Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Ukraine-Krise: Russland warnt ausländische Firmen vor Abzug


Ukraine-Krise  

Russland warnt ausländische Firmen vor Abzug

24.04.2014, 14:46 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Ukraine-Krise: Russland warnt ausländische Firmen vor Abzug. Beim Maschinenbau sind deutsche Firmen gefragte Lieferanten in Russland. Sie stellen fast ein Viertel der entsprechenden Importe (Quelle: dpa)

Beim Maschinenbau sind deutsche Firmen gefragte Lieferanten in Russland. Sie stellen fast ein Viertel der entsprechenden Importe (Quelle: dpa)

Russland hat ausländische Firmen davor gewarnt, ihre Beziehungen zum Kreml-Reich wegen der Ukraine-Krise aufzulösen. Denn die Tür sei dann zu.

"Es ist klar, dass sie in naher Zukunft nicht zurückkehren können, wenn sie Investitionsabkommen nicht einhalten", sagte Rohstoff-Minister Sergej Donskoj. "Wenn Verträge verletzt werden, Freunde, dann werdet ihr in Zukunft einen großen Teil vom Kuchen verlieren", sagte er in Richtung der Firmenlenker.

Nach ersten Einreiseverboten unter anderem für Wirtschaftsführer in westliche Länder haben vor allem die USA mit einer Ausweitung von Sanktionen gedroht, sollte Russland in der Ostukraine eingreifen. Dort halten pro-russische Separatisten Regierungsgebäude in zahlreichen Städten besetzt und fordern mehr Eigenständigkeit für die Region bis hin zu einem Anschluss an Russland. Der Westen wirft Russland vor, nichts für eine Entspannung der Lage zu tun.

Ifo-Index dreht überraschend ins Plus

Die deutsche Wirtschaft ist von der Zuspitzung an Europas Ostgrenze bisher unbeeindruckt. So schaffte es der Ifo-Geschäftsklima-Index im April ins Plus, obwohl Ökonomen das Gegenteil erwartet hatten.

Das hängt auch damit zusammen, dass Russland für viele deutsche Firmen zwar ein wichtiger Markt, vor allem aber ein Markt der Zukunft ist. Der wichtige Export etwa ist bisher in einem überschaubarem Maß von Russland abhängig.

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass Russland zwar ein wichtiger Handelspartner für Deutschland sei. Angesichts der weltweiten Verflechtungen halte sich die Abhängigkeit aber in Grenzen. Nur rund jede zehnte exportierende Firma in Deutschland führt nach Angaben des Amtes überhaupt Waren nach Russland aus.

Ukraine-Krise führt zu Exportstopp von Rüstungsgütern

Für drei von vier dieser Firmen machen die Ausfuhren nach Russland demnach höchstens ein Viertel ihrer gesamten Exporte aus. Kurzfristig dürfte die Ukraine-Krise der Wirtschaft also wenig schaden. Gleichzeitig gab es schon Rückschläge. So stoppte die Regierung im März bis auf Weiteres die Auslieferung eines 120 Millionen Euro teuren Gefechtsübungszentrums nach Russland.

AnzeigeTagesgeldvergleich
Konditionen vergleichen

Vergleichen Sie hier verschiedene Anbieter und finden so das beste Tagesgeld-Angebot für sich

Auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag antwortete die Regierung nun, dass Deutschland wegen der aktuellen Lage "grundsätzlich keine Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Russland erteilt". Konkret bedeutet das den Aufschub von 69 Geschäften im Wert von 5,2 Millionen Euro.

Die Sorgen der Wirtschaft gelten aber ohnehin der Zukunft. Sie fürchten vor allem scharfe Sanktionen und eine Dauerkrise, die den wichtigen Zukunftsmarkt Russland versperren könnte. BASF-Chef Kurt Bock sagte jüngst, wer Boykott-Maßnahmen gegen Russland beschließe, müsse die Kosten und den Nutzen eines solchen Beschlusses abwägen und die Frage stellen, wer am meisten leide. Man müsse auch wissen, "wie man von Sanktionen wieder herunterkommt".

Gabriel: Sanktionen gefährden Aufschwung nicht

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht in Sanktionen keine echte Gefahr für den deutschen Aufschwung. Diese würden kaum direkte Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und den Außenhandel haben, sehr wohl aber negative Folgen für das Investitionsklima in Europa, sagte der Vizekanzler jüngst. Auch wenn niemand Sanktionen wolle, Angst habe Deutschland davor nicht.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält dagegen Konjunkturrückschläge in Europa für möglich, sollten gegen Russland Wirtschaftssanktionen verhängt werden.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal