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Untergangsszenarien: Schlechte Zeiten für Schwarzseher

Untergangsszenarien  

Schlechte Zeiten für Schwarzseher

03.06.2014, 13:27 Uhr | Von Jörg Hackhausen, Handelsblatt

Untergangsszenarien: Schlechte Zeiten für Schwarzseher. Unterganspropheten: Die nächste Krise kommt bestimmt  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unterganspropheten: Die nächste Krise kommt bestimmt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aktiencrash, Euro-Ende, Hyperinflation - die vergangenen Jahre haben einen Boom an Untergangsszenarien hervorgebracht. Doch die Erfolgsquote ist bescheiden. Ein echter Crashprophet lässt sich davon aber nicht beirren.

Als Untergangsprophet lässt es sich prima leben. Man hat immer Recht. Die nächste Krise kommt bestimmt. Irgendwann. Unangenehm wird es nur dann, wenn sich die Vorhersagen allzu weit und für alle offensichtlich von der Realität entfernen. Wenn man etwa den Börsencrash vorhersagt, die Aktienkurse anschließend aber auf Rekordhoch steigen, hat man ein Problem. So wie gerade jetzt.

Die vergangenen Jahre haben einen wahren Boom an Untergangsszenarien hervorgebracht. Von alledem hat sich - bis jetzt - nichts bewahrheitet.

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Die Börse bricht ein

Die spektakulärsten Vorhersagen im Einzelnen: An den Aktienmärkten droht ein schwerer Crash - und zwar innerhalb der kommenden zwölf Monate. Das hat Marc Faber in einem Interview im April gesagt. Aber das Datum ist gar nicht so wichtig. Denn genauso könnte man eine Aussage aus dem vergangenen Jahr oder dem vorletzten Jahr oder irgendeinem Jahr zitieren. Faber, auch bekannt als Dr. Doom, ist der ungekrönte König der Untergangspropheten. Seine Fangemeinde liebt die apokalyptischen Prognosen, die Faber über seinen Newsletter (Boom, Gloom & Doom Report) verbreitet. In seiner Laufbahn hat der Investor schon unzählige Krisen vorhergesagt. Böse Zungen behaupten, er habe fünf der letzten drei Börsencrashs prophezeit.

Der letzte große Einbruch nach der Lehman-Pleite liegt fünf Jahre zurück. Im Herbst 2011 gab es nochmals eine Delle. Aber im Grunde geht es an den Börsen seit Jahren fast nur aufwärts. Der DAX hat sich seit der Finanzkrise beinahe verdreifacht - fast bis auf 10.000 Punkte (allerdings inklusive der Dividenden). Die US-Börsen notieren ebenfalls auf Höchstständen. Für mutige Anleger war also einiges zu holen. Wer den Warnungen von Faber und anderen in den vergangenen Jahren gefolgt ist, dürfte dagegen einiges verpasst haben. Klar: Mit jedem Punkt, den die Börsen weiter zulegen, wird die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur größer. Inzwischen sind die Aktienmärkte zumindest nicht mehr günstig bewertet. Irgendwann wird Faber dann auch wieder Recht haben.

Der Euro wird auseinanderbrechen

"Europa ist Ground Zero", erklärte der prominente US-Ökonom Kenneth Rogoff auf dem Höhepunkt der Euro-Krise. Und sein Kollege Nouriel Roubini ergänzte: "Europa ist wie ein Auto, das auf eine Mauer zurast." Eine Vielzahl von Skeptikern war sich sicher, dass die Währungsunion auseinanderbrechen würde.

Tatsächlich hätte wohl nicht viel gefehlt. Hochverschuldete Staaten wie Griechenland, Portugal und Irland bekamen keinen Kredit mehr am Kapitalmarkt. Spanien und Italien drohte dasselbe Schicksal. Früher hätten sich die Länder über eine Abwertung der eigenen Währung sanieren können - mit dem Euro ging das nicht. Der Einzige, der das Gebilde zusammenhielt, war Mario Draghi. Der Chef der EZB überzeugte die Finanzmärkte, dass die Zentralbank im Notfall mit unendlich viel Geld aushelfen würde. Als Draghi im Sommer 2012 erklärte, er werde alles tun, um den Euro zu erhalten, glaubten ihm die Investoren - und kehrten zurück nach Europa. Das war sogar so erfolgreich, dass der Euro in der Folge immer stärker zulegen konnte. Inzwischen ist das Problem eher, dass der Euro im Vergleich zum Dollar zu stark geworden ist.

Rogoff, der an der Harvard-Universität in Cambridge lehrt, ist zwischendurch selbst in Erklärungsnot geraten. Seine Studien hatten der Rechtfertigung einer rigorosen Sparpolitik in Europa gedient. Nur leider kam heraus: Rogoff hatte sich beim den Zusammenhang von Wachstum und Schulden verrechnet. Ein Student deckte den Fehler auf.

Teil 2: Hyperinflation und Goldstandard
Teil 3: USA und China vor Zusammenbruch
Teil 4: Fazit: Die finale Krise steht noch bevor

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