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Opel: Werksschließung in Bochum kostet eine halbe Milliarde Euro


Verhandlungen  

Opel-Werkschließung kostet 500 Millionen

23.03.2014, 12:01 Uhr | dpa

Opel: Werksschließung in Bochum kostet eine halbe Milliarde Euro. Das Bochumer Werksgelände des Autobauers Opel aus der Vogelperspektive (Quelle: Bernd Thissen dpa)

Das Bochumer Werksgelände des Autobauers Opel aus der Vogelperspektive (Quelle: Bernd Thissen dpa)

In gut neun Monaten ist Schluss mit der Autoproduktion bei Opel in Bochum. Allein die Kosten für Abfindungen und Überführung betroffener Mitarbeiter dürften sich auf etwa 500 Millionen Euro addieren. Ein Tarifvertrag über die Werksschließung liegt aber noch nicht vor. Wenn am Montag weiterverhandelt wird, machen Mitarbeiter mit einer Kundgebung Druck.

Opel und die IG Metall verhandeln am Montag wieder über einen Tarifvertrag für die Schließung des Bochumer Werkes. Bisher gibt es nur von beiden Seiten gebilligte Eckpunkte über Abfindungsangebote, eine Transfergesellschaft und die Sicherung des Standortes als zentrales Ersatzteillager mit künftig noch rund 700 Stellen. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter sind viele Details ungeklärt und es fehlt die einklagbare Regelung in einem Tarifvertrag.

Rund 500 Millionen Euro für rund 3300 Opelaner

Von der Werksschließung sind rund 3300 Opelaner betroffen. Der Ausstieg aus der Fertigung im Ruhrgebiet wird nach Einschätzung von Fachleuten für Opel teuer: Die Abfindungen und Ausgaben für Qualifizierung und Transfer der Mitarbeiter in andere Jobs dürften sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro addieren, hieß es.

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Die Gewerkschaft fordert vor allem mehr Informationen über die Pläne von Opel, das Personal im Warenlager um 265 auf 700 aufzustocken. "Seit 4 Monaten liefert Opel keine Klarheit darüber, wann welcher Ersatzarbeitsplatz wo geschaffen wird. Unsere Mitglieder wollen eindeutige, verlässliche Perspektiven. Opel muss liefern", forderte Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW.

Opel-Führung sichert Eckpunkte zu

Die Gewerkschaft hat parallel zu den Verhandlungen zu einer Kundgebung unter dem Motto "Opelaner brauchen Zukunft" aufgerufen. "Die Adam Opel AG steht zu den Zusagen aus den Eckpunkten des Sozialtarifvertrages. Wir sprechen mit der IG Metall und dem Bochumer Betriebsrat, um diese Eckpunkte in einen fertigen Vertrag zu überführen", sicherte ein Opel-Sprecher zu.

Das vor der Schließung stehende Werk wählt am 9. April noch einmal einen Betriebsrat, der bis zum Jahresende im Amt bleibt. Bei der Wahl tritt auch der bisherige Betriebsratschef Rainer Einenkel wieder an. Der 59-Jährige hatte heftig für den Standort gekämpft und Opel sogar verklagt. Der Prozess wegen der Bochumer Werksschließung und Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim ist schon zweimal verschoben worden. Er soll nun am 27. Mai stattfinden, wie das Landgericht Darmstadt kürzlich mitgeteilt hatte.

Krim-Konflikt belastet Autohersteller bereits

Unterdessen spürt Opel bereits auch erste Einbußen durch den Wertverlust der russischen Währung. "Wir spüren bereits Belastungen durch den Wechselkurs des Rubels", sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann der Branchenzeitung "Automobilwoche". Russland ist der wichtigste Wachstumsmarkt für Opel. Neumann hofft auf eine Normalisierung der Lage: "Sicher ist: Russland wird 2020 der größte Automarkt Europas sein. Und die Entwicklung bis dahin wird wie bei einem Marathon verlaufen - es wird Höhen und Tiefen geben."

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