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IWF-Prognose: Sanktionen treffen russische Wirtschaft


IWF-Prognose  

Sanktionen treffen russische Wirtschaft

08.04.2014, 18:15 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, rtr

IWF-Prognose: Sanktionen treffen russische Wirtschaft. IWF stellt der russischen Wirtschaft ein schlechtes Zeugnis aus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

IWF stellt der russischen Wirtschaft ein schlechtes Zeugnis aus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sanktionen der EU und USA werden die russische Wirtschaft nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) spürbar belasten. "Wir glauben, dass das Wachstum in Russland geringer sein wird, als es sonst gewesen wäre", sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard in Washington. Investoren haben im ersten Quartal schon über 50 Milliarden Dollar abgezogen.

Wegen der Ukraine-Krise kürzte der IWF seine Konjunkturprognose für Russland deutlich. In diesem Jahr werde das Wirtschaftswachstum lediglich 1,3 Prozent betragen und damit 0,6 Prozentpunkte geringer ausfallen als noch im Januar erwartet.

Das Investitionsklima in Russland, das ohnehin nicht gut gewesen sei, werde sich weiter verschlechtern. Der IWF geht zudem davon aus, dass Unternehmen und Banken angesichts der Krim-Krise massenhaft Geld aus Russland abziehen. Das belegen auch die Zahlen der russischen Zentralbank. Wie die Währungshüter heute mitteilten, flossen allein im ersten Quartal 50,6 Milliarden Dollar ab.

Selbst im Fall einer Beruhigung des Konfliktes mit der Ukraine dürften Investoren in diesem Jahr sogar bis zu 85 Milliarden Dollar aus dem Schwellenland abziehen, erwartet die Weltbank. Bei einer Eskalation könne sich die Summe auf bis zu 150 Milliarden Dollar erhöhen. Bereits vor dem Konflikt hatte die schwächelnde russische Wirtschaft mit einer Kapitalflucht im Zuge der strafferen US-Geldpolitik zu kämpfen.

USA wieder besser aufgestellt

Nach jahrelanger Krise schlüpfen die USA derweil wieder in eine ökonomische Führungsrolle. Die größte Volkswirtschaft der Welt sei wegen kräftiger Binnennachfrage und aufstrebendem Export zuletzt stärker als erwartet gewachsen, erklärte der IWF. Die US-Wirtschaft werde 2014 um 2,8 Prozent und 2015 um 3,0 Prozent zulegen.

IWF sieht Deutschland als Musterknaben

Die Bundesrepublik wird indes von den Finanzexperten als Musterknaben mit vortrefflichen Schulnoten dargestellt. Deutschland habe vorteilhafte finanzielle Bedingungen, einen stabiler Arbeitsmarkt, eine steigende Binnennachfrage und zunehmende Zuversicht. Zudem mehr Konsum und ein "allmähliches Wiederaufblühen der Investitionen, aber auch des Immobilienmarktes". Die Wachstumserwartung für Deutschland für 2014 und 2015 hob der Währungsfonds leicht auf 1,7 Prozent (Plus 0,2) beziehungsweise 1,6 Prozent (Plus 0,1) an.

In Krisenländern wie Spanien, Portugal und Griechenland sei der Aufschwung dagegen noch fragil. Insgesamt rechnet der IWF für den Euroraum mit einem Wachstum von 1,2 Prozent in diesem Jahr und 1,5 Prozent im kommenden Jahr, je ein Plus von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zur Januar-Prognose.

Als Problem sowohl in den USA als auch in der Eurozone sieht der IWF aber die geringe Inflationsrate und warnt die Notenbanken daher vor einem "voreiligen Rückzug" aus der Niedrigzinspolitik. Darüber hinaus müsse Europa seinen Finanzsektor weiter in Ordnung bringen und die Bankenunion vollenden. Weitere Wachstumshürden im Euroraum seien die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken und die hohe Arbeitslosigkeit.

Zinsen belasten Schwellenländer

Die Schwellenländer tragen laut Währungsfonds noch immer mehr als zwei Drittel zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei, die Entwicklung sei zuletzt aber eher enttäuschend verlaufen. Zwar dürften viele dieser Länder ihre Exporte wegen der steigenden Nachfrage in den Industriestaaten steigern können, doch zugleich werde die Konjunktur durch den geldpolitischen Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belastet. Die Fed fährt seit Dezember ihr Programm zum Anleihekauf zurück und könnte im nächsten Jahr von dem seit Ende 2008 geltenden Nullzins abrücken.

Die Aussicht auf höhere Zinsen macht für Investoren US-Anlagen wieder attraktiver, anderen Weltregionen drohen Kapitalabflüsse. Der Währungsfonds senkte seine Wachstumsprognose für eine Reihe von Schwellenländern, darunter Brasilien und Südafrika. Die Konjunktur in China kühlt sich im Vergleich zu 2013 etwas ab, die zweitgrößte Volkswirtschaft wird laut IWF in diesem Jahr mit 7,5 Prozent aber noch immer ein kräftiges Wachstum verzeichnen.

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