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Großangriff auf die Post: Konkurrenten der Post planen eigene Paketbox


Großangriff auf die Post  

Konkurrenten der Post planen eigene Paketbox

30.06.2014, 09:35 Uhr | dpa-AFX

Großangriff auf die Post: Konkurrenten der Post planen eigene Paketbox. Konkurrenten planen Alternative zur DHL (Quelle: dpa)

Eine Frau entnimmt ein Paket aus einem Paketkasten (Quelle: dpa)

Die vier größten Post-Mitbewerber wollen einem Medienbericht zufolge noch in diesem Jahr eine Alternative zum kürzlich eingeführten Paketkasten des Marktführers anbieten. GLS, DPD, Hermes und UPS wollen Ende 2014 mit einem eigenen System starten, wie die Zeitung "Welt" berichtete. Alle Paketdienste, die in Deutschland Sendungen ausfahren, sollen demnach Zugang dazu bekommen. Anfang dieser Woche solle eine Gruppe aus den Unternehmen einen Projektplan ausarbeiten und beschließen. Die Deutsche Post hatte es abgelehnt, ihre Paketkästen für Konkurrenten zu öffnen.

Seit Anfang Mai vermarktet der Bonner Konzern bundesweit die Paketkästen, die sich vor allem für Eigenheime mit Vorgarten eignen. Sie sind eine weitere Zustelloption, um die wachsende Paketflut durch den boomenden Onlinehandel zu bewältigen. Postvorstand Jürgen Gerdes hatte sie als "größte Revolution seit dem Briefkasten" bezeichnet, eine Mitnutzung durch Wettbewerber aber strikt ausgeschlossen.

Briefporto könnte steigen

Derweil könnte das Briefporto auch 2015 wieder steigen - nach Einschätzung der Deutschen Post allerdings nur in geringem Umfang. "Im Herbst werden wir prüfen, ob wir beim Briefporto eine Preisanpassung vornehmen müssen", sagte Postvorstand Jürgen Gerdes der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" . Die Post dürfe das Porto um etwas weniger als die Inflationsrate erhöhen, müsse dies aber vorher bei der Bundesnetzagentur beantragen. "Da die Inflation bekanntlich niedrig ist, wäre eine Preisanpassung sicher auch nicht gerade hoch", meinte Gerdes.

Die Post hatte Anfang 2014 die Preise für Standardbriefe bis 20 Gramm um zwei Cent auf 60 Cent erhöht. Ein Jahr zuvor hatten die Bonner das Porto zum ersten Mal seit zehn Jahren um drei Cent angehoben. Anders als die Konkurrenten muss sich der Ex-Monopolist im Briefbereich wegen seiner Marktmacht Preisaufschläge genehmigen lassen. Die Deutsche Post steht in der Sparte unter Druck, weil sie jedes Jahr weniger Briefe befördert: Die klassische Briefzustellung wird immer stärker durch E-Mail und Internet verdrängt.

Umsatzsteigerung im Fokus

Für den elektronischen "E-Post-Brief" rechnet Gerdes bereits ab 2015 mit einem ausgeglichenen Ergebnis. "Wir werden nächstes Jahr Break-Even machen, also eine schwarze Null schreiben", sagte er der Zeitung. In diesem Jahr sollen mehr als 200 Millionen Euro Umsatz mit dem neuen Angebot erzielt werden.

Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel zog 25 Jahre nach dem Start der Privatisierung der einstigen Bundespost eine positive Bilanz. 1989 habe die Post "als hochdefizitärer Sanierungsfall ohne große Zukunft" gegolten, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". "In jeder Arbeitsstunde entstanden Verluste in Höhe von einer Million D-Mark." Heute stehe die Post besser da, als alle damals zu hoffen gewagt hätten. Am 1. Juli 1989 trat das Poststrukturgesetz in Kraft, das den Beginn des Umbaus der Bundespost zur heutigen Deutschen Post AG markierte.

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