mehr als einer halben Milliarde Euro.

Im Gegenzug wird die Pharmaindustrie dadurch entlastet, dass die umfassende Überprüfung von älteren Medikamenten mit Patentschutz auf ihren Mehrwert wieder abgeschafft wird. Nur neu auf den Markt kommende Mittel werden künftig noch dem Prüfverfahren unterworfen.

Zudem wird ein Zwangsrabatt, den die Arzneimittel-Hersteller den Kassen einräumen müssen, in der Höhe von sieben Prozent weitergeführt.

Regierung schließt weitere Lieferengpässe bei Arzneien nicht aus

Die Bundesregierung schließt derweil auch künftig Lieferengpässe bei Impfstoffen und anderen Arzneimitteln nicht aus. "Lieferengpässe oder Lieferunfähigkeiten bei einzelnen Impfstoffen können immer wieder auftreten und sind in der Regel zeitlich begrenzt", heißt es in der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken.

Nach Informationen der Bundesregierung haben die zuletzt aufgetretenen Lieferengpässe bisher nur in Einzelfällen zu Verzögerungen bei Impfungen geführt. "Krankheitsausbrüche aufgrund nicht erfolgter Impfung sind bisher nicht aufgetreten", heißt es in der Stellungnahme.

Engpässe bei wichtigen Medikamenten

Seit 2012 kam es bei einigen Arzneimitteln zu Lieferknappheit. Betroffen waren unter anderem Krebsmittel, Antibiotika, Schilddrüsenhormone und Impfstoffe. Zuletzt hatte es wegen Produktionsproblemen Engpässe bei einem Windpocken-Impfstoff und dem Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Kombiimpfstoff eines Herstellers gegeben. Inzwischen wurden bereits wieder erste Chargen freigegeben. Entsprechende Impfstoffe gibt es auch von anderen Herstellern.

Als Grund für die Lieferprobleme bei einigen Arzneien hatte die Pharmaindustrie eine unerwartet hohe Nachfrage, Qualitätsmängel bei der Herstellung, eingeschränkte Produktionskapazitäten, aber auch einen zunehmenden Kostendruck im Arzneimittelbereich genannt.

Als Reaktion darauf war im vergangenen Jahr auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Datenbank eingerichtet worden, über die Unternehmen Lieferengpässe melden sollen. Die Meldungen sind allerdings freiwillig. In vielen Fällen stehen laut Gesundheitsministerium auch alternative Arzneimittel für die Behandlung zur Verfügung. Lieferengpässe führten damit "nicht zwangsläufig zu Versorgungsengpässen".

Scharfe Kritik von Linkspartei

Die Linkspartei warf der Regierung Untätigkeit vor. Das freiwillige Melderegister für die Hersteller sei unzureichend, kritisierte Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte in der Linken-Bundestagsfraktion. Auch müssten der Pharmagroßhandel und die Apotheken einbezogen werden.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Dschungel-Look: exotisches Flair für Ihre 4 Wände
jetzt auf otto.de
Anzeige
Was Ihr Partner für die Bau- finanzierung können muss
Kostenlose Beratung bei Interhyp
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal