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Strenesse stellt Insolvenzantrag

Angeschlagener Modekonzern  

Strenesse meldet Insolvenz an

16.04.2014, 16:30 Uhr | Spiegel Online

Strenesse stellt Insolvenzantrag. Die Mode-Marke Strenesse steht finanziell unter Druck (Quelle: dpa)

Die Mode-Marke Strenesse steht finanziell unter Druck (Quelle: dpa)

Am Morgen gab es die Betriebsversammlung, am späten Vormittag wurde es dann amtlich: Der Modekonzern Strenesse hat beim Amtsgericht Nördlingen einen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte der zuständige Richter Volker Plaetschke "Spiegel Online". Das Unternehmen will die Sanierung allerdings in Eigenregie fortführen und hat deshalb die vorläufige Eigenverwaltung beantragt. Man werde den Antrag prüfen und schnellstmöglich entscheiden, sagte Plaetschke.

Das Aus kommt nicht überraschend: Bereits Ende Februar hatte Konzernchef Luca Strehle bei seinen Gläubigern darum kämpfen müssen, eine Mittelstandsanleihe in Höhe von zwölf Millionen Euro bis 2017 verlängern zu können. Schon damals war klar, dass mindestens weitere vier Millionen Euro Kapital fehlen, um das laufende Geschäft bestreiten zu können. Die sogenannten Ankergläubiger hatten der Verlängerung deshalb nur widerwillig zugestimmt. Strenesse-Chef Strehle hatte sich aber überzeugt gezeigt, weitere Investoren zu finden und den Sanierungsplan umsetzen zu können. Der sah unter anderem vor, rund 50 der 400 Stellen im Unternehmen abzubauen.

Der Insolvenzantrag besiegelt das langsame Sterben der einst glamourösen Modemarke aus der schwäbischen Kleinstadt. Mit der international anerkannten Designerin Gabriele Strehle schaffte es das Unternehmen einst auf die internationalen Laufstege. Das ist aber lange vorbei - eigentlich seit sich das Glamour-Paar Gerd und Gabriele Strehle einen bitteren Rosenkrieg lieferte. Die Designerin verließ das Unternehmen, nachdem Junior Luca die Führung übernommen hatte.

Umsätze eingebrochen

Der letzte Finanzbericht weist von Juni bis November einen Umsatzeinbruch von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus - und einen Verlust von 3,5 Millionen Euro. Gerade mal 33 Prozent seiner Inlandsumsätze macht das Unternehmen noch durch den Verkauf seiner Klamotten in klassischen Kaufhäusern, über Outlet-Stores werden mittlerweile 39 Prozent billig verramscht.

Zuvor hatte der Aufsichtsrat von Strenesse den Sanierungsexperten Michael Pluta in den Vorstand berufen. Pluta soll den Sanierungskurs unterstützen und damit den langfristigen Erfolg des Unternehmens sichern. "Wir wollen den begonnenen Weg der Restrukturierung weiter fortsetzen und das Unternehmen künftig so aufstellen, dass wir Wachstumschancen nutzen und dabei sehr kostendiszipliniert arbeiten", sagte Strenesse-Chef Luca Strehle einer Pressemitteilung zufolge.

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