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Opel klagt laut: Autobauer spüren Einbußen durch Krim-Krise


Rubel stürzt ab  

Autobauer spüren Einbußen durch Krim-Krise

24.03.2014, 13:04 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Opel klagt laut: Autobauer spüren Einbußen durch Krim-Krise. Vorbereitungen am Opel-Stand der Moskau Motor Show. Der deutsche Autobauer setzt auf Russland als einen künftigen Kernmarkt (Quelle: Reuters)

Vorbereitungen am Opel-Stand der Moskau Motor Show. Der deutsche Autobauer setzt auf Russland als einen künftigen Kernmarkt (Quelle: Reuters)

Die Folgen der Krim-Krise spüren deutsche Autobauer bereits jetzt. Weil der Rubel abgestürzt ist, gibt es Einbußen auf dem wichtigen Absatzmarkt. Am lautesten klagt Opel.

"Wir spüren bereits Belastungen durch den Wechselkurs des Rubels", sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche". Russland ist der wichtigste Wachstumsmarkt in der Strategie von Opel. Neumann setzt dennoch auf eine Normalisierung der Lage: "Sicher ist: Russland wird 2020 der größte Automarkt Europas sein. Und die Entwicklung bis dahin wird wie bei einem Marathon verlaufen - es wird Höhen und Tiefen geben."

Allerdings wertet der Rubel schon seit Längerem ab. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate verlor die Währung 21 Prozent gegenüber dem Euro. Beschleunigt hat sich der Absturz seit Mitte Januar.

Langfristig wollen Autobauer mehr in Russland fertigen lassen

Auch Ford und Renault sehen die Entwicklung mit Sorge und wollen langfristig stärker vor Ort Teile und Komponenten einkaufen und produzieren, um Kursschwankungen zu begegnen. Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes sagte der "Automobilwoche": "Kurzfristig können wir darauf nur mit dem Preis reagieren. Langfristig geht es um einen höheren Lokalisierungsgrad."

Renault-Europa-Vorstand Stefan Müller unterstrich in dem Blatt: "Wir sichern uns verstärkt gegen Wechselkursrisiken ab und wir versuchen, unsere Lokalisierungsrate möglichst hoch zu treiben." Renault/Nissan ist der größte ausländische Autobauer in Russland und mehrheitlich am russischen Autobauer Avtovaz (Lada) beteiligt.

Audi-Chef: Premium eher nicht betroffen

Rubel-Absturz und Inflation werden nach Einschätzung von Audi eher Volumenhersteller treffen. "Ich glaube, dass wir im Premiumbereich mit geringeren Auswirkungen rechnen können", sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Jedoch sei das Wechselkursrisiko für alle Unternehmen "eine große Herausforderung vor dem Hintergrund der politischen Diskussion über die Krim".

Neben dem gestiegenen Währungsrisiko sieht Stadler noch eine weitere Bedrohung: "Entscheidend ist, wie sich die Inflation in Russland entwickelt und welche Auswirkungen sie auf die Preispolitik für Konsum- und Industriegüter haben wird." BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner betonte: "Wo wir die Risiken spüren, ist auf der Währungsseite: Der Rubel ist sehr schwach geworden". Solange die Krise nicht weiter eskaliere, müsse BMW seine Prognose für 2014 aber nicht ändern.

Exportvolumen von 25 Milliarden Euro

Unterdessen stärkte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger der Politik beim Thema Wirtschaftssanktionen den Rücken. "Sanktionen sind wichtig, um Russland, insbesondere auch Herrn Putin, zu zeigen, dass er sich nicht alles erlauben kann", sagte Dulger dem SWR. Zwar mache sich die Branche Sorgen um wirtschaftliche Auswirkungen. "Auf der anderen Seite können wir uns aber auch nicht alles bieten lassen.

Aktuell machten die Ausfuhren nach Russland ungefähr vier Prozent der Exporte der Metall- und Elektroindustrie aus. "Wir sprechen hier über etwa 25 Milliarden Euro. Es ist bedeutend, damit dürfen wir nicht leichtfertig umgehen." Anzustreben sei eine politische Lösung.

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