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Sigmar Gabriel sieht keine wahre Alternative zu Russland-Gas


Energieversorgung  

Gabriel sieht keine wahre Alternative zu Russland-Gas

28.03.2014, 09:59 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Sigmar Gabriel sieht keine wahre Alternative zu Russland-Gas. Vizekanzler Sigmar Gabriel hält an russischen Erdgas-Lieferungen fest (Quelle: dpa)

Vizekanzler Sigmar Gabriel hält an russischen Erdgas-Lieferungen fest (Quelle: dpa)

Seit Tagen wird über die Folgen diskutiert, falls Russland den Gas-Hahn nach Westen zudrehen sollte. Eine Möglichkeit hatte Angela Merkel mit Kanadas Premierminister diskutiert: Die Abhängigkeit von Energielieferungen aus Osteuropa solle verkleinert werden. Nun schaltet sich der Bundeswirtschaftsminister ein und stellt seine Sicht der Lage dar. Sigmar Gabriel sieht keine vernünftige Alternative zu den Erdgas-Importen aus Russland.

In der Debatte über die deutsche Energieversorgung und die Abhängigkeit von Russland werde so getan, als bestünden andere Möglichkeiten, sagte Gabriel bei einer Veranstaltung der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dies sei nicht richtig. Gestern hatte sich Angela Merkel mit Kanadas Ministerpräsidenten getroffen und dabei auch Möglichkeiten von Gaslieferungen aus Nordamerika erörtert.

Gabriel: Keine Angst vor Lieferstopp

Gabriel warnte zugleich vor "Panikmache" und übergroßer Furcht vor einem eventuellen Lieferstopp Moskaus. Russland habe seine Lieferverträge selbst in Zeiten des Kalten Krieges stets eingehalten, ergänzte der SPD-Vorsitzende.

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In die gleiche Richtung äußerte sich bereits Moskaus EU-Botschafter Wladimir Tschischow. Er schloss einen möglichen "Gas-Krieg" zwischen Russland und dem Westen als Folge des Krim-Konflikts aus. "Das sind Horrorgeschichten, die der politischen Fantasie entspringen", sagte der Diplomat der Agentur Interfax zufolge. Russland sei ein verlässlicher Lieferant.

Merkel erörtete Gas-Lieferungen Kanadas

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte wegen des Konflikts mit Moskau um die Krim eine Reduzierung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen gefordert, allerdings entsprechende Erwartungen auf ein schnelles Ende gedämpft. Die Infrastruktur zur Nutzung alternativer Rohstoffquellen sei zum Teil noch nicht vorhanden, sagte sie nach einem Treffen mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper. Nach den USA hatte auch Kanada angedeutet, dass es Europa künftig mit Gas und Öl versorgen könnte. "Unabhängig vom Russland-Ukraine-Konflikt wollen wir natürlich unsere Energieexporte diversifizieren", sagte Harper.

Derzeit deckt Russland rund ein Drittel des deutschen Gas- und Ölbedarfs. Die Ukraine-Krise hatte Forderungen nach einer Reduzierung der Abhängigkeit von Energielieferungen aus Russland verstärkt.

Gabriel: "Mehr als mutlose Pfeffersäcke"

Gabriel äußerte sich zum Ukraine-Konflikt auch in einem Gastbeitrag für die "Welt". Mit Russland könne Europa aus Sicht des Vizekanzlers beweisen, dass es "mehr ist als eine ökonomische Zugewinngemeinschaft von mutlosen Pfeffersäcken". Im Zweifel müssten Deutschland und die übrigen EU-Staaten bereit zu sein, auf wirtschaftliche Vorteile in den Außenbeziehungen zu Russland so lange zu verzichten, bis Konflikte auf dem Kontinent wieder am Verhandlungstisch gelöst würden und die Sicherheit aller Nachbarstaaten gewährleistet sei, schrieb der SPD-Chef in der "Welt".

Es gelte nun, die Wertegemeinschaft des Westens wieder zu festigen - "nach innen, aber auch nach außen", mahnte er. "Wenn Kommentatoren autoritärer Staaten angesichts des europäischen Konflikts um die Integrität der Ukraine fast schon höhnisch darauf hinweisen, dass der Westen seine Werte immer nur so lange hochhalte, wie seine ökonomischen Eigeninteressen nicht berührt seien, dann darf uns das nicht gleichgültig sein."

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