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Joe Kaeser baut Siemens radikal um - Tausende Jobs in Gefahr

Neue Struktur  

Siemens-Chef baut den Konzern radikal um

07.05.2014, 15:42 Uhr | dpa-AFX, AFP

Joe Kaeser baut Siemens radikal um - Tausende Jobs in Gefahr. Siemens-Chef Joe Kaeser will den Konzern fit für den Wettbewerb machen (Quelle: dpa)

Siemens-Chef Joe Kaeser will den Konzern fit für den Wettbewerb machen (Quelle: dpa)

Siemens-Chef Joe Kaeser krempelt die Struktur von Deutschlands größtem Elektrokonzern um und plant den umfangreichsten Konzernumbau seit Jahren. Das Energiegeschäft, der umsatzstärkste Bereich, wird künftig von den USA aus geführt, und zwar von der US-Managerin Lisa Davis, wie Siemens mitteilte. Von Rolls-Royce kauft Siemens das Gasturbinen- und Kompressorengeschäft, die Hörgerätesparte soll an die Börse. Die Siemens-Aktie legt daraufhin deutlich zu.

Die am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen fielen indes nicht berauschend aus. Zwischen Januar und März konnte der Elektrokonzern den Gewinn und das operative Ergebnis zwar deutlich steigern, bekam aber Gegenwind durch Währungseinflüsse und erneute Projektbelastungen. "Das zweite Quartal hat gezeigt, dass wir in der Verbesserung der operativen Performance noch viel zu tun haben", erklärte Kaeser. "Dennoch sind wir auf Kurs, um unsere Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen."

Der operative Gewinn blieb mit 1,6 Milliarden Euro hinter den Erwartungen der Analysten zurück, da Siemens wegen des verzögerten Baus einer Starkstromleitung in Kanada 310 Millionen Euro Sonderlasten verbuchte.

Tiefgreifende Neuordnung

Am Vorabend hatte der Siemens-Aufsichtsrat den Weg für eine tiefgreifende Neuordnung freigemacht. Die von Kaesers Vorgänger Peter Löscher eingeführte Sektoren-Einteilung wird aufgelöst und die Zahl der Divisionen von 16 auf neun reduziert. Damit sollen die Verwaltung verschlankt und die Kosten bis zum Herbst 2016 um eine Milliarde Euro gedrückt werden.

Stellenabbau derzeit noch unklar

Wie viele Stellen dem Umbau zum Opfer fallen, teilte Siemens nicht mit. Über weitere Details werde das Unternehmen nach Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern informieren, erklärte Kaeser lediglich. Nach Einschätzung der IG Metall dürften Tausende Jobs des Elektrokonzerns betroffen sein. Siemens hatte erst im Zuge seines Sparprogramms "Siemens 2014" rund 15.000 Stellen gestrichen.

Zu der Neuordnung gehört auch die Verselbstständigung der Medizintechnik und ein Börsengang für die Hörgeräte-Sparte, die Siemens vor Jahren erfolglos verkaufen wollte. Auch im Vorstand geht der Umbau weiter: So ersetzt die Shell-Managerin Lisa Davis den bisher für den Energiesektor zuständigen Vorstand Michael Süß.

Eigenes Angebot für Alstom

Neue Informationen zum Übernahmepoker zwischen Siemens und dem US-Rivalen General Electric (GE) um den französischen Konkurrenten Alstom gab es zunächst nicht. Beide Kontrahenten sind an den Franzosen interessiert. Der deutsche Elektrokonzern hatte ein eigenes Angebot für die Franzosen unter der Bedingung angekündigt, dass er vier Wochen lang Einblick in die Alstom-Bücher erhält.

Zuletzt hatte GE die Nase vorn, nachdem der Alstom-Aufsichtsrat den Aktionären eine bindende Offerte der Amerikaner empfahl. Entschieden ist das Rennen damit aber noch nicht. Für das abgelaufene Geschäftsjahr weist Alstom einen Gewinneinbruch um 28 Prozent auf 556 Millionen Euro aus.

Frankreichs Präsident François Hollande hatte das Angebot von GE als "bislang unzureichend" und daher nicht akzeptabel zurückgewiesen. Das Angebot des US-Unternehmens müsse auch mit Blick auf die Beschäftigung nachgebessert werden, forderte der Präsident in einem Interview.

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