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Anreize zu mehr Konsum: Magnetstreifen auf dem Geldschein

Anreize zu mehr Konsum  

Teil 2: Magnetstreifen auf Euro-Scheinen

12.06.2014, 18:01 Uhr | Von Bastian Benrath, Handelsblatt

Anreize zu mehr Konsum: Magnetstreifen auf dem Geldschein. Gedankenspiele zum Euro: Banknoten könnten je nach Registrierungsnummern für ungültig erklärt werden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gedankenspiele zum Euro: Banknoten könnten je nach Registrierungsnummern für ungültig erklärt werden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch andere Ökonomen haben sich Lösungen ausgedacht, um das selbstentwertende Bargeld technisch möglich zu machen. LSE-Professor Buiter und Kimball von der Universität Michigan wollen etwa Bargeld langfristig ganz abschaffen. Will ein Kunde seine Rechnung in bar begleichen, soll er einen höheren Preis zahlen müssen.

Andere Vorschläge sehen vor, in jeden Geldschein einen Magnetstreifen einzubauen, der stets den aktuellen, entwerteten Wert wiedergibt. Auch ablaufende Geldscheine wären möglich: Einen Monat nach Ausgabe würde der Schein dann komplett ungültig.

Flucht in Sachwerte wäre programmiert

In den Augen von Ansgar Belke, Professor für Makroökonomie an der Universität Duisburg-Essen, sind die Vorschläge "für ganze Volkswirtschaften kaum realistisch." Denn wer würde eine Währung haben wollen, die sich selbst entwertet? "Man müsste die Leute mit Polizeigewalt zwingen, das Geld zu benutzen", sagt er. Man könne Menschen auf diese Weise nicht dazu nötigen, ihr Geld auszugeben.

Anleger würden stattdessen einfach in Festwerte wie Gold, Rohstoffe oder Ackerland flüchten. Oder in andere Währungen: "Hätte ich zu entscheiden, so würde ich mich wahrscheinlich für ein werthaltiges Warengeld entscheiden, nicht für so ein Schwundgeld", sagt Belke. Den positiven Zins abzuschaffen - und damit den zentralen Marktmechanismus - setze das Wachstum aufs Spiel.

Euro auf dem Weg zum "Schwundgeld"

Allerdings hält auch er ein solches Szenario für nicht weit entfernt. Angesichts der Tatsache, dass im Euro-Raum schon seit einiger Zeit selbst die niedrige Inflation sämtliche Zinsgewinne auffresse, "ist der Euro bereits deswegen auf dem Weg zum Schwundgeld".

Negative Leitzinsen sind unter Ökonomen also bestenfalls umstritten. Kämen sie, müssten wir vielleicht das Geldausgeben neu bedenken. Es bleibt abzuwarten, wann Mario Draghi der Meinung ist, "am Ende" zu sein.

Teil 1: Euro-Scheine könnten per Lotterie entwertet werden

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