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Geschasster BER-Planer war kein Ingenieur: Schweigen bei BER


Hochstapler-Verdacht  

"Stern": Geschasster BER-Planer war kein Ingenieur

24.06.2014, 14:44 Uhr | dpa, t-online.de

Geschasster BER-Planer war kein Ingenieur: Schweigen bei BER. Baustelle Flughafen: In Berlin gibt es vor allem Probleme mit dem Feuerschutz (Quelle: dpa)

Baustelle Flughafen: In Berlin gibt es vor allem Probleme mit dem Feuerschutz (Quelle: dpa)

Die Berliner Flughafengesellschaft ist bei der Planung ihrer defekten Entrauchungs-Anlage womöglich einem Hochstapler aufgesessen. Wie das Magazin "Stern" berichtet, ist der im Frühjahr von Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn geschasste Alfredo di Mauro, ehemaliger Planer der sogenannten Anlage 14, gar kein richtiger Ingenieur. Davon waren die Verantwortlichen in Berlin aber bisher ausgegangen.

Vielmehr bestätigte di Mauros Anwalt dem "Stern" nach mehrmaligen Nachfragen, dass sein Mandant lediglich über einen Gesellenbrief als Technischer Zeichner verfüge.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte Anfang Mai erklären lassen, dass die Zusammenarbeit mit dem 52-Jährigen beendet sei. "Er hat die Anlage 14 in ihrer vorliegenden, nicht funktionsfähigen Form geplant", ließ Mehdorn damals erklären. Bereits im Frühjahr 2012 galt die Entrauchungs-Anlage als Hauptursache für den damals geplatzten Eröffnungstermin des Flughafens.

Schweigen bei BER

Der "Stern" wollte von der Flughafengesellschaft wissen, ob sich di Mauro dort als Ingenieur vorgestellt und wie er dies gegebenenfalls belegt habe. Die Fragen blieben bis zum Redaktionsschluss am Montagabend unbeantwortet.

Gegen di Mauro waren bereits im Jahr 2002 in seiner Heimatstadt Offenbach Vorwürfe öffentlich geworden. Damals kündigten ihm die Gründer eines dortigen Ärztezentrums den Vertrag.

Di Mauro bestreitet Vorwürfe

Angeblich wegen einer Fehlplanung di Mauros hatte sich in der Tiefgarage des Sieben-Millionen-Projektes ein regelrechter See gebildet. "Er hat sich bei uns als Architekt vorgestellt", sagte die Ärztin Ileana Mitrenca dem "Stern". Di Mauro bestritt den Vorwurf der Fehlplanung. Er habe sich dort nicht als Architekt vorgestellt.

Di Mauro weist auch die jetzt neuen Vorwürfe zurück. Er behauptete gegenüber dem "Stern", er verfüge über einen Ingenieursabschluss. Der Vorwurf der Hochstapelei sei "völlig absurd".

Mehrere Aufträge vom Flughafen erhalten

Nach seinen Worten arbeitete er seit 2006 für das Flughafenprojekt, dies zunächst als freier Mitarbeiter für eine Ingenieursfirma, die dann 2010 in die Insolvenz ging. Für sie habe er die Entrauchungs-Anlage für den sogenannten Main Pier des Airports geplant. Dieser 715 Meter lange Komplex ist zugleich das Hauptgebäude des Flughafens.

Anschließend seien zwei von ihm selbst geführte Firmen, die als "Ingenieursbüros" firmierten, für das Airport-Projekt tätig gewesen. Zuletzt habe er 2012 und 2013 Aufträge des Flughafens erhalten.

Di Mauro hat in den vergangenen Jahren nach den im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftszahlen seiner Firma "Technik Consult GmbH Ingenieurbüro" deutlich steigende Einkünfte erzielt. Der Bilanzgewinn der Firma stieg von 23.799 Euro im Jahr 2008 auf 641.834 Euro im Jahr 2012.

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