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Parkhausbetreiber: Apcoa Parking geht an Hedge Fonds


Größter Parkhausbetreiber Europas  

Apcoa Parking geht an Hedge Fonds

20.03.2014, 18:43 Uhr | rtr, t-online.de

Parkhausbetreiber: Apcoa Parking geht an Hedge Fonds. Apcoa-Parkhaus an der Messe Stuttgart: Der operative Gewinn reicht nicht, um die Schulden zu bedienen (Quelle: dpa)

Apcoa-Parkhaus an der Messe Stuttgart: Der operative Gewinn reicht nicht, um die Schulden zu bedienen (Quelle: dpa)

Die Parkhaus-Gebühren vieler deutscher Autofahrer landen künftig wahrscheinlich auf dem Konto eines Hedge Fonds. Der größte europäische Parkhausbetreiber Apcoa Parking geht vermutlich an eine Gruppe von Finanzinvestoren um den US-Fonds Centerbridge, der sich auf Sanierungsfälle spezialisiert hat. Apcoa teilte in Stuttgart mit, man bereite sich im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen über eine Reduzierung des Schuldenbergs auf einen Eigentümerwechsel vor.

Der französische Finanzinvestor Euroazeo muss das Unternehmen, für das er 2007 - auf dem Höhepunkt des Übernahme-Booms - 885 Millionen Euro gezahlt hatte, damit wieder abgeben. Wie bei Hedge Fonds üblich, hatten die Franzosen dem Unternehmen zu viele Schulden aufgehalst. Eurazeo besitzt mehrheitlich auch den Autovermieter Europcar, der nach einem französischen Medienbericht an die Börse gebracht werden soll. Am Mittwoch hatte Eurazeo angekündigt, sein Portfolio auf den Prüfstand zu stellen und noch 2014 möglicherweise weitere Beteiligungen zu verkaufen.

Unter Bezug auf Apcoa sagte Eurazeo-Managerin Virginie Morgon, Centerbridge werde die Entwicklung des Parkhausbetreibers kurzfristig weiter unterstützen. Centerbridge hatte mehr als 200 Millionen Euro Kredite von Apcoa günstig am Markt zusammengekauft, um sie in Firmenanteile zu tauschen. Auf ähnliche Weise hatte der Hedge Fonds zuletzt schon die Werkstattkette ATU übernommen.

Im Gegenzug sollen die 641 Millionen Euro Schulden bei Apcoa Parking in etwa halbiert werden. Centerbridge hatte Apcoa bereits im November 50 Millionen Euro zur Überbrückung seiner Finanznöte zur Verfügung gestellt. Bis Mitte des Jahres soll eine Lösung gefunden sein. Eurazeo-Chef Patrick Sayer schloss aus, dass die Franzosen frisches Eigenkapital in Apcoa stecken werden.

Schwache Zahlen

Apcoa betreibt 7413 Parkplätze und Parkhäuser mit mehr als 1,3 Millionen Stellplätzen in zwölf Ländern, etwa an großen Flughäfen, Messe-Standorten und in Innenstädten. Doch der operative Gewinn (EBITDA) reicht nicht, um die Schulden zu bedienen. Im vergangenen Jahr ging er um zwei Prozent auf 64 Millionen Euro zurück, der Umsatz schrumpfte auf 678 (2012: 700,5) Millionen Euro.

Aus Kroatien, Griechenland und der Türkei hat sich Apcoa zurückgezogen, auch aus dem Geschäft in Spanien will der Parkhausbetreiber aussteigen.

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