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Aktien aus Asien: Fernost lockt mit Schnäppchenpreisen


Aktien aus Asien  

Fernost lockt mit Schnäppchenpreisen

25.03.2014, 13:41 Uhr | von Ekkehard Wiek für T-Online.de

Aktien aus Asien: Fernost lockt mit Schnäppchenpreisen. Investitionen in asiatische Aktien haben derzeit gute Chancen auf Rendite (Quelle: Reuters)

Investitionen in asiatische Aktien haben derzeit gute Chancen auf Rendite (Quelle: Reuters)

2013 war kein gutes Jahr für Anleger in Asien. Während Börsianer in Europa und Amerika hohe Aktiengewinne feierten, schlossen die meisten Börsen in Fernost mit negativen Vorzeichen. Doch die Trendwende könnte bald anstehen. Asiens Aktien sind derzeit fast so billig wie nach einem Börsencrash. Schnäppchenjäger sollten sich in Stellung bringen.

Wirtschaftswachstum ist eben nicht gleich Börsenerfolg. Diese ernüchternde Erkenntnis mussten Anleger auch im vergangenen Jahr ziehen. Während Europa und Amerika weiterhin mit Wachstumsschwäche und Schuldenproblematik kämpften, stand Asien mit andauernd hohem Wirtschaftswachstum und vergleichsweise stabilen Staatsfinanzen solide da.

Doch die Börsen spielen verkehrte Welt. Europa und Amerika haussieren, Asien enttäuscht. Ausgerechnet das wirtschaftlich angeschlagene Japan bildet die Ausnahme. Hier legte die Notenbank, wie im Westen, mit einer Geldschwemme den Grundstein zu sechsjährigen Höchstständen.

Erhebliches Kurspotential

Die Konsequenzen sind nun in erfreulicher Weise sichtbar. Während die Anleger Asien eher mieden, konnten die Unternehmen im starken wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre an Ertragskraft und Substanz zulegen. Die relative Kursschwäche führte dazu, dass das Kurs-/Buchverhältnis (P/B) asiatischer Aktien − der langjährige Durchschnitt liegt bei 2,1 − aktuell etwa 1,6 beträgt.

Dies ist ein außergewöhnlich niedriges Niveau - in den vergangenen 20 Jahren nur unterschritten in den Phasen der Börsencrashs 1997/1998, 2001/2002 und zuletzt 2008/2009. Die Aktien könnten also bei sonst unveränderten Rahmenbedingungen aktuell um 25 Prozent steigen und hätten damit immer noch nicht Ihren langjährigen Bewertungsdurchschnitt erreicht. Um das Bewertungsniveau von 2010 zu erreichen, wäre sogar ein Anstieg der Kurse um über 50 Prozent notwendig.

Selbst im Fall eines Crashs dürften billige Aktien die richtige Wahl sein

Das aktuell niedrige Bewertungsniveau bietet sogar mehr als nur Kurspotential. Es fungiert auch als Risikopuffer. Billige Aktien, dies zeigt die Börsenerfahrung, sind auch weniger anfällig für weitere Kursrückgänge, wenn die Kapitalmärkte unter Druck geraten. Sie fallen meist deutlich weniger als vergleichsweise hoch bewertete Titel. Dies mag vor allem für diejenigen Pessimisten (oder Realisten?) wichtig sein, die drauf hinweisen, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten (nicht nur in Asien) globale Börseneinbrüche alle fünf bis acht Jahre ereignet haben und damit der nächste schon wieder anstehen könnte.

Zum Vergleich: Die drei vorgenannten Börsencrashs ließen die Aktien in Asien jeweils um etwa zwei Drittel ihrer Kurse fallen, auf ein durchschnittliches Kurs-/Buch-Verhältnis von etwa 1,25. Setzt man dieses Bewertungsniveau gewissermaßen als Auffangnetz an, dann wären vom heutigen Niveau Kursrückgänge von kaum noch über -20 Prozent zu befürchten.

Berücksichtigen wir dann noch, dass in den vergangenen zehn Monaten die konservativsten Titel durch unterdurchschnittliche Kursentwicklung noch mehr an Attraktivität gewonnen haben, so lässt sich feststellen: Ausgewählte Werthaltigkeitsaktien in Asien mit überdurchschnittlichem Aufwärtspotential gibt es momentan nicht nur mit Netz, sondern sogar mit doppeltem Boden.

Schwankungsarme, dividendenstarke Aktien gelten als bestenfalls langweilig aber auf jeden Fall nicht sexy – vor allem in Asien. Hier versperren Wachstumsphantasien häufig den Blick auf die aussichtsreichsten Zukunftskandidaten. Dabei hat diese vernachlässigte Aktiengruppe in der Vergangenheit ihre geduldigen Anleger immer wieder mit weit überdurchschnittlichen Ergebnissen verzückt. Im zweiten Halbjahr 2013 blieben diese Value Aktien über zehn Prozent hinter dem Marktdurchschnitt zurück. Seit Mitte Dezember ist die schlechtere Entwicklung zu Stillstand gekommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass diese Aktiengruppe ihre Vorzüge wieder zeigen wird – wie einst der Froschkönig. Die Anleger sollten sich daher rechtzeitig für einen neuerlichen Aufschwung in Stellung bringen.

Vermögensverwalter Ekkehard Wiek, W&M Wealth Managers (Asia) (Quelle: V-Bank)Ekkehard Wiek, W&M Wealth Managers (Asia) (Quelle: V-Bank)

Der Autor, Ekkehard Wiek, ist Vermögensverwalter und Fondsmanager der W&M Wealth Managers (Asia) Ltd. in Singapur mit deutschen Wurzeln. Im Jahr 2007 hat er seinen Wohn- und Geschäftssitz nach Singapur verlegt. Wiek verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Beratung und Betreuung vermögender Privatkunden und Investoren sowie über 25 Jahre Erfahrung an den asiatischen Märkten.

-- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. --

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