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Gewalt-Eskalation im Irak treibt Öl- und Spritpreis in die Höhe

Krise im Irak  

Gewalt-Eskalation treibt Ölpreis in die Höhe - Sprit bald teurer

12.06.2014, 15:16 Uhr | rtr, t-online.de, mmr

Gewalt-Eskalation im Irak treibt Öl- und Spritpreis in die Höhe. Der Anstieg des Ölpreises könnte sich bald auch an der Zapfsäule niederschlagen (Quelle: dpa)

Der Anstieg des Ölpreises könnte sich bald auch an der Zapfsäule niederschlagen (Quelle: dpa)

Der Vormarsch islamistischer Kämpfer im Irak hat den Ölpreis am Donnerstag kräftig steigen lassen. Rohstoff-Experten befürchten bereits, dass das Land als Lieferant ausfallen könnte, so dass mit weiteren kräftigen Aufschlägen zu rechnen sei. Die Vorkommnisse im Orient dürften sich bald auch hierzulande bei den Spritpreisen auswirken.

Die für Europa richtungweisende Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um gut zwei Prozent und kostete zeitweise mit über 112 Dollar je Barrel (159 Liter) so viel wie zuletzt Anfang März. Der Terminkontrakt auf das US-Öl WTI stieg sogar auf ein Neun-Monats-Hoch von über 106 Dollar.

"Ausfälle kaum zu kompensieren"

"Es herrscht Furcht, dass die Kämpfe die irakischen Öl-Exporte bedrohen", sagte Rohstoff-Händler Christopher Bellew vom Brokerhaus Jefferies Bache. Sollte das Land als Lieferant ausfallen, müsse mit weiteren kräftigen Preisaufschlägen gerechnet werden. Ähnlich äußerten sich die Experten der Commerzbank. "Derart große Angebotsausfälle könnten kaum kompensiert werden."

Genährt wurden die Spekulationen auf eine Störung des Erdöl-Nachschubs von der Flucht der irakischen Armee aus der Öl-Stadt Krikuk im Norden des Landes. Die wichtigsten Verlade-Anlagen befinden sich allerdings im Süden rund um Basra. Dort werden täglich rund 2,6 Millionen Barrel Rohöl umgeschlagen.

Die Lage in diesem Gebiet sei "sehr, sehr sicher", betonte der irakische Ölminister Abdul Karim Luaibi. Außerdem sei die größte Raffinerie des Landes, Baidschi, weiterhin unter Kontrolle der Regierung.

Türkei sorgt für zusätzliche Nervosität

Für zusätzliche Nervosität unter Investoren sorgten die Überlegungen des Nachbarlandes Türkei, militärisch einzugreifen. In den vergangenen Tagen wurden von der extremistischen Organisation Islamischer Staat im Irak und in der Levante 80 Türken verschleppt, allein 49 bei einem Angriff auf das türkische Konsulat in Mossul.

Isil-Kämpfer bringen im Norden des Landes immer mehr Gebiete unter ihre Kontrolle. Sie kämpfen auch gegen die Regierung im benachbarten Syrien und wollen die eroberten Gebiete über die Grenze hinweg zu einem islamischen Staat verschmelzen.

Benzin und Heizöl werden teurer

Die Preisaufschläge an den Rohölmärkten werden bald auch die Verbraucher in Deutschland zu spüren bekommen. Erfahrungsgemäß wirken sich Änderungen am Spotmarkt mit wenigen Tagen Verzögerung auch an den Tankstellen und beim Heizöl aus. Ein zurzeit schwächelnder Euro verstärkt den Preisauftrieb noch. Nachdem der Tankmonat Mai bereits ein Acht-Monats-Hoch markierte, könnten bald sogar neue Spritpreis-Rekorde möglich werden.


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