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Angriff auf Marlboro: Camel-Hersteller Reynolds will Lorrilard schlucken


Angriff auf Marlboro  

Camel-Hersteller Reynolds will Lorrilard schlucken

11.07.2014, 16:27 Uhr | rtr

Angriff auf Marlboro: Camel-Hersteller Reynolds will Lorrilard schlucken. Der Camel-Hersteller Reynolds und Lorillard verhandeln über Tabak-Fusion (Quelle: imago/teutopress)

Der Camel-Hersteller Reynolds und Lorillard verhandeln über Tabak-Fusion (Quelle: imago/teutopress)

In der Tabak-Branche bahnt sich eine Mega-Fusion an. Die Nummer zwei in den USA, der Camel- und Pall-Mall-Hersteller Reynolds, prüft den Kauf der Nummer drei, Lorillard. Die beiden Firmen seien in Verhandlungen, der Ausgang sei aber noch offen, teilte Reynolds mit. Lorillard ist an der Börse 23 Milliarden Dollar wert. Die Firma produziert die in den USA führende e-Zigarette blu. Eine Fusion würde die Konkurrenz für US-Marktführer Altria mit seinem Flaggschiff Marlboro deutlich erhöhen. Altria hat in den USA einen Marktanteil von rund 50 Prozent, Reynolds von 27 und Lorillard von 15 Prozent. Der US-Zigaretten-Markt ist immer noch der weltgrößte und profitabelste. Aber er schrumpft weil immer mehr Menschen dort das Rauchen aufgeben.

Reynolds reagierte mit der Erklärung auf den britischen Gauloises- und Davidoff-Hersteller Imperial Tobacco, der zuvor mitgeteilt hatte, zur Stärkung seiner US-Position über Zukäufe zu verhandeln. Dabei könnte es um Marken wie Kool oder Salem gehen, die Reynolds und Lorillard losschlagen könnten, um von den Wettbewerbshütern grünes Licht für ihre Fusion zu bekommen. Einem Insider zufolge könnte Imperial bis zu sieben Milliarden Dollar für Zukäufe ausgeben.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im Mai berichtet, Reynolds und Lorillard seien seit Monaten in Fusionsgesprächen. Bestätigt wurden sie aber erst jetzt. Zu Lorillard gehören neben blu auch die in den USA führende Menthol-Zigarette Newport und die in Europa eherunbekannte Marke Kent.

Umsatz der Branche schrumpft in vielen Märkten

Reynolds könnte der Analystin Bonnie Herzog von Wells Fargo zufolge einen Aufschlag von etwa 20 Prozent auf den Börsenkurs zahlen, was auf einen Preis von rund 27 Milliarden Dollar hinauslaufen würde. Reynolds gehört zu 42 Prozent der britischen Tabak-Größe British American Tobacco, der bereits ankündigte, einen Kauf von Lorillard durch Reynolds zu unterstützen.

Viele große Tabak-Konzerne stehen unter Druck, weil Behörden verstärkt gegen die Nikotinsucht vorgehen und Verbraucher gesundheitsbewusster werden. Zudem machen Zigarettenschmuggel und die allgemeine Wirtschaftslage den Unternehmen zu schaffen. Altrias US-Tochter Philip Morris hatte schon vor längerem erklärt, E-Zigaretten als wichtigsten Wachstumstreiber zu sehen. Sie ähneln klassischen Glimmstängeln, es wird aber nichts verbrannt. Meist werden nikotinhaltige Flüssigkeiten verdampft. Experten zufolge entstehen aber auch dabei bedenkliche Substanzen, die Passivraucher über die Atemluft aufnehmen können.

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