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Siemens steigt in Übernahmepoker um Alstom ein

Franzosen beziehen Stellung  

Siemens steigt in Übernahmepoker um Alstom ein

28.04.2014, 09:55 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

Siemens steigt in Übernahmepoker um Alstom ein. Die Logos von Alstom und GE an Gebäuden in einem Industriegebiet in Belfort (Quelle: dpa)

Die Logos von Alstom und GE an Gebäuden in einem Industriegebiet in Belfort (Quelle: dpa)

Der Industriekonzern Siemens ist in das Bieter-Rennen um Teile des Rivalen Alstom eingestiegen. Der Alstom-Führung wurde nach eigenen Angaben "Gesprächsbereitschaft über strategische Fragen zukünftiger Zusammenarbeit" signalisiert. Gerüchten zufolge will der Siemens-Rivale General Electric (GE) den französischen Hersteller von Energie- und Bahntechnik für 13 Milliarden Dollar (9,4 Milliarden Euro) zu großen Teilen schlucken - eine Kampfansage von GE an Siemens. Doch die Franzosen sind auf der Seite von Siemens.

Am Samstag hatte die Zeitung "Le Figaro" berichtet, die Regierung wünsche sich Siemens als "Weißen Ritter", der ein Gegengebot zu der GE-Offerte abgebe.

Siemens schlägt Tauschgeschäft vor

Nach Einschätzung des französischen Wirtschaftsministers Arnaud Montebourg macht es Sinn, um Siemens und Alstom weltweite Spitzenreiter bei Energie und Transport zu schaffen.

Informationen der Pariser Tageszeitung "Le Figaro" zufolge schlägt Siemens ein Tauschgeschäft vor: Demnach würde das deutsche Unternehmen Geschäfte im Schienenverkehr wie den Bau von ICE-Zügen und Lokomotiven an Alstom abgeben, wenn Siemens im Gegenzug das Energie-Geschäft der Franzosen kaufen könnte.

Zwei Europa-Spitzenreiter sollen geschaffen werden

"Es geht darum, in den Branchen Energie und Transport zwei europäische und weltweite Spitzenreiter zu schaffen - den einen rund um Siemens, den anderen rund um Alstom", kommentierte der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg. Der Staat sei auch zu eigenen Investitionen bereit, wenn diese dem Erhalt des Industriestandorts Frankreich dienten. Alstom baut unter anderem den Hochgeschwindigkeitszug TGV.

Ein Siemens-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Er verwies auf die offizielle Stellungnahme zur Gesprächsbereitschaft vom Sonntag. Dort heißt es: "Siemens bittet um Verständnis, dass das Unternehmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Ausführungen in diesem Zusammenhang machen wird."

Der Mischkonzern GE habe sich bereits die Unterstützung des französischen Mischkonzerns Bouygues gesichert, der 29 Prozent an Alstom hält, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg zuletzt unter Berufung auf Insider.

Verhandlungen gehen weiter

Nach dem Siemens-Vorschlag zeichnete sich am Sonntag allerdings ab, dass die Verhandlungen weitergehen. Wirtschaftsminister Montebourg sagte ein Gespräch mit GE-Chef Jeff Immelt ab und forderte die Alstom-Führung auf, alle Vorschläge gründlich und ohne Zeitdruck zu prüfen.

Die französische Regierung sieht eine mögliche Übernahme des heimischen Industriekonzerns durch GE äußerst kritisch. Alstom stehe für die industrielle Stärke Frankreichs und französischen Erfindergeist, hatte Montebourg bereits am Freitag kommentiert. Es bestehe die Gefahr, dass man ein Zentrum wirtschaftlicher Entscheidungen verliere.

Die Amerikaner, vor allem in den USA stark, liegen in manchen Bereichen vor Siemens und verdienen gemessen am Umsatz deutlich mehr Geld. In Europa, vor allem in Deutschland hat Siemens die Nase vorn - und bietet GE auf dem US-Markt Paroli, etwa mit milliardenschweren Windkraftaufträgen oder bei Zügen.

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