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Rechtsstreit: Maschmeyer verbündet sich mit geschädigten Anlegern

Rechtsstreit  

Maschmeyer verbündet sich mit Geschädigten

15.04.2014, 18:41 Uhr | Handelsblatt

Rechtsstreit: Maschmeyer verbündet sich mit geschädigten Anlegern. Partner im Leben und in der Geldanlage: Schauspielerin Veronica Ferres und ihr Lebensgefährte Carsten Maschmeyer (Quelle: imago/ Sven Simon)

Partner im Leben und in der Geldanlage: Schauspielerin Veronica Ferres und ihr Lebensgefährte Carsten Maschmeyer (Quelle: imago/ Sven Simon)

Wegen einer Steuerpanne erlitt Carsten Maschmeyer bei der Fondsanlage 19 Millionen Euro Verlust. Der AWD-Gründer klagt gegen die Bank und verbündet sich mit anderen Geschädigten wie Veronika Ferres und Mirco Slomka.

Im Streit um Verluste aus umstrittenen Fonds-Investments der Bank Sarasin hat sich AWD-Gründer Carsten Maschmeyer mit anderen Bank-Kunden verbündet. "Die Anwälte der Geschädigten arbeiten jetzt in dem Fall zusammen und tauschen Dokumente aus", sagte Maschmeyer dem "Handelsblatt". Es ginge um ein Anlagevolumen von rund 300 Millionen Euro verteilt auf rund 50 Kunden.

Fonds unter Verdacht

Maschmeyer hatte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Veronica Ferres und dem befreundeten Fußballtrainer Mirko Slomka insgesamt 40 Millionen Euro in Fonds des Anbieters Sheridan investiert, die ihm die Bank Sarasin vermittelt hatte. Die Fonds stehen in dem Verdacht, von der mehrfachen Abrechnung der Kapitalertragssteuer bei Aktiengeschäften rund um den Dividenden-Stichtag profitiert zu haben. Da die Finanzämter die Steuerrückzahlung verweigern, erlitt Maschmeyer einen Verlust von 19 Millionen Euro.

Der AWD-Gründer bestreitet, die Fonds-Konstruktion gekannt zu haben. Diese Details seien ihm vorenthalten worden. Daher will er die Bank nicht nur auf Schadenersatz verklagen, seine Anwälte bereiten auch eine Betrugsklage gegen das Top-Management von Sarasin vor. Die Bank selbst macht zum Fall Maschmeyer keine Aussagen mit dem Verweis auf das Bank-Geheimnis. Sarasin betont jedoch, dass die von ihr vertriebenen Fonds steuerrechtlich unbedenklich seien.

Maschmeyer dementiert Provisionen erhalten zu haben

Maschmeyer dementierte gegenüber dem Handelsblatt eine Vorabmeldung des "Stern", der zufolge er Provisionen für die Vermittlung der Investments von Ferres und Slomka oder dem Schlacht-Unternehmer Clemens Tönnies verlangt habe. Maschmeyer zum "Handelsblatt": "Ich habe nie Provisionen bekommen im Zusammenhang mit den fraglichen Sheridan-Fonds", er habe auch nie welche verlangt.

Bei der Klage gegen die Bank geht aus der Sicht von Maschmeyer um "vorsätzliche Täuschung" bei der Beratung über das Investment in einen Fonds. Er wartet seit rund zweieinhalb Jahren auf die Rückzahlung von mehreren Millionen Euro.

Zudem beklagt er gegenüber der Bank, dass der fragliche Fonds auf umstrittenen Dividenden-Stripping-Geschäften beruhe, die derzeit in mehreren Verfahren schon Gerichte beschäftigen. "Die Bank hat zugesichert, dass es sich um ein sicheres, seriöses und legales Geschäft handelt und verweigert seit Herbst 2011 die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags."

Acht bis zehn Prozent Rendite in Aussicht gestellt

Konkret geht es um den Sheridan Solutions Equity Arbitrage Fund. Dort hatte Maschmeyer 40 Millionen Euro investiert, bisher aber erst rund 26 Millionen zurückbezahlt bekommen. In einer eidesstattlichen Erklärung versicherte Maschmeyer, dass die Bank ihm eine Rendite von acht bis zehn Prozent in Aussicht gestellt habe. Im schlechtesten Fall müsse er einen Verlust von zwei Prozent hinnehmen.

Eric Sarasin, Vorstand der Bank Sarasin, hatte dem "Handelsblatt" dazu gesagt: "Ich stehe in dieser Frage in Kontakt mit Carsten Maschmeyer." Weitere Angaben wollte Sarasin zu dem Fall nicht machen.

Viele Deutsche haben von dem Finanzunternehmer kein gutes Bild. Sie kennen seinen Namen aus Fernseh-Dokumentationen mit Titeln wie "Der Drückerkönig und die Politik" oder "Abzocker Maschmeyer". Doch Maschmeyer will dieses Image los werden.

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