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Edelmetalle sichern schlechte Zeiten ab

Gold und Silber  

Edelmetalle sichern schlechte Zeiten ab

01.04.2014, 13:59 Uhr | Christoph Leichtweiß für t-online.de

. Zum schnellen Wiederverkauf sollten Anleger Gold besser nicht kaufen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zum schnellen Wiederverkauf sollten Anleger Gold besser nicht kaufen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unter dem Eindruck der Finanzkrise kannten Edelmetalle bis zum Jahr 2013 nur eine Richtung: nach oben. Doch mit dem vermeintlichen Abflauen der Krise sind Gold und Silber etwas aus dem Blick der Anleger und auch der Medien verschwunden. Grund genug, die aktuelle Situation genauer zu beleuchten und Chancen sowie Risiken neu einzuordnen.

Es gibt sicher gerade heute viele gute Gründe, Edelmetalle zu kaufen oder zu halten. Doch alleine aufgrund der aktuellen Krise in der Ukraine zuzugreifen, ist wenig sinnvoll. Vielmehr sollte man sich der Charakteristika der Edelmetalle bewusst sein, um nicht mit den falschen Erwartungen einzusteigen. Gold und Silber bieten keine laufenden Erträge, sind aber eine Alternative zu herkömmlichen Währungen.

Faktor Preisentwicklung

In einem Umfeld fallender Preise, der sogenannten Deflation, fühlen sich Gold und Silber nicht wohl. Die Preissteigerungen der Edelmetalle sind schließlich vor allem auf das begrenzte Vorkommen der Metalle zurückzuführen. Durch diese Eigenschaft bieten sie in erster einen guten Schutz vor Inflation, also Geldentwertung durch steigende Preise. Sie eröffnen dabei die Chance auf einen realen Vermögenserhalt. In einem Umfeld real fallender Preise gilt allerdings das gleiche Prinzip in umgekehrter Richtung: Die Folge sind fallende Preise auch für Gold und Silber.

Faktor Nachfrage

Die größte Nachfrage nach Gold kommt aus den Schwellenländern China und Indien. Der langfristige nach oben gerichtete Trend bei Bevölkerungsentwicklung und Einkommenssteigerung sowie das begrenzte Angebot sollten eine fundamental gesunde Grundlage für einen anhaltenden Nachfrageanstieg sein.

Auf langfristige Sicht könnte jedoch ein Ausbau der sozialen Sicherheitssysteme, gepaart mit strukturell fallenden Inflationsraten dafür sorgen, dass Gold oder Silber in diesen Ländern als Wertspeicher weniger gefragt sein könnten.

Faktor Krisenschutz

Mit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers begann eine Phase der Vergangenheitsbewältigung in Bezug auf exzessive Kreditvergaben und auf Staaten, die schlicht über ihre Verhältnisse lebten (und leben). Die Folgen der geplatzten Kreditblase 2008/2009 werden nach wie vor durch geldpolitische Experimente bekämpft. Die Konsequenzen der expansiven Geldpolitik, welche das jeweilige Zinsniveau der wichtigsten Industriestaaten auf Rekordtiefststände gedrückt hat, sind nicht seriös prognostizierbar.

Das globale Finanzsystem ist aber auf absehbare Zeit auf die künstlich niedrigen Zinsen angewiesen und stark anfällig gegenüber externen Schocks. In diesem Umfeld kann Gold einen effektiven Schutz vor systemischen Risiken bieten. Denn wie in den letzten Jahren mehrfach deutlich wurde, werden die Edelmetallpreise insbesondere durch Extremrisiken bestimmt. Seit sich die akute Krise gegen Ende 2012 langsam legt, führt dies auch zu tendenziell fallenden Preisen bei Gold uns Silber.

Fazit

In einer ausgewogenen Vermögensstruktur sollte nicht auf eine Absicherung in Form von Edelmetallen verzichtet werden. Das noch immer stark überschuldete Wirtschaftssystem ist auf niedrige Zinsen angewiesen, um sich langsam zu stabilisieren und zu entschulden. Ein Abbau der Schulden durch Inflation ist notwendig, um langfristig wieder eine fundamental gesunde Ausgangssituation zu schaffen.

Gelingt der Schuldenabbau durch Inflation nicht, steigt das Risiko auftretender Schocks, die im derzeit anfälligen Finanzsystem zu echten Systemrisiken anwachsen können. In beiden Fällen bieten Edelmetalle einen Vermögensschutz. Allerdings sollten Investoren sie auch genau als das sehen: als Vermögensversicherung und nicht als kurzfristige Trading-Position – schließlich beschwert man sich auch nicht bei der Feuerversicherung, wenn das Haus nicht abgebrannt ist, sondern ist froh, dass man im Extremfall versichert ist.

Christoph Leichtweiß (Quelle: privat)Christoph Leichtweiß (Quelle: privat)

Der Autor, Christoph Leichtweiß, ist Finanzplaner und Portfoliomanager. Als Geschäftsführer der YPOS-Consulting GmbH entwickelt er Beratungsprozesse und Anlagestrategien. Diese setzt er als Finanzplaner bei der YPOS Finanzplanung GmbH für private Anleger um. Mehr unter: http://www.ypos-fp.de/

-- Die Meinung der Gastautoren stimmt nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion überein. --

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