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Air Berlin verschiebt seine Bilanzvorlage erneut

Fluggesellschaft in Turbulenzen  

Air Berlin verschiebt Bilanzvorlage erneut

27.03.2014, 08:12 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Air Berlin verschiebt seine Bilanzvorlage erneut. Bei Air Berlin deutet sich ein Umbruch an (Quelle: dpa)

Bei Air Berlin deutet sich ein Umbruch an (Quelle: dpa)

Rätselraten um Air Berlin. Eigentlich wollte die angeschlagene Airline die Jahreszahlen und strategische Schritte am Donnerstag vorstellen. Doch in der Nacht gibt die Fluggesellschaft bekannt, die Bilanzpressekonferenz erneut zu verschieben. Die Air-Berlin-Aktie zeigte sich am Mittwoch an der Börse noch erneut gefestigt.

Rekapitalisierung im Fokus

Die Gesellschaft spreche mit Gesellschaftern und Finanzierungspartnern weiterhin über eine Rekapitalisierung, die Air Berlins Eigenkapital und Liquidität stärken würde, teilte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie mit. Die bereits von vergangener Woche auf diesen Donnerstag (27. März) verschobene Bilanz-Pressekonferenz für das Jahr 2013 werde daher auf spätestens Ende April verschoben. Den genauen Termin will Air Berlin erst im kommenden Monat mitteilen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin kämpft in diesen Wochen um ihre Zukunft. Es gebe "fortgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden", gab die angeschlagene Airline zuvor lediglich bekannt.

Airline seit Jahren angeschlagen

Air Berlin ist sei Jahren schwer angeschlagen und steckt schon im zweiten Sparprogramm. Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer und Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatten bereits im November ein Minus für 2013 angekündigt - es wäre das fünfte Negativ-Ergebnis in sechs Jahren. Analysten, die ihre Schätzungen seit Anfang 2014 aktualisiert haben, erwarten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg im Schnitt einen operativen Jahresverlust von 110 Millionen Euro. Unter dem Strich dürfte das Minus mit 175 Millionen Euro noch größer ausfallen.

Araber sind unzufrieden

Der arabische Großaktionär Etihad sei sehr unzufrieden mit der Sanierung der deutschen Fluglinie, heißt es. Berichten zufolge will sich Air Berlin nun von der Börse zurückziehen und Etihad mehr Einfluss verschaffen. Die Araber sind derzeit mit knapp unter 30 Prozent an Air Berlin beteiligt. Der "Wirtschaftswoche" zufolge würden sie Deutschlands kriselnde Nummer zwei gern komplett übernehmen.

Doch wenn mehr als die Hälfte der Anteile in ausländischer Hand liegen, verliert die Gesellschaft Verkehrsrechte in Deutschland. Etihad bräuchte daher jemanden, der die Mehrheit der Stimmrechte hält, den Arabern aber Einfluss gewährt.

Mehrere Szenarien denkbar

Gehandelt werden dafür mehrere Szenarien: Air Berlin könnte von der Börse genommen und in eine GmbH umgewandelt werden. Die Kleinaktionäre, die bisher 38,5 Prozent halten, würden abgefunden. Deutsche Großaktionäre wie der ehemalige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold könnten die Mehrheit übernehmen.

Spekuliert wird aber auch, dass Etihad mit mehreren europäischen Fluglinien eine eigene Regional-Gesellschaft aufbauen könnte. Zunächst müssten die Araber die angeschlagene italienische Alitalia schlucken - die Verhandlungen dazu seien bereits nahezu abgeschlossen, hatten sie Anfang Februar berichtet. Die italienische Airline würde ihre Verkehrsrechte behalten und dann Air Berlin übernehmen. Auch Aer Lingus aus Irland, die Schweizer Darwin Airline und Air Serbia könnten der Gruppe beitreten.

In einem dritten Szenario würde Air Berlin in mehrere Gesellschaften aufgeteilt. Etihad könnte die Zubringerdienste zum Drehkreuz Abu Dhabi übernehmen. Die Ferienflüge blieben in einer kleineren Gesellschaft.

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