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Deutsche Bank verteilt Milliarden-Boni an Investment-Banker

Investmentbanker im Glück  

Deutsche Bank verteilt Milliarden-Boni trotz flauem Geschäft

20.03.2014, 16:23 Uhr | dpa-AFX, rtr

Deutsche Bank verteilt Milliarden-Boni an Investment-Banker. Die Doppelspitze der Deutschen Bank: Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain (Quelle: dpa)

Die Doppelspitze der Deutschen Bank: Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain (Quelle: dpa)

Milliardengewinn passé, aber mehr Geld für Anshu Jain und Jürgen Fitschen: Die beiden Vorstandschefs der Deutschen Bank strichen für das vergangene Jahr jeweils knapp 7,5 Millionen Euro ein, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Das ist dank höherer Boni ein deutlicher Sprung zum Vorjahr, als die beiden Top-Banker auf je 4,8 Millionen Euro kamen.

Dabei ist Deutschlands größtes Geldhaus, das sich einen "Kulturwandel" und ein Sparprogramm verordnet hat, noch längst nicht dort, wo es sein sollte, wie Aufsichtsratschef Paul Achleitner im Brief an die Aktionäre einräumte: "Die verbesserungsbedürftige Reputation und das wenig zufriedenstellende Nachsteuerergebnis der Bank 2013 zeigen, dass noch eine weite Strecke vor uns liegt, bevor Ihre Deutsche Bank die gesellschaftliche und wettbewerbsfähige Stellung erreicht hat, die Sie von ihr erwarten können."

Der deutliche Gehaltssprung für Jain und Fitschen ist zwar auch darauf zurückzuführen, dass sie den Chefposten erst im Juni 2012 übernommen hatten und damit vor zwei Jahren nur sieben Monate als Chefs tätig waren. Die Zahlen lassen sich also nur bedingt vergleichen. Dennoch verdienten die zwei Top-Manager mehr als etwa Allianz-Chef Michael Diekmann, dessen Haus 2013 einen Gewinn von gut zehn Milliarden Euro abgeliefert hat. Diekmann erhielt als Anerkennung dafür sechs Millionen Euro Direktvergütung.

Großteil der Boni für Investment-Banker

Den Angaben der Deutschen Bank vom Donnerstag zufolge lag 2013 die variable Vergütung für die gut 98.000 Mitarbeiter mit insgesamt 3,2 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Davon gingen 2,1 Milliarden Euro an die rund 25.000 Investmentbanker, berichtete "Spiegel Online".

Auch bei künftigen Banker-Prämien will sich die Deutsche Bank Medienberichten zufolge nicht zurückhalten und den gesetzlichen Spielraum ausreizen. So soll die Hauptversammlung im Mai die Erlaubnis geben, die Obergrenze für Boni verdoppeln zu dürfen. Ohne dieses Votum der Eigner dürfen die Prämien für die Banker in Europa künftig im Grundsatz nicht mehr höher sein als das Grundgehalt - eine Lektion aus der Finanzkrise, die nach Ansicht vieler Politiker auch wegen falscher Anreizsysteme ihren Lauf nahm.

Milliarden-Gewinne sind bei der Deutschen Bank nicht in Sicht

Dabei kann die Deutsche Bank von satten Milliardengewinnen, wie sie die großen US-Rivalen schon wieder erzielen, im Moment nur träumen. Zahllose Rechtsstreitigkeiten lasten auf der Bilanz, ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Im vergangenen Jahr kam das Institut auf einen Nettogewinn von 681 Millionen Euro - die Kosten für den Vergleich mit den Erben des Medienmoguls Leo Kirch sowie eine EU-Strafe im Skandal um Zinsmanipulationen mit eingerechnet. Die Bank-Aktionäre bekommen unverändert 75 Cent je Aktie.

Und auch im neuen Jahr weht dem Institut viel Gegenwind entgegen, wie Jain und Fitschen im Geschäftsbericht bekräftigten. Vor allem das Kerngeschäft Investmentbanking schwächelt - und hier insbesondere der Anleihehandel, die wichtigste Domäne der Deutschen Bank. Finanzchef Stefan Krause hatte unlängst bereits von einem schleppenden Jahresstart gesprochen, weil das Marktumfeld zu unsicher sei. Das Problem trifft die gesamte Branche. Doch die Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass die Deutsche Bank im Anleihehandel gerade im Vergleich zu den US-Rivalen an Marktanteil verliert - was ihren eigenen Ambitionen entgegenläuft.

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Die strengere Regulierung hat das Geschäft grundsätzlich teurer gemacht. Die Häuser müssen mit Kostensenkungen gegensteuern, wollen sie die Rendite halten. Aus dem Umfeld der Deutschen Bank verlautete bereits, im Investmentbanking stehe ein weiterer Abbau hunderter Stellen an - vor allem in London. Seit Mitte 2012 wurden bereits einige hundert Jobs in der Sparte gestrichen, was im Branchenvergleich allerdings noch moderat war.

Ziel für Eigenkapitalrendite: Zehn Prozent mehr

Mit Spannung werden nun die Zahlen zum ersten Quartal erwartet, die das Institut am 29. April veröffentlichen will. Im Geschäftsbericht hielt sich die Deutsche Bank noch bedeckt und erklärte lediglich, mit der "Straffung des Geschäfts" fortfahren zu wollen.

Die mittelfristigen Konzernziele stehen nach den Worten von Jain und Fitschen nicht infrage: Die Bank sei auf Kurs. So soll ein umfangreiches Sparprogramm die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro senken. Die Eigenkapitalrendite, die 2013 bei unter zwei Prozent lag, soll zudem auf zwölf Prozent klettern.

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