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Hypo Real Estate: Chefin Manuela Better schmeißt hin


Streit mit Bundesregierung  

HRE-Chefin Better schmeißt hin

04.06.2014, 13:18 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Hypo Real Estate: Chefin Manuela Better schmeißt hin. HRE-Chefin Manuela Better verlässt die verstaatlichte Bank (Quelle: Reuters)

HRE-Chefin Manuela Better verlässt die verstaatlichte Bank (Quelle: Reuters)

Die Chefin der verstaatlichten Pleitebank Hypo Real Estate (HRE), Manuela Better, hat wegen eines Streits mit der Bundesregierung ihr Amt mit sofortiger Wirkung aufgegeben. Better, die auch Chefin der HRE-Kernbank Deutsche Pfandbriefbank (pbb) ist, habe die Aufsichtsräte beider Gesellschaften gebeten, sie mit Wirkung zum Ablauf des heutigen Tages von ihren Pflichten als Vorstand zu entbinden, hieß es in einer Mitteilung des Instituts vom späten Dienstagabend. Die Aufsichtsräte hätten dieser Bitte mit Bedauern entsprochen.

Die Bundesregierung hatte sich unlängst entschlossen, die irische HRE-Tochter Depfa nicht, wie ursprünglich angepeilt, zu verkaufen, sondern abzuwickeln. Das Bundesfinanzministerium hatte die Entscheidung im Mai damit begründet, dass eine Abwicklung für den Steuerzahler das bessere Ergebnis verspreche. "Nach der Entscheidung der FMSA gegen den ausverhandelten Verkauf der Depfa und für die von mir nicht präferierte Abwicklung der Depfa unter der FMS Wertmanagement habe ich keine Basis mehr für die Ausübung meiner Mandate gesehen", wurde Better nun in der Mitteilung zitiert.

Die FMSA ist die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung. Sie betreibt den bekannten SoFFin, den Finanzmarktstabilisierungsfonds.

Einem "Spiegel"-Bericht zufolge hatte Better seinerzeit in einem Brief an den Bankenrettungsfonds SoFFin vor einer Destabilisierung der Depfa gewarnt. Die Aufsichtsbehörden in den USA und Irland seien wegen der Depfa-Abwicklung beunruhigt. Auch werde der Verlust in diesem Jahr höher ausfallen als erwartet. Die Mitarbeiter empfänden zudem die Abwicklung als feindliche Übernahme durch die staatliche Bad Bank FMS Wertmanagement (FMSW). Diese müsse nun schnell die Verantwortung bei der Depfa übernehmen.

pbb zuletzt auf gutem Weg

Am Montag hatte Better noch die Zahlen der pbb zum ersten Quartal vorgestellt. Demnach hatte das Vorsteuerergebnis im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 38 Millionen Euro zugelegt. Neben einem gestiegenen Zinsüberschuss hatte sie auch von einem niedrigeren Verwaltungsaufwand profitiert. "Das Ergebnis des ersten Quartals belegt, dass die pbb auf dem prognostizierten Weg für die angestrebte Reprivatisierung ist", hatte Better gesagt.

Auch bei der Jahresprognose sieht sich die Bank im Plan. Angepeilt ist ein Vorsteuergewinn von mindestens 140 Millionen Euro. Das wäre zwar etwas weniger als im Vorjahr (165 Millionen Euro), doch hatte 2013 ein Immobilienverkauf das Ergebnis in die Höhe getrieben. Die HRE wickelt nach der Rettung durch den Staat und größeren Umbauten ihre Geschäfte inzwischen unter dem Dach der pbb ab. Der Bund muss die HRE bis 2015 wieder verkaufen.

Das Neugeschäft der pbb hatte im ersten Quartal mit 1,6 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau gelegen. Die Bank verwies auf ein intensiveres Wettbewerbsumfeld. Sie verdient ihr Geld unter anderem mit der Finanzierung großer Immobilienprojekte, bietet inzwischen aber auch Tages- und Festgeldkonten für Privatanleger an.

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