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EZB bereitet Negativzins vor: Maßnahmen gegen niedrige Inflation

Niedrige Inflation  

EZB bereitet Negativzins vor

14.05.2014, 13:30 Uhr | rtr, AFP, dpa-AFX

EZB bereitet Negativzins vor: Maßnahmen gegen niedrige Inflation. Die neue EZB-Zentrale in Frankfurt: Maßnahmenpaket gegen niedrige Inflation (Quelle: dpa)

Die neue EZB-Zentrale in Frankfurt: Maßnahmenpaket gegen niedrige Inflation (Quelle: dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt den Kampf gegen die zu niedrige Inflation auf und bringt dazu auch erneut Negativzinsen ins Gespräch. "Wir bereiten eine Reihe von Dingen vor", sagte Chefvolkswirt Peter Praet laut einer Vorabmeldung der Wochenzeitung "Die Zeit". "Negative Einlagenzinsen sind ein möglicher Teil einer Kombination von Maßnahmen", sagte Praet. Banken müssten dann Strafgebühren bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der Notenbank deponieren wollen.

Die Inflationsrate lag im April bei 0,7 Prozent, während die EZB eine Rate von knapp zwei Prozent anstrebt. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am vergangenen Donnerstag angesichts der schwachen Preisentwicklung eine weitere geldpolitische Lockerung im Juni in Aussicht gestellt. Der Leitzins liegt derzeit auf dem historischen Rekordtief von 0,25 Prozent.

Da die EZB den Leitzins normalerweise in Viertel-Prozent-Schritten verändert, würde die nächste Zinssenkung dazu führen, dass der Leitzins dann bei 0 Prozent liegt. Danach bleibt als weiterer Schritt nur noch der Minus-Zins.

Harte Zeiten für Sparer

Befürchtungen, die Banken könnten die Gebühren an ihre Kunden weitergeben und Kredite damit teurer machen, teilt Praet nicht. "Bei den Größenordnungen, über die wir reden, erwarte ich nicht, dass es dazu kommt", sagte er.

Dass die niedrigen Zinsen eine Belastung für die Sparer seien, die derzeit nur niedrige Sparzinsen von ihren Banken bekommen, räumte Praet ein. Dennoch seien die Niedrigzinsen nötig. "Ich habe sehr viel Verständnis für die Nöte der Sparer, mein Geld liegt auch auf der Bank", sagte er. Die Krise müsse aber überwunden werden, davon profitierten auch die Sparer, weil dann die Zinsen in Zukunft auch wieder stiegen. Vorerst kämen aber noch niedrigere Guthabenzinsen auf die Bankkunden zu.

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Dänemark hatte bereits Negativzinsen

Praet verwies darüberhinaus auf Dänemark, wo negative Einlagezinsen die Aufwertung der dänischen Krone gedämpft haben. "Im Kontext der sehr niedrigen Inflationsrate im Euroraum ist eine Aufwertung auch für die Eurozone ein Problem, weil ein stärkerer Euro die Einfuhren verbilligen und die Inflationsrate noch weiter nach unten drücken würde." Anleihekäufe nach dem Vorbild der US-Notenbank stünden hingegen noch nicht auf der Agenda. "Ich denke, dazu würde es erst kommen, wenn sich die Konjunktur und die Inflation in der Eurozone deutlich schlechter entwickeln als von uns erwartet."

Praet ist in der EZB als Direktoriumsmitglied für die Vorbereitung der Zinsentscheidungen zuständig. Er sieht gute Chancen, eine weitere Lockerung im EZB-Rat durchzusetzen. "Wir hatten in unserer Sitzung vergangene Woche eine sehr gute Diskussion, sowohl was die Einschätzung der Lage anbetrifft als auch die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen." Laut einem Pressebericht vom Vortag befürwortet auch die Bundesbank eine weitere geldpolitische Lockerung.

Leitzinssenkung würde Unternehmen wohl nur wenig helfen

Die Effekte für die Wirtschaft könnten aber geringer sein als erhofft. Die EZB könne die schwache Kreditnachfrage deutscher Unternehmen auch mit einer weiteren Zinssenkung nicht ankurbeln, glaubt etwa die Commerzbank. "Ob der Zinssatz der EZB jetzt noch einmal gesenkt wird, ist irrelevant für die deutsche Konjunktur", sagte Commerzbank-Vorstandsmitglied Markus Beumer. Nach einer Umfrage der Bank unter mehr als 4000 mittelständischen Unternehmern begründen nur 17 Prozent davon ihre Investitionszurückhaltung mit Problemen bei der Finanzierung. "Für dieses Thema kriegen wir von der EZB keinen Schub", sagte Beumer. Die Commerzbank ist der mit Abstand größte Kreditgeber für den deutschen Mittelstand.

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