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Übernahme-Poker: Siemens-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für Alstom-Kauf

Übernahmeangebot  

Siemens-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für Alstom-Kauf

29.04.2014, 16:03 Uhr | dpa-AFX, AFP, rtr

Übernahme-Poker: Siemens-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für Alstom-Kauf. Siemens und GE kämpfen um TGV-Hersteller Alstom (Quelle: dpa)

Siemens und GE kämpfen um TGV-Hersteller Alstom (Quelle: dpa)

Der Siemens-Aufsichtsrat hat am Nachmittag den Weg freigemacht für einen Teil-Kauf von Alstom. Ein Übernahme-Angebot werde eingereicht. Der Übernahmekampf um den französischen Technologie-Konzern entwickelt sich derweil zu einem Polit-Krimi. Nachdem sich Staatspräsident François Hollande einschaltete, ist auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in die Diskussion um die Zukunft des Herstellers des ICE-Konkurrenten TGV eingestiegen.

Der Aufsichtsrat von Siemens hat grünes Licht für eine mögliche Übernahme von Teilen des französischen Konkurrenten Alstom gegeben. Ein konkretes Angebot sei aber noch nicht beschlossen worden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zunächst sollten noch die Alstom-Bücher geprüft werden.

Gibt Siemens sein ICE-Geschäft an den französischen Rivalen?

Siemens hatte am Wochenende bereits sein Interesse bekundet und angeboten, den Energiebereich für zehn bis elf Milliarden Euro zu kaufen und im Gegenzug den Bahnbereich mit ICE in Frankreich bei Alstom anzusiedeln. Dadurch sollen zwei weltweit führende Unternehmen im Bereich Energie sowie Transport entstehen.

Auch der Siemens-Konkurrent General Electric (GE) hat Interesse an Teilen von Alstom angemeldet. Hollande und GE-Chef Jeff Immelt hatten ebenfalls telefoniert, es habe aber keine Neuigkeiten gegeben. GE ließ lediglich mitteilen, die Gespräche seien "offen, freundlich und produktiv" gewesen. GE verstehe und schätze Hollandes Sichtweise und sei bereit, zusammenzuarbeiten.

Frankreich über Alstom-Alleingang verärgert

Die sozialistische Regierung in Paris hatte sich verärgert gezeigt, dass Alstom hinter ihrem Rücken mit GE den Verkauf der Energiesparte schon beinahe abgeschlossen hatte. Laut der französischen Zeitung "Le Monde" wird Alstom seine eigentlich für Dienstagabend anvisierte Entscheidung über den Verkauf der Energiesparte wahrscheinlich noch verschieben.

Auch Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel stehe weiter in ständigem Kontakt zur französischen Regierung und Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg.

Große industriepolitische Chancen

Gabriel habe auch mit Siemens-Chef Joe Kaeser gesprochen, hieß es weiter. Die Bundesregierung hatte zuvor erklärt, eine solche Übernahme sei zuerst eine unternehmerische Entscheidung, böte aber große industriepolitische Chancen für Deutschland und Frankreich.

Die Regierung in Paris hat nun auch die Finanzmarktaufsicht AMF eingeschaltet. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das laufende Verkaufsverfahren "offen, transparent und nicht diskriminierend" ist. Die sozialistische Regierung hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass Alstom keine überstürzte Verkaufsentscheidung treffen solle.

Alstom ist für den französischen Staat von nationalem, strategischem Interesse. Das Unternehmen stellt neben Kraftwerken auch den Hochgeschwindigkeitszug TGV her.

ABB beobachtet die Alstom-Situation

Der Schweizer Elektrokonzern ABB könnte ebenfalls noch Ansprüche anmelden. "Im Moment beobachten wir die Alstom-Situation", erklärte Konzernchef Ulrich Spiesshofer am Dienstag bei einer Telefonkonferenz zum Quartalsabschluss. Zur Frage, ob ABB ein Gebot für Alstom abgegeben habe, wollte sich der Deutsche nicht äußern.

Analysten grundsätzlich positiv für einen Deal gestimmt

Siemens-Aktien drehten am Dienstag nach oben. Die Unsicherheit hinsichtlich eines möglichen Zukaufs könnte dann andauern, schrieb Analyst Andreas Willi von JPMorgan. Der Anfang Mai anstehende Strategietag sowie die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal - ursprünglich als mögliche positive Kurstreiber gesehen - könnten dann in den Hintergrund rücken. DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic bezeichnete ein potenzielles Angebot für Alstom aber als strategisch sinnvoll und wohl auch finanzierbar.

Die Analysten der US-Bank JPMorgan haben Siemens mit Blick auf die Konsolidierungs-Bestrebungen in der europäischen Industrielandschaft auf "Overweight" mit einem Kursziel von 102 Euro belassen.

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