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Nach nächster Krise: Ryanair-Chef kündigt US-Flüge für 10 Euro an


Nach der nächsten Krise  

Ryanair-Chef kündigt US-Flüge für zehn Euro an

18.05.2014, 16:23 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Nach nächster Krise: Ryanair-Chef kündigt US-Flüge für 10 Euro an. Ryanair-Chef Michael O'Leary gibt sich gerne als schriller Vogel (Quelle: imago/Eastnews)

Ryanair-Chef Michael O'Leary gibt sich gerne als schriller Vogel (Quelle: imago/Eastnews)

Michael O'Leary, Chef des Billigfliegers Ryanair und Experte in Selbstdarstellung, trägt einmal mehr einen zunächst abenteuerlichen Vorschlag in die Welt. Für gerade mal zehn Euro will er Flüge von Europa in die USA anbieten. Dazu müsse er aber erst auf die nächste Luftfahrtkrise warten.

Die erwartete Flaute soll dem irischen Konzern zum Einstieg ins Langstreckengeschäft verhelfen, wie O'Leary in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte. Dies könne frühestens in fünf Jahren gelingen. Derzeit seien die erforderlichen Langstreckenmaschinen nicht erhältlich und noch zu teuer. Erst nach dem nächsten Einbruch in der Branche "sinken die Preise wieder", sagte der Manager.

Ryanair-Chef: Nur eine von drei Golf-Airlines kann überleben

Er verwies auf gigantische Flugzeugbestellungen von Airlines aus den Emiraten. Damit lehren der Air-Berlin-Partner Etihad sowie dessen Rivalen Emirates und Qatar Airways derzeit angestammten Fluglinien wie Lufthansa und Air France-KLM das Fürchten. Hier sieht O'Leary auch den Ausgang der von ihm vorausgesagten Branchenprobleme. "Drei Golfgesellschaften, die genau das gleiche Geschäftsmodell verfolgen, nämlich Passagiere über den Golf zu leiten - das kann nicht gutgehen", erläuterte er. "Eine wird überleben, die anderen werden scheitern."

O'Leary zufolge hat der Konzern bereits detaillierte Geschäftspläne für USA-Flüge in der Schublade. "Schon für zehn Euro wird es Tickets geben", sagte er. In diesem Zusammenhang bekannte sich der Firmengründer zum Airport Frankfurt-Hahn im Hunsrück. "Die lange Startbahn ist ideal für große Flugzeuge", meinte O'Leary. und betonte, die Ankündigung sei ernst gemeint.

Koffer, Essen und Film sollen extra kosten

Zum Kampfpreis von zehn Euro "kommen natürlich Gebühren für Koffer, für das Essen an Bord, für den Videofilm", fügte O'Leary hinzu und betonte, die Ankündigung sei ernst gemeint. Zugleich räumte er in dem Interview allerdings ein, dass frühere Vorschläge von ihm - etwa zu einem möglichen Kauf der Lufthansa, zu Stehplätzen in den Fliegern und Toilettengebühren - PR-Gags gewesen seien. Damals habe Ryanair als kleine Fluggesellschaft nicht viel Geld für Werbung gehabt. "Da müssen Sie viel Aufmerksamkeit erregen."

Dies habe Ryanair nun allerdings nicht mehr nötig. "Wir haben unsere Kommunikationsstrategie verändert", sagte O'Leary, der durch derbe Sprüche gegen Kunden und Rivalen bekanntgeworden ist. Erneut gestand er ein, dass das Unternehmen "vielleicht früher zu barsch" mit den Kunden umgegangen sei. Seit einigen Monaten bemüht sich Ryanair um einen Imagewandel und stockt dazu seine Marketingausgaben drastisch auf.

Die Billig-Fluglinie, die am Montag in Dublin ihre Jahreszahlen vorlegt, soll zudem künftig attraktiver für Geschäftsreisende werden. "Ihr Anteil soll in den nächsten zwei bis drei Jahren von 23 auf bis zu 35 Prozent steigen", sagte O'Leary der Zeitung.

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