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Taxi-Proteste bringen Fahrdienst-App Uber neue Kunden

Fahrdienst Uber  

Taxi-Proteste bringen neue Kunden für App

12.06.2014, 13:19 Uhr | dpa-AFX

Taxi-Proteste bringen Fahrdienst-App Uber neue Kunden. Taxifahrer-Proteste: Billig-Konkurrenz profitiert offenbar (Quelle: Reuters)

Taxifahrer-Proteste: Billig-Konkurrenz profitiert offenbar (Quelle: Reuters)

Zehntausende Taxifahrer protestierten am Mittwoch gegen Billig-Konkurrenz aus dem Internet. Doch die Fahrdienst-Apps profitierten offenbar von der erhöhten Aufmerksamkeit. So hat der Fahrdienst Uber nach eigenen Angaben quer durch Europa etwa sechs- bis achtmal mehr neue Kunden als an gewöhnlichen Tagen gewonnen, in Barcelona seien es sogar elfmal mehr gewesen. "Wir arbeiten rund um die Uhr", sagte Europa-Chef Pierre-Dimitri Gore-Coty dem Wirtschaftssender Bloomberg TV.

Die Taxifahrer hatten in mehreren europäischen Metropolen mit Streiks und Protestfahrten gegen den Vormarsch von Uber, WunderCar und anderer App-Dienste demonstriert. Sie sehen einen unfairen Wettbewerb, weil die Konkurrenz aus dem Internet die strikten Regeln und zum Teil hohen Lizenzkosten für das Taxi-Gewerbe umgehe.

Kritik von Taxi-Unternehmen

Die Dienste betreiben keine eigenen Wagen, sondern treten nur als Vermittler zwischen Fahrern und Fahrgästen auf. Zudem seien deren Fahrer oft nicht richtig ausgebildet, für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmäßigen Gesundheitskontrollen und der Zustand der Fahrzeuge würde nicht kontrolliert.

Uber wies die Vorwürfe zurück. Man biete eine zusätzliche Möglichkeit zur Fortbewegung an, sagte Patrick Studener, der für die Expansion des Dienstes in Europa zuständig ist. Auch die Uber-Fahrer müssten verschiedene Überprüfungen durchlaufen, bevor sie für die App zugelassen werden. Führerschein, Versicherung und polizeiliches Führungszeugnis würden geprüft.

Chauffeur-Dienst wirbt um Londoner Taxifahrer

Das Unternehmen vermittelt in Berlin, München und Frankfurt am Main auch Chauffeure mit schwarzen Mietwagen. Uber öffnete zum Start der Proteste seine Plattform überraschend auch für offizielle Londoner Taxifahrer. Diese Option "UberTaxi" solle auch auf andere Städte ausgeweitet werden, sagte Gore-Coty.

Knackpunkt Genehmigung

Taxi- und Mietwagenunternehmer brauchen in Deutschland eine Genehmigung der kommunalen Behörden. Für sie gelten dann aber unterschiedliche Regeln. Taxis zum Beispiel müssen zu festgesetzten Tarifen arbeiten und dürfen Aufträge nicht ohne weiteres ablehnen. Dafür dürfen Chauffeure mit ihren Mietwagen nicht auf der Straße nach Kunden suchen. Sobald Privatleute gegen Geld Fahrten anbieten und dabei mehr bekommen als den Ausgleich der eigenen Kosten, brauchen auch sie nach Einschätzung von Juristen und Behörden eine Genehmigung.

Taxifahrer kritisieren auch, dass zum Beispiel die Behörden in Berlin nicht gegen die neuen Anbieter vorgehen. In Hamburg wurde WunderCar - ein Dienst, über den man mit Privatleuten für ein "Trinkgeld" mitfahren kann - von der Wirtschaftsbehörde gestoppt. Gründer und Geschäftsführer Gunnar Froh sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" aber, das Angebot solle am Donnerstag auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Europäische Regelung?

Die EU-Kommissarin für digitale Medien, Neelie Kroes, setzte sich am Mittwoch dafür ein, den neuen Anbietern eine Chance zu geben. Beide Seiten in dem Konflikt sollten sich an einen Tisch setzen.

Spanien verlangt unterdessen eine EU-Regelung für die neuen Fahr-Vermittlungsdienste. Die spanische Verkehrsministerin Ana Pastor forderte die EU-Kommission auf, sich mit den neuen Internetanbietern zu befassen, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln. Wie aus dem Madrider Verkehrsministerium verlautete, plädierte die Ministerin dafür, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten EU-Ministertreffens zu setzen.

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