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Max Otte: Crash- und Cashprofessor

Für t-online.de von DER AKTIONÄR

Fonds  

Max Otte: Crash- und Cashprofessor

07.07.2014, 16:23 Uhr

Max Otte: Crash- und Cashprofessor. Max Otte kann nicht nur Crashprophet (Quelle: imago/Müller-Stauffenberg)

Max Otte kann nicht nur Crashprophet (Quelle: imago/Müller-Stauffenberg)

Max Otte ist mit einem Bestseller berühmt und reich geworden. Aber der 49-Jährige kann mehr als vor Krisen warnen. Er ist ein ausgezeichneter Fondsmanager.

Die Straßenbahn bremst quietschend. Der Fahrer hupt und gestikuliert wild, die Frau in dem roten Corsa solle sich gefälligst mit dem Einparken beeilen. Ein Brauereifahrzeug beliefert eine Kneipe, hinter ihm staut sich der Verkehr. Unzählige Studenten bevölkern den Bürgersteig auf ihrem Weg in die Uni. Max Otte kriegt von all dem nichts mit, obwohl sein Büro nur knapp fünf Minuten Fußweg von der Kölner Uni und vom Studentenviertel mit all seinen Kneipen, Fressbuden und Copyshops entfernt liegt.

Ein Zustand, über den er froh ist, denn nach Menschenmengen ist ihm derzeit überhaupt nicht zumute. Otte, der Querdenker unter den Finanzprofis, ist noch nachdenklicher als sonst. "Der Tod von Frank Schirrmacher hat mir sehr zugesetzt", sagt Otte. "So plötzlich aus dem Leben gerissen zu werden ist furchtbar. Und dann in so einem jungen Alter." Otte hatte Schirrmacher, den langjährigen Herausgeber der "FAZ", wenige Wochen vor dessen Tod in seinem Büro in Frankfurt besucht. Die beiden verstanden sich auf Anhieb. Schirrmacher wollte, dass Otte einen Gastbeitrag für die "FAZ" schreibt. Thema: Finanzkapitalismus und Überwachungsgesellschaft. Der Artikel erschien am 14. Mai. Schirrmacher war 54 Jahre, als er an einem Herzinfarkt starb.

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Ottes Vater Max, Berufsschullehrer und CDU-Kommunalpolitiker, war 55, als ihn das gleiche Schicksal ereilte, sein Sohn war damals 18. Der Tod des Vaters traf Otte bis ins Mark. "Er war ein integrer Mann mit klaren Wertvorstellungen. Er und meine Mutter legten großen Wert auf Bildung, Toleranz, Liberalität, auf Geradlinigkeit und Rückgrat." Wenige Jahre nach seinem Tod änderte Otte seinen Vornamen: von Matthias in Max – wie der Vater.

ZZ Top und Gemüsebeet

Otte wird in fünf Jahren 55. Er weiß, dass er erblich vorbelastet ist, und will das Schicksal nicht herausfordern. "Ich trete schon jetzt auf die Bremse", erklärt er. Mittlerweile macht er nur die Interviews, die er wirklich gerne macht, und nimmt nicht mehr jede Talkshow-Einladung an. Von Kunden, die mit seiner Performance nicht zufrieden sind, lässt sich Otte nicht stressen. Im schlimmsten Fall müsse man sich halt trennen, sagt er.

Ottes Entschluss steht fest: In fünf Jahren will er sich aus dem anstrengenden Finanzgeschäft zurückziehen. Dann will er in seinem Haus in der Eifel sitzen, Philosophie- und Geschichtsbücher lesen, Gemüse ernten, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, mehr für seine Kinder da sein. Und natürlich mit seiner ZZ-Top-Status-Quo-Coverband die Bühnen von Sportheimen und Kneipen rocken. Dort spielt Otte E-Gitarre, trägt Langhaarperücke und Lederklamotten. Früher waren sie oft unterwegs, er und seine Bandkollegen. Bis Otte 2006 ein Buch schreibt, das zum Bestseller wird.

"Der Crash kommt" macht Otte zum Star, zum Weissager, zu dem Mann, der uns vor der blutigen Finanzkrise gewarnt hat. Dem Buch hat er es zu verdanken, dass endlich Konstanz in sein Leben einkehrt. Es ist der erste Erfolg nach etlichen Rückschlägen und Neuanfängen. Otte weiß lange nicht, was er will. Nach dem BWL-Studium in Köln bewirbt er sich als Investmentbanker, bekommt aber eine Absage nach der anderen. Bei Salomon Brothers könnte er unterkommen. Otte überlegt es sich anders und lehnt das Angebot ab. Stattdessen macht er eine akademische Karriere und wird Professor für Allgemeine und Internationale Betriebswirtschaftslehre. Geschäftlichen Erfolg bringt ihm das nicht ein. Ottes erste Firma, ein Internetportal für Anleger, geht 2002 – nicht lange nach der Gründung – pleite. Die Prozesse, die folgen, gehen an seine Existenz. Am Ende muss er sogar seine Gitarrensammlung verkaufen.

Angst um Europa

Der Erfolg seines Buchs hat Otte zum Millionär gemacht. Arbeiten müsste er nicht mehr. Aber es macht ihm Spaß, obwohl ihm die Entwicklungen an den Finanzmärkten manchmal extrem an die Nieren gehen. "Im Moment ist ja alles in Butter", sagt er. "Wir erleben eine wunderbare Hausse und haben wirklich keinen Grund, uns zu beklagen. Aber das kann sich ganz schnell ändern." Als großes Risiko für die Märkte betrachtet Otte die Situation in der Ukraine. "Wenn es da zum Krieg kommt, würde das die Konjunktur und die Börsen in Europa stark belasten. Man darf nie vergessen: Die Ukraine ist ein Teil Europas und nicht weit weg von Deutschland."

Eine Korrektur im DAX wäre seiner Meinung nach eine gute Einstiegschance. "Mittelfristig sehe ich den Index bei 12.000 Punkten – einfach aus dem Grund, weil es keine Alternativen zu Aktien gibt. Anleihen und Immobilien sind zu teuer, ganz im Gegensatz zu Dividendentiteln." In seinen Fonds setzt Otte derzeit stark auf Goldminen-Aktien, "weil sie einfach zu günstig bewertet sind". Außerdem hat er in die russische Sberbank investiert, "ein tolles Unternehmen mit einer starken Bilanz, bei der die westlichen Konkurrenten grün werden vor Neid".

Auch Microsoft und IBM hat er im Portfolio, ebenso DeNa aus Japan, einen Hersteller von Mobile-Gaming-Plattformen. Dass Otte nicht nur ein Gespür für Finanzkrisen und Crashs hat, sondern auch für unterbewertete Top-Aktien, beweist die Performance der Fonds. Der PI Global Value Fund hat seit der Auflage vor sechs Jahren 112 Prozent zugelegt, während der MSCI World nur auf ein Plus von 70 Prozent kommt. Der Max Otte Vermögensbildungsfonds liegt seit der Auflage vor einem Jahr bereits mit 26 Prozent im Plus.

So geht Value

Ottes Investmentstil ist ohne Frage mutig, aber keineswegs Harakiri. Manchmal scheitert eine Spekulation, wie bei Praktiker, wo Otte Totalverlust erlitt. Meistens liegt Otte mit seinen Investments aber richtig. "Der Aktionär" glaubt daran, dass der Crashprofessor auch in Zukunft den Markt sehr gut timen kann. Beide Fonds eignen sich bestens als Depotbeimischung für jeden Anleger.

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