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Etihad auf Einkaufstour: Umbau von Air Berlin nimmt Gestalt an

Etihad auf Einkaufstour  

Air-Berlin-Umbau nimmt Gestalt an

07.04.2014, 16:21 Uhr | rtr, t-online.de

Etihad auf Einkaufstour: Umbau von Air Berlin nimmt Gestalt an . Air Berlin hält sich nur noch mit Geldspritzen aus Abu Dhabi über Wasser (Quelle: dpa)

Air Berlin hält sich nur noch mit Geldspritzen aus Abu Dhabi über Wasser (Quelle: dpa)

Die Zukunft der trudelnden Fluggesellschaft Air Berlin nimmt immer mehr Form an. Offizielle Äußerungen sind zwar dürftig, aber der Abschied von der Börse scheint ausgemacht. Zudem könnte Deutschlands zweitgrößte Airline in einer Allianz mit Alitalia aufgehen.

"Alle unsere Vorstellungen wurden erfüllt, und wir sind in der Endphase der Verhandlungen für die nächste Stufe unserer Partnerschaft", sagte Etihad-Chef James Hogan auf einer Branchenkonferenz in Abu Dhabi, ohne konkreter werden zu wollen. Von einem Insider verlautete zuletzt, dass die Airline vom Persischen Golf erwäge, ihren Anteil von 30 Prozent an der verlustträchtigen Airline auf knapp 50 Prozent aufzustocken. Die staatliche Fluglinie hält Air Berlin mit Geldspritzen von einer halben Milliarde Euro und Sachleistungen - wie neuen Flugzeugsitzen - über Wasser.

Air Berlin hatte wegen der Suche nach frischem Geld und einer neuen Strategie kürzlich die Veröffentlichung der Bilanz auf Ende April verschoben. Insidern zufolge waren die Pläne von Etihad, Air Berlin von der Börse und danach radikal umzubauen, juristisch nicht wasserdicht.

EU-Kommission kritisch gegenüber Etihad-Plänen

Die arabische Fluglinie muss bei Air Berlin nämlich wegen gesetzlicher Hürden vorsichtig vorgehen. Unternehmen, die außerhalb der EU sitzen, dürfen nicht die Mehrheit an einer europäischen Fluggesellschaft erwerben, sonst gehen die Anflugrechte verloren. Zudem hatte die EU-Kommission Ende voriger Woche angekündigt, den Einfluss von Etihad auf die Berliner genau unter die Lupe zu nehmen.

Einem Zeitungsbericht zufolge hat Air Berlin einen Plan ausgearbeitet, mit dem die Mehrheit an dem Unternehmen weiterhin in europäischer Hand bleibt. Zudem sei ein neues Modell für den Rückzug von der Börse entworfen worden, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf das Unternehmensumfeld. Demnach solle eine GmbH als Obergesellschaft für die Aktien der im Kleinwerteindex SDAX gelisteten Airline bieten. Das Geld für die Aktienofferte solle dagegen von den Untergesellschaften der Airline kommen, die sich über Bankkredite finanzieren. Allerdings habe Etihad noch nicht zugestimmt, hieß es. Air Berlin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die neue Air Berlin GmbH soll dem Zeitungsbericht zufolge von Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold, Severin Schulte und dem Luftfahrt-Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl gehalten werden. Letzterer ist in die Vorbereitungen nach eigener Aussage gar nicht eingeweiht. "Es gab bisher kein einziges Gespräch, ja noch nicht einmal eine Kontaktaufnahme seitens Air Berlin oder einem der Gesellschafter", sagte Wöhrl. Er wäre aber mit seinem Unternehmen Intro-Aviation "immer zu Gesprächen bereit". Wöhrl ist bei Air Berlin ein alter Bekannter: 2006 verkaufte er die Fluglinie dba (Deutsche BA) an Air-Berlin-Gründer Hunold.

Air Berlin in fünf Jahren nur einmal mit Gewinn

Die finanzielle Situation von Air Berlin ist angespannt: Nach einem übereilten Expansionskurs steht die mit ihrem "Mallorca-Shuttle" bekanntgewordene Fluglinie mit 800 Millionen Euro in der Kreide und schrieb in den vergangenen fünf Jahren nur ein Mal Gewinne.

Die Europa-Pläne von Etihad enden Insidern zufolge nicht in Deutschland. Die Araber verhandeln seit Monaten über die ebenfalls kriselnde italienische Alitalia. Drei mit den Verhandlungen vertraute Personen sagten, dass Etihad im nächsten Schritt Air Berlin mit Alitalia zusammenlegen wolle. Die Gespräche darüber seien schwierig, da der Widerstand in Italien sehr groß sei. Vor allem die Gewerkschaften gingen auf die Barrikaden. Einem Banker zufolge ist die Einkaufstour von Etihad in Europa nur sinnvoll, wenn die einzelnen Airlines früher oder später zusammengeführt werden, um einen neuen Rivalen zur Lufthansa oder zu British Airways-Iberia aufzubauen.

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