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Was Privatanleger vom größten Staatsfonds der Welt lernen können


Beeindruckende Wertentwicklung  

Was Privatanleger vom größten Staatsfonds der Welt lernen können

11.04.2014, 17:36 Uhr | Von Anke Leuschke für T-Online.de

Was Privatanleger vom größten Staatsfonds der Welt lernen können. Der "Statens pensjonsfond" ist inzwischen mehr als 600 Milliarden Euro schwer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der "Statens pensjonsfond" ist inzwischen mehr als 600 Milliarden Euro schwer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mindestens 120.000 Euro besitzt jeder Norweger, rein rechnerisch. Ohne die Summe selbst angespart zu haben. Gemessen in norwegischen Kronen wären die Bürger sogar Millionäre. Das geht nicht mit rechten Dingen zu? Doch.

Norwegen verwaltet den größten Staatsfonds der Welt: den "Statens pensjonsfond". Inzwischen ist er mehr als 600 Milliarden Euro schwer. Der Fonds, der die Einnahmen aus den norwegischen Öl- und Gaseinkommen zur Versorgung künftiger Generationen investiert, erzielte 2013 eine beeindruckende Wertentwicklung. Nach Kosten und Inflation kam er auf einen Wertzuwachs von 14,3 Prozentpunkten.

Offene Anlagestrategie

Warum das den deutschen Privatanleger interessieren sollte? Im Gegensatz zu anderen Staatsfonds legt der "Statens pensjonsfond" seine Anlagestrategie offen. Damit können Sparer die Anlagepolitik nicht nur laufend verfolgen, sie können die seit Jahren erfolgreiche Strategie sogar nachahmen (ausführliche Informationen gibt es unter www.nbim.no).

"Die Anlagepolitik des Government Pension Fund Global orientiert sich an den Grundsätzen einer guten Geldanlage", sagt Gottfried Urban, Vorstand der Bayerische Vermögen AG, Traunstein. Rund 60 Prozent stecken in Aktien, 35 bis 40 Prozent in Anleihen und der Rest in Immobilien. Diversifikation nennen Finanzexperten dieses Vorgehen. "Wer sein Geld auf verschiedene Anlageklassen, Regionen und zusätzlich unterschiedliche Branchen verteilt, macht sich von Kursschwankungen einzelner Papiere unabhängiger", erklärt Urban.

Die festverzinslichen Wertpapiere setzen sich zu 70 Prozent aus Staats- und zu 30 Prozent aus Unternehmensanleihen zusammen. Dabei setzt der Fonds auf Schuldner, deren Kreditwürdigkeit von Ratingagenturen als gut bis sehr gut eingestuft wurde.

Nachhaltige Strategie

Konkret hielt der Staatsfonds Ende 2013 Investitionen in 82 Ländern mit 44 verschiedenen Währungen. Darunter befanden sich neben den USA auch China, Brasilien, Russland, Mexiko oder Südkorea. Um die Versorgung künftiger Generationen und eine nachhaltige Anlagepolitik zu gewährleisten, werden bestimmt Anlageprodukte von vorne herein von der Anlage ausgeschlossen. Dazu zählen beispielsweise Private Equity, Hedge Fonds oder Optionen. Zur nachhaltigen Strategie gehört auch, dass Aktien von Waffen- und Tabakproduzenten genauso von Investitionen ausgeschlossen sind wie Unternehmen, die Menschenrechte verletzen oder Umweltschäden anrichten.

Das allein genügt jedoch noch nicht. "Die Strategie ist nur dann erfolgreich, wenn der Anleger sie auch in Krisenzeiten durchhält", fügt Marcel van Leeuwen, Geschäftsführer der DWPT Deutsche Wertpapiertreuhand GmbH mit Sitz in Herzogenaurach hinzu. Das setzt voraus, dass Sparer einen ähnlich langen Anlagehorizont wie der Staatsfonds haben. So können sie ein höheres Risiko in Kauf nehmen. Eine lange Laufzeit der Kapitalanlage sorgt dann dafür, dass auftretende Kursschwankungen ausgeglichen werden können. Daher fällt kaum ins Gewicht, dass der Staatsfonds 2013 den Anteil an Schwellenländeraktien und -anleihen aufstockte und anschließend ein ordentlicher Kurssturz einsetzte. "Es geht ja um einen langfristigen Wertzuwachs und nicht um kurzfristige Gewinne", sagt van Leeuwen.

Es gibt keine Produkte, die die Strategie des norwegischen Staatsfonds eins zu eins abbilden. Sparer können den Mix aus den Anlageklassen Aktien, Anleihen und Immobilien durch Mischfonds oder sogenannte Absolute Return Fonds erzielen. Wer die Struktur des Pensionsfonds selbst nachbauen will, kann in kostengünstige passive Fonds wie Exchange Traded Funds auf die jeweiligen Anlageklassen investieren.

Die Strategie

Rahmenbedingungen festlegen: Bevor Privatanleger überhaupt Geld anlegen, sollten sie sich überlegen, wie lange und mit welchem Ziel sie investieren, welche Rendite sie dazu erreichen und wie viel Schwankung sie akzeptieren möchten.

Breit und solide streuen: Es gilt, das Vermögen nicht nur innerhalb einer Anlageklasse breit anzulegen, sondern auch auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen. So kann die Beimischung von Anleihen und Immobilien die Schwankungsbreite von Aktien etwas glätten.

Langfristig und diszipliniert anlegen: Die besten Investmentpläne nützen nichts, wenn sich der Sparer nicht daran hält. Es gibt viele Gründe, vom Plan abzuweichen. Disziplin ist für eine erfolgreiche Altersvorsorge jedoch wichtig. Darüber hinaus sollten Privatanleger einen langfristigen Anlagehorizont mitbringen und insbesondere in Krisenzeiten an ihrer Strategie festhalten.

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