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Mehr als eine Milliarde Euro Schaden in sieben Jahren: Bahn macht verstärkt Front gegen Kartelle


Milliarden-Schaden  

Bahn macht verstärkt Front gegen Kartelle

24.03.2014, 10:23 Uhr | AFP, t-online.de

Mehr als eine Milliarde Euro Schaden in sieben Jahren: Bahn macht verstärkt Front gegen Kartelle. Bei Kartelle verstehe sie keinen Spaß, hat die Deutsche Bahn verkündet (Quelle: dpa)

Bei Kartelle verstehe sie keinen Spaß, hat die Deutsche Bahn verkündet (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bahn will sich stärker gegen Kartelle zur Wehr setzen, die dem Konzern finanziell schaden. In den vergangenen sieben Jahren sei das Staatsunternehmen um vermutlich mehr als eine Milliarde Euro betrogen worden, sagte der für Compliance zuständige Bahnvorstand Gerd Becht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Jetzt plant die Bahn vor Gericht zu ziehen, um die Kartellsünder zur Kasse zu bitten.

Klagen angekündigt

Zu der genannten Summe kämen die Zinsen, die den eigentlichen Schaden teilweise noch überstiegen, fügte Becht hinzu. Dieses Geld wolle man wiederhaben. Dem Bericht zufolge wird das Unternehmen demnächst Klagen gegen mehrere Brauereien einreichen wegen eines Bierkartells.

Derzeit klagt die Bahn schon unter anderem gegen einige Stahlunternehmen wegen eines Schienenkartells, gegen Hersteller von Karbonbürsten für Stromabnehmer von Lokomotiven sowie gegen mehrere Kaffeelieferanten. "Wir sind direkt oder indirekt fast von jedem dritten Kartell betroffen, das in Deutschland aufgedeckt wird", sagte Becht.

Sondereinheit gegen Kartellsünder

Der "SZ" zufolge geht seit einigen Monaten eine neue Sondereinheit namens CRK4, bestehend aus sechs Juristen, gegen die Kartellsünder vor. "Bei Kartellen verstehen wir keinen Spaß. Wir wollen jeden Euro eintreiben, der uns und auch den Steuerzahlern zusteht", sagte Becht. Bislang hätten ertappte Kartellsünder zwar oft mit den Behörden kooperiert, die geschädigten Kunden aber abblitzen lassen.

Der Bahnvorstand begrüßte daher, dass die EU mit einer neuen Richtlinie betrogenen Kunden helfen wolle. "Wir haben mehr Möglichkeiten, an Beweise heranzukommen, auch wenn wir an einigen Stellen noch schärfere Regelungen begrüßt hätten", sagte Becht der Zeitung. Lieferanten der Bahn müssten in ihren Verträgen mittlerweile unterschreiben, dass sie 15 Prozent der Kaufsumme pauschal zurückzahlen, sollten sie bei Preisabsprachen erwischt werden.

Kartellvorwürfe auch gegen die Bahn

Indes steht die Bahn selbst im Visier des Bundeskartellamts. Die Behörde prüft derzeit eine mögliche Benachteiligung von Konkurrenten beim Fahrkartenverkauf. Sie leitete deshalb ein Verfahren wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung gegen die Bahn ein. Das Unternehmen hat die Bedenken der Kartellwächter zurückgewiesen.

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