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Streit um Bilanzvorlage: Air Berlin im Clinch mit Aktionärsschützern

Streit um Bilanzvorlage  

Air Berlin im Clinch mit Aktionärsschützern

29.03.2014, 15:14 Uhr | rtr

Streit um Bilanzvorlage: Air Berlin im Clinch mit Aktionärsschützern. Die zweimalige Verschiebung der Bilanzvorlage von Air Berlin hat Aktionärsschützer auf den Plan gerufen (Quelle: dpa)

Air Berlin: Geschäftsmodell auf dem Prüfstand (Quelle: dpa)

Aktionärsschützer haben Air Berlin vorgeworfen, mit der mehrfachen Verschiebung seiner Bilanzvorlage gegen die Berichtspflichten verstoßen zu haben. Michael Kunert von der Schutzgemeinschaftder Kapitalanleger (SdK) forderte die Finanzaufsicht BaFin in der "Berliner Zeitung" auf, Air Berlin ins Visier zu nehmen. Die Fluglinie hatte ihre Bilanzvorlage für 2013 in dieser Woche zum zweiten Mal verschoben. "Ich fordere, dass die BaFin hiereinschreitet", sagte Kunert dem Blatt. "Air Berlin verstößt hier ganz klar gegen die Berichtspflichten." Das wies die Fluggesellschaft jedoch zurück.

Ein Sprecher von Air Berlin erklärte am Samstag, die Behauptungen von Kunert seien falsch "und unserer Meinung nach geschäftsschädigend". Air Berlin schließe juristische Schritte nicht aus. Die Fluggesellschaft verstoße nicht gegen die Publizitätspflichten. "Zudem verfügt das Unternehmen über ausreichend Liquidität und hat darüber hinaus weiteren Spielraum durch ein noch nicht in Anspruch genommenes Anteilseignerdarlehen", widersprach der Air-Berlin-Sprecher der SdK weiter.

Kunert hatte der Zeitung auch gesagt, es dränge sich der Verdacht auf, dass die angeschlagene Airline ihre Bilanz absichtlich zurückhalte, weil eine akute Insolvenzgefahr bestehe.

Air Berlin nimmt sich Zeit bis Ende April

Eine BaFin-Sprecherin sagte der Zeitung, sie sehe keinen Handlungsbedarf. Jede Aktiengesellschaft habe bis Ende April Zeit, ihre Bilanz vorzulegen.

Die zweitgrößte deutsche Airline ist immer noch auf der Suche nach Geld und einer neuen Strategie. "Air Berlin arbeitet weiter an Maßnahmen für eine Rekapitalisierung, die Eigenkapital und Liquidität der Air-Berlin-Gruppe stärken würden", begründete die Fluggesellschaft die zweite Verschiebung ihrer Bilanz-Vorstellung.

Nun soll die Bilanzpressekonferenz spätestens Ende April stattfinden. Eigentlich hatte Air Berlin gehofft, schon am Donnerstag Ergebnisse zu präsentieren. Das Unternehmen ist mit gut 800 Millionen Euro verschuldet und hat sein Eigenkapital aufgezehrt.

Etihad kann nicht unbegrenzt einspringen

Geldgeber von Air Berlin ist die staatliche Airline Etihad aus Abu Dhabi. Die Fluglinie aus dem ölreichen Golf-Emirat hält seit 2011 knapp 30 Prozent der Aktien. Nach Geldspritzen von einer halben Milliarde Euro erwarten die Großaktionäre Erfolge.

Eine weitere Aufstockung der Anteile ist problematisch: Unternehmen, die außerhalb der EU sitzen, dürfen nicht die Mehrheit an einer europäischen Fluggesellschaft erwerben, sonst gehen die Anflugrechte verloren. Daher erwäge Etihad, seinen Anteil nur auf 49,9 Prozent aufzustocken, hatte ein Insider gesagt. Medienberichten zufolge prüft Etihad zudem, Air Berlin von der Börse zu nehmen.

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