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Drogenhandel fließt künftig ins BIP mit ein

Neuer EU-Irrsinn  

Drogenhandel fließt künftig ins BIP mit ein

27.03.2014, 13:49 Uhr | dpa, t-online.de

Drogenhandel fließt künftig ins BIP mit ein. Auch der Drogenhandel zählt künftig zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung (Quelle: dpa)

Auch der Drogenhandel zählt künftig zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung (Quelle: dpa)

Nach wie vor stellt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) den wichtigsten Gradmesser für die Wirtschaftsleistung eines Landes dar. Umso kurioser erscheint da, dass frei nach dem Motto "Geld stinkt nicht" künftig auch Drogenhandel und Zigarettenschmuggel in das BIP mit einfließen wird. Hintergrund der neuen Berechnungsmethode ist eine EU-Vorgabe, die ab September dieses Jahres umgesetzt wird.

Gegenüber T-Online.de bestätigte eine Sprecherin des Statistischen Bundesamtes einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Gleichzeitig betonte sie, dass die Erhöhung des BIP durch die Berücksichtigung beider Bereiche weit weniger dramatisch ausfallen dürfte, als man erwarten könnte.

"Wenige Zehntelstellen"

Denn obwohl der Schmuggel von Zigaretten wie auch der Drogenhandel Milliardengeschäfte sind, werde sich die dadurch zu erwartende Erhöhung nur auf "wenige Zehntelstellen" des BIPs (2013: 2,738 Billionen Euro) belaufen.

Da die Dunkelziffer in beiden Bereichen sehr hoch liegt, dürfte es zudem schwierig sein, die dabei umgesetzten Summen zu beziffern. Der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nach dürfte sich die Zahl der illegal in Deutschland verkauften Zigaretten auf etwa zehn Milliarden pro Jahr belaufen. Einen Anhaltspunkt zum Drogenhandel liefert der Zoll, der im vergangenen Jahr rund 22 Tonnen Rauschgift sichergestellt hat.

Umstellung auf neue Gesamtrechnung

Grund für die neue Berechnungsmethode ist die Umstellung auf das neue Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung (ESVG). Die Verordnung stammt aus dem Jahr 2010. Da die Abstimmung des Werkes einem "Spiegel"-Bericht aber Jahre in Anspruch nahm, erfolgt die Umsetzung erst im September dieses Jahres.

Weitaus dramatischer als der Drogenhandel und der Zigarettenschmuggel dürfte sich der Sprecherin des Statistik-Amtes zufolge die künftige Einbeziehung weiterer Faktoren in das BIP auswirken. So werden künftig auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die bislang als Vorleistungen galten und als solche von der Wertschöpfung abzuziehen waren, als Investitionen verbucht, und zwar ebenso wie der Einkauf von Militärgütern. Vor allem durch diese Neuerung ist der Sprecherin nach mit einem zwei- bis dreiprozentigen Aufschlag auf das BIP zu rechnen.

Prostitution schon im BIP berücksichtigt

Völlig überraschend ist die Berücksichtigung des Zigarettenschmuggels und des Drogenhandels im BIP zudem nicht. So finden etwa Schätzungen zu den Einnahmen aus Prostitution und zu Schwarzarbeit schon seit über zehn Jahren Eingang in das BIP.

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