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Hauptstadtflughafen BER wird niemals schwarze Zahlen schreiben


Hauptstadtflughafen  

BER wird Kosten niemals wieder reinholen

12.06.2014, 13:15 Uhr | dpa

Hauptstadtflughafen BER wird niemals schwarze Zahlen schreiben. Flughafen Berlin-Brandenburg: hohe Kosten nicht mehr hereinholbar  (Quelle: dpa)

Flughafen Berlin-Brandenburg: hohe Kosten nicht mehr hereinholbar (Quelle: dpa)

Der Pannenflughafen in Berlin ist weiterhin noch nicht eröffnet, nun schockt ein Gutachten mit neuen Nachrichten: Der Hauptstadtflughafen mit dem Kürzel BER wird Jahr für Jahr satte Millionen-Verluste einfahren und die Kosten niemals wieder hereinholen. Die bisherige Investitionssumme in Höhe von 4,7 Milliarden Euro sei aus dem Geschäftsbetrieb heraus nicht mehr hereinholbar, es sei denn, die Erlöse würden unrealistisch erhöht, erklärte Gutachter Friedrich Thießen.

In der Prognose sei der von Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn geforderte Nachschlag von 1,1 Milliarden Euro noch nicht eingerechnet. Die Flughafengesellschaft wies das Gutachten als "unseriös und realitätsfern" zurück.

Die Studie wurde von den Grünen-Fraktionen aus dem Bundestag dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Brandenburger Landtag vorgelegt und von einem Chemnitzer Finanzwissenschaftler im Auftrag der Partei erstellt.

Jährliche Verluste von mindestens 150 Millionen Euro

In einem Beispiel konkretisierte Thießen den jährlichen Verlust auf rund 150 Millionen Euro, wenn es bei den 4,7 Milliarden Euro bliebe und die Einnahmen durch Flughafengebühren und Erlöse durch die Terminal-Shops um 50 Prozent erhöht würden. Die Liquidität des Flughafens wäre gerade noch gegeben. Konkret bedeute das: Der Flughafen habe Geld auf der Bank, verbrauche aber sein Vermögen, das mit Mitteln der Steuerzahler aufgebaut worden sei, erklärte der Experte.

Aus dem Finanz-Dilemma komme der Flughafen auch nicht heraus, wenn er auf weiteres Wachstum setze, meinte Thießen. Überlegenswert sei allenfalls, den alten Schönefelder Terminal als Abfertigungsort für den Low-Cost-Verkehr zu entwickeln.

Koordinator sieht "positive Perspektive"

Brandenburgs Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider teilte mit, selbst dieses Gutachten zeige, dass der BER eine positive Perspektive habe. Ein Flughafensprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Herr Thießen hat in der Vergangenheit bereits den Flughafen-Regionen Frankfurt und München ihre wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit abgesprochen - nichts anderes war auch jetzt in seiner Studie zum BER zu erwarten."

Korruptionsvorwürfe erhärten sich

Unterdessen erhärten sich einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge der Verdacht weiterer Korruptionsfälle um das Projekt BER. Berater in der Firma des früheren Technik-Chefs Jochen Großmann hätten zugleich für Büros gearbeitet, die Zuschläge für lukrative Aufträge erhielten, schrieb das Blatt unter Berufung auf interne Protokolle.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen Großmann wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Er soll von einem Planungsanbieter für eine Auftragsvergabe Geld verlangt haben.

Die Flughafengesellschaft kommentierte den neuen Verdacht nicht und verwies auf die von BER-Chef Mehdorn gebildete Arbeitsgruppe aus Juristen und externen Korruptions-Bekämpfern: "Die eigens eingesetzte Taskforce nimmt sämtliche Vergaben unter die Lupe, an denen der unter Korruptionsverdacht stehende Technikchef beteiligt war." Einen Zwischenbericht hierzu soll es Ende Juni geben. Großmanns Büro hatte angekündigt, die Anschuldigungen entkräften zu wollen.

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