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Druck auf Airbus: Großkunde Emirates verlangt besseren A380

Druck erhöht  

Großkunde verlangt besseren Airbus A380

02.06.2014, 11:45 Uhr | Von Rüdiger Kiani-Kreß, WirtschaftsWoche

Druck auf Airbus: Großkunde Emirates verlangt besseren A380. Startender Airbus A380: Emirates möchte Verbesserungen (Quelle: imago/ EQ Images)

Startender Airbus A380: Emirates möchte Verbesserungen (Quelle: imago/ EQ Images)

Großkunde Emirates erhöht den Druck: Airbus soll sein Flaggschiff A380 billiger machen - durch sparsamere Triebwerke und eine bessere Inneneinrichtung.

Beim Superjumbo von Airbus gibt es ein neues Problem. Das Unternehmen ordnete verstärkte Überprüfungen der Tragflächen des A380 an, weil bei Testflugzeugen eine überraschend frühe Altersschwäche des Materials entdeckt wurde. Die Überprüfungen müssen nun alle sechs statt alle zwölf Jahre durchgeführt werden.

A380 soll effizienter werden

Wenn es um die Zukunft seines größten Flugzeugs A380 geht, entscheidet Airbus-Chef Fabrice Bregier nicht allein. Eine der wichtigsten Stimmen sitzt rund sechs Flugstunden von der Airbus-Zentrale im südfranzösischen Toulouse entfernt im Wüstenemirat Dubai: Tim Clark, Chef der weltgrößten Langstreckenfluglinie Emirates und größter Abnehmer des Riesenflugzeugs mit derzeit 140 der bislang gut 300 Bestellungen.

Und Clark hat gerade den Druck auf Bregier erhöht, sein Flaggschiff zu erneuern. "Das würde die Maschine deutlich effizienter machen", erklärte Clark auf dem Jahrestreffen des Weltluftfahrtverbandes Iata im Gas-Emirat Katar. Dabei hat der Manager indirekt auch gleich vorgegeben, wann er die ersten Auslieferungen des neuen A380 erwartet: im Jahr 2020, wenn Emirates die letzten 25 Exemplare ihrer bislang letzten Bestellung erwartet.

Zurück zu den Betriebskosten

Clark hatte auch gleich ein paar Vorschläge, wie der neue A380 aussehen könnte: Mit neuen Triebwerke sowie einer neuen Inneneinrichtung, die auf dem vorhandenen Platz mehr Sitze unterbringt und damit die Kosten senkt. "Das könnte pro Passagier bis zu 15 Prozent bringen", so Clark.

Und - hilfreich, wie Clark nunmal ist - hat er auch gleich den passenden Lieferanten für ein neues Triebwerk parat. "Ich denke, Rolls Royce wäre bereit", erklärte Clark. Weniger Bereitschaft sieht er bei den Wettbewerbern General Electric sowie Pratt & Whitney, zu deren wichtigsten Zulieferern auch die deutsche MTU zählt.

Kostenrelationen zugunsten anderer Flieger verschoben

Das könnte dem Airbus-Flaggschiff nur gut tun. Als Airbus die Riesenmaschine um die Jahrtausendwende ins Programm nahm, hatte sie die günstigste Relation in puncto Kosten pro befördertem Passagier. Doch inzwischen wankt die Rolle, weil neue Jets wie der A350 von Airbus oder die neue Boeing 787 niedrigere Betriebskosten haben. Dazu ist das Risiko geringer, weil neue Flieger zu nachfrageschwachen Zeiten im Winter nicht durch Sonderangebote füllen müssen.

Wobei Clark am Ende ein paar Abstriche machte. So würde er wohl darauf verzichten, den vorhandenen Platz an Bord zu sehr mit mehr Sitzen vollzustellen.

Airbus wirbt derzeit bei den Fluglinien damit, in eine Sitzreihe der Economy Class statt bislang zehn künftig elf Sitze zu packen. Das würde die Kapazität von heute 500 bis 550 Plätzen auf bis zu gut 580 Sitze erweitern, aber gleichzeitig den Sitzkomfort einschränken. "Das ist etwas zu unbequem für unseren Geschmack", so Clark.

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