Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Fitschen: Nicht alle Banken in Europa werden überleben


Marktbereinigung  

Nicht alle Banken in Europa werden überleben

17.03.2014, 09:07 Uhr | dpa

Fitschen: Nicht alle Banken in Europa werden überleben. Bankenpräsident Jürgen Fitschen glaubt, dass viele Banken keine Zukunft haben (Quelle: imago/Wolf P. Prange)

Bankenpräsident Jürgen Fitschen glaubt, dass viele Banken keine Zukunft haben (Quelle: imago/Wolf P. Prange)

Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Jürgen Fitschen, erwartet eine Marktbereinigung im europäischen Finanzsektor. Auf Dauer seien nicht alle Banken überlebensfähig, sagte er. Zwar müsse es beim Stresstest in diesem Sommer nicht zwingend Opfer geben, um das Vertrauen in die Branche zu stärken. Dennoch: "Es wird auch Banken geben, die den Test bestehen und trotzdem keine Zukunft haben. Das Test-Ergebnis ist keine Garantie dafür, dass Banken auch auf Dauer ein sicheres Auskommen haben werden."

Im Euroraum gibt es derzeit etwa 6000 Geldinstitute. Die laufenden EZB-Tests zur Krisentauglichkeit der Euro-Großbanken wertete Fitschen als enorme Herausforderung. "Der Druck auf die Branche ist sehr groß."

Die Europäische Zentralbank (EZB) will Risiken aufdecken, bevor sie am 4. November die Rolle als Bankenaufseher im Euroraum übernimmt. Im Sommer folgt ein weiterer Stresstest, Ergebnisse gibt es im Oktober. Fitschen, der zugleich Co-Chef der Deutschen Bank ist, warnte trotz der Belastungen vor einer Aufweichung der Kriterien: "Am Ende muss der Markt im Herbst zu der Erkenntnis kommen: Das war ein ernsthafter Test mit harten Kriterien."

Umfassende Prüfung großer Banken

Europas Banken müssen sich in diesem Jahr so tief in die Bücher blicken lassen wie nie zuvor. Mit gewaltigem Aufwand durchforsten Experten der EZB, nationale Aufseher und unabhängige Wirtschaftsprüfer die Bilanzen nach möglichen Altlasten oder Kapitallöchern. Das hehre Ziel: Nie wieder soll es einen Kollaps wie nach dem Lehman-Crash 2008 geben, nie wieder sollen zockende Banker ganze Staaten in den Abgrund reißen, nie wieder Milliarden Steuergelder zur Rettung von Zombiebanken verbrannt werden. Europa will seine Finanzindustrie krisensicher machen. Trotz allem Aufwand bleiben Fragezeichen, ob das Mammutprojekt tatsächlich gelingen wird.

Mindestens 160.000 Kreditakten nehmen die künftigen Chefaufseher über die Euro-Banken in den nächsten Wochen in die Hand. Bei den 128 größten und wichtigsten Banken im Euroraum sollen Risikopapiere im Volumen von mehr als 3,7 Billionen Euro unter die Lupe genommen werden - eine gewaltige Stichprobe.

"Einige Banken müssen verschwinden"

Dass die EZB-Bankenaufseher keine Kompromisse machen werden, stellte allen voran die Chefin der neuen Euro-Bankenaufsicht, Danièle Nouy, klar: "Wir müssen akzeptieren, dass einige Banken keine Zukunft haben", sagte die Französin schon Anfang Februar der "Financial Times": "Einige müssen wir in geordneter Art und Weise verschwinden lassen."

Die Härte der Aufseher ist ganz im Sinne Deutschlands. Schließlich ist die Sorge groß, dass mit deutschem Geld Banken in anderen Eurostaaten finanziert werden, die eigentlich nicht überlebensfähig sind. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält die Bewältigung von Altlasten für eine "wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Bankenunion". Bilanzprüfung und Stresstest seien "ganz entscheidende Wegmarken bei der Bewältigung der Schuldenkrise", betonte Weidmann.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie die neue Herbst-Winter-Business-Kollektion
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal