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EZB macht Hoffnung auf Ende der Euro-Krise

Vorsichtige Entwarnung  

EZB nicht mehr im Notfallmodus

10.06.2014, 19:16 Uhr | dpa, t-online.de

EZB macht Hoffnung auf Ende der Euro-Krise. EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré: Schwache Erholung in der Euro-Krise (Quelle: Reuters)

EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré: Schwache Erholung in der Euro-Krise (Quelle: Reuters)

Die Europäische Zentralbank hat vorsichtig Hoffnung auf ein Ende der Euro-Krise gemacht. "Wir sind nicht mehr im Notfallmodus", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré am Dienstag bei einem Symposium in Frankfurt. "Die Erholung ist da, aber sie ist noch schwach." Noch sei die Krise nicht ganz vorüber.

Die EZB hatte am Donnerstag ihren Krisenkurs nochmals verschärft und den Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Außerdem müssen Banken erstmals 0,1 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, anstatt es als Kredite zu vergeben. Zugleich wollen die Währungshüter mit neuen Milliardenspritzen für das Bankensystem die Kreditvergabe vor allem in den südlichen Euroländern ankurbeln.

Coeuré verteidigte das beispiellose Notpaket gegen anhaltende Kritik vor allem aus Deutschland. Die EZB bewege sich "klar innerhalb ihres Mandates", betonte der Franzose. Zudem habe der Notenbankrat, dem auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann angehört, einstimmig entschieden.

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Zu wenig Inflation

Hauptaufgabe der EZB ist es, für stabile Preise zu sorgen. Dazu wird eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent angestrebt. In den vergangenen Monaten lag die Teuerung im Euroraum deutlich darunter. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und können so die Wirtschaft ankurbeln. Das stärkt in der Regel auch den Preisauftrieb. Ökonomen und Politiker aus Deutschland werfen der EZB jedoch vor, Wirtschaftspolitik zugunsten der Krisenländer und zulasten der deutschen Sparer zu machen.

Weiterer Schritt in der Pipeline

Coeuré bekräftigte nun die Bereitschaft der EZB, gegebenenfalls auch den Markt für Kreditpakete (ABS) zu unterstützen: "Wir bereiten uns auf diese Entscheidung vor." ABS steht für Asset Backed Security, also Forderungsbesichertes Wertpapier. Wenn die EZB solche Papiere kauft, hofft sie, damit die Kreditvergabe der Banken an kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) anzukurbeln. Gerade diese Unternehmen haben oft einen schlechten Zugang zum Kapitalmarkt.

Zwar handelt es sich dabei im Grunde um die gleichen Papiere, die in den USA einst die Finanzkrise ausgelöst haben - auch wenn sie nun nicht auf Immobilien-, sondern auf Firmenkrediten basieren. Die EZB glaubt aber, aus den damaligen Fehlern gelernt zu haben und diese Produkte robuster und transparenter gestalten zu können, sodass sie ihre Wirkung entfalten, ohne "toxisch" zu sein, wie es lange Zeit umgangssprachlich immer wieder geheißen hatte.

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