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Prokon-Insolvenz: Anleger müssen mit mindestens 40 Prozent Verlust rechnen

Prokon-Insolvenz  

Anleger müssen mit mindestens 40 Prozent Verlust rechnen

02.05.2014, 11:44 Uhr | dpa-AFX, dpa

Prokon-Insolvenz: Anleger müssen mit mindestens 40 Prozent Verlust rechnen. Prokon-Anleger werden wohl Geld zurückerhalten, aber Verluste von bis zu 70 Prozent erleiden (Quelle: dpa)

Prokon-Gläubigerversammlung: Anleger bangen um ihr Geld (Quelle: dpa)

Nach der Insolvenz des Windenergie-Unternehmens Prokon können die Anleger mit Rückzahlungen rechnen - allerdings nur in Höhe von 30 bis 60 Prozent ihres eingesetzten Kapitals. Damit liegen die Verluste bei 40 bis 70 Prozent. Genauer lasse sich die Höhe der Insolvenzquote wegen der schwierigen Bewertbarkeit vieler Vermögensgegenstände nicht vorhersagen, teilte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin in Hamburg mit.

Rund 74.000 Anleger haben 1,4 Milliarden Euro in Prokon-Genussrechte investiert. Die Anleger sollen sich nach den Worten Penzlins bis Mitte Juli gedulden, um ihre Ansprüche anzumelden. Dann würden individuelle Formulare versandt. Die Inhaber der Genussrechte werden ebenso behandelt wie andere Gläubiger. Die Nachrangigkeit der Forderungen in den Genussrechtsbedingungen wurde vom Amtsgericht aufgehoben.

Der Insolvenzverwalter hatte angekündigt, die Windparks des Unternehmens weiterzuführen. Prokon ist laut Beschluss des Amtsgerichts Itzehoe überschuldet und zahlungsunfähig. Anleger fordern 368 Millionen Euro zurück, in der Prokon-Kasse sind aber nur 19 Millionen Euro. Auch das gesamte Vermögen des Unternehmens würde nicht reichen, um das Kapital der Anleger zurückzuzahlen.

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150 Jobs fallen weg

Bei Prokon werden außerdem rund 150 von 450 Arbeitsplätzen gestrichen, wie Penzlin weiter mitteilte. Rund 80 Arbeitnehmer würden das Unternehmen wegen auslaufender Verträge oder eigener Kündigung verlassen, für 70 weitere werde eine Transfergesellschaft vorbereitet. Die Fortführung der Kernbereiche von Prokon sei gesichert. Das gelte für den Betrieb und die Projektierung von Windparks sowie auch weitestgehend für den Stromhandel.

Das Amtsgericht Itzehoe hatte am Donnerstag das Insolvenzverfahren über die Prokon Regenerative Energien GmbH eröffnet, weil das Unternehmen überschuldet und zahlungsunfähig ist. Nach vorläufigen Prüfungen des Insolvenzverwalters hat Prokon im vergangenen Jahr 478 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet.

Riskante Genussrechte

Prokon war 1995 von Carsten Rodbertus gegründet worden, um mit Windenergie Ökostrom zu produzieren. Den Anlegern versprach er gleichzeitig Renditen von bis zu acht Prozent. Zuletzt konnte Prokon jedoch die Zinsverpflichtungen nicht mehr erfüllen und keine Genussrechte von Anlegern mehr zurücknehmen, weil die Liquidität im Unternehmen nicht mehr ausreichte. Verbraucherschützer hatten schon lange vor der Anlage in Genussrechten gewarnt.

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