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Streit mit Schweden: ThyssenKrupp verkauft U-Boot-Werft im Streit

Polizeiaktion in Schweden  

ThyssenKrupp verkauft U-Boot-Werft im Streit

14.04.2014, 21:05 Uhr | dpa-AFX

Streit mit Schweden: ThyssenKrupp verkauft U-Boot-Werft im Streit. Heck und Antrieb eines ThyssenKrupp-U-Bootes: Die schwedische Regierung ist misstrauisch (Quelle: dpa)

Heck und Antrieb eines ThyssenKrupp-U-Bootes: Die schwedische Regierung ist misstrauisch (Quelle: dpa)

Ein Streit mit der Regierung von Schweden veranlasst den deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp, seinen Schiffbau in Malmö, Karlskrona und Muskö mit rund 900 Beschäftigten aufzugeben. Die Deutschen waren fast zehn Jahre lang im Schiffbau in Schweden aktiv und haben dort unter anderem U-Boote gebaut. Doch jetzt will ThyssenKrupp die drei Standorte loswerden und verhandelt dazu mit dem Rüstungskonzern SAAB AB.

Die schwedische Regierung möchte aus Gründen der nationalen Sicherheit den U-Bootbau wieder in einem Unternehmen in schwedischem Besitz ansiedeln. ThyssenKrupp begründete denn auch die Verkaufspläne mit der Absicht Stockholms, "künftige Marineschiffbauprogramme national durchführen zu wollen".

1999 hatte die Kieler Werft HDW die frühere Staatswerft Kockums - jetzt TKMS AB - erworben, im Jahr 2005 übernahm ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) HDW und damit auch die Werft in Schweden.

Das Misstrauen in Stockholm scheint groß zu sein: Laut "Kieler Nachrichten" soll es eine Aktion mit Militärpolizei auf dem TKMS AB-Gelände in Malmö gegeben haben, um Motoren für die A 26 U-Boote, die Schweden bauen lassen will, zu beschlagnahmen. Schwedische Medien hatten über die Aktion vom vergangenen Dienstag berichtet, Militär habe bei Kockums alles beschlagnahmt, was dem schwedischen Staat und zur Entwicklung des neuen U-Boots A 26 gehöre.

Keine Details von niemandem

Eine Sprecherin der schwedischen Beschaffungsbehörde FMV für Militärgüter sagte in Stockholm auf Anfrage, es habe sich um einen "gewöhnlichen Transport von Verteidigungsmaterial" gehandelt. Details könne sie nicht nennen. Auch ThyssenKrupp wollte sich nicht näher zur Polizeiaktion äußern.

Noch im März hatte ThyssenKrupp in Stockholm bei einem Krisengespräch mit der FMV Zugeständnisse gemacht und die Entwicklung eines U-Boots in Schweden sowie die Verlagerung von Arbeitspaketen von seiner gut ausgelasteten Kieler Marinewerft angeboten - vergeblich.

Verteidigungsministerin Karin Enström bezeichnete Anfang April im schwedischen Rundfunk die U-Boot-Fähigkeiten als ein wesentliches Sicherheitsinteresse des Landes. "Für Schweden ist es wichtig, dass wir die staatliche Kontrolle über unser geistiges Eigentum behalten", sagte Enström. Zudem hatte es Dissenz über die internationale Vermarktung des U-Boots A 26 gegeben.

ThyssenKrupp betonte, seinen "profitablen" Marineschiffbau jetzt auf die Standorte Emden, Hamburg und Kiel zu konzentrieren. "Dieser Bereich verfügt über einen hohen Auftragsbestand, der die Auslastung und Beschäftigung bis 2020 sichert."

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