Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Devisen >

Starker Euro: EZB-Präsident Mario Draghi unter Abwertungsdruck

Starker Euro  

EZB-Präsident Draghi unter Abwertungsdruck

14.07.2014, 10:18 Uhr | AP, t-online.de

Starker Euro: EZB-Präsident Mario Draghi unter Abwertungsdruck. EZB-Präsident Mario Draghi sieht sich Forderungen nach einer Abwertung des Euro gegenüber (Quelle: imago/oed)

EZB-Präsident Mario Draghi sieht sich Forderungen nach einer Abwertung des Euro gegenüber (Quelle: imago/oed)

Der Euro schwankt derzeit nur wenig unter seinem Jahreshöchststand von 1,40 Dollar im Mai. Viele Unternehmen kämpfen, weil ihre Produkte dadurch außerhalb des Euroraums teurer werden. Das betrifft den deutschen Autobauer ebenso wie den griechischen Joghurt-Produzenten. Airbus-Chef Fabrice Bregier forderte deshalb unlängst, den Euro gezielt abzuwerten - auf etwa 1,20 bis 1,25 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) gerät also immer deutlicher unter Druck. Denn die schwächeren Wirtschaftsräume in der Union sollen ja auch wieder auf Kurs gebracht werden, und das gelingt mit einem zu starken Euro nun einmal deutlich schwerer. EZB-Präsident Mario Draghi wird sich nun heute Abend vor dem Europäischen Parlament in Straßburg fragen lassen müssen, wie er den Wert des Euros drücken will.

In vielen EU-Ländern wächst die Wirtschaft schließlich nur langsam und schafft ebenso langsam neue Arbeitsplätze. Politiker hoffen, mit einer schwächeren Gemeinschaftswährung die Probleme lösen zu können.

Der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg erklärte vorige Woche, die EZB solle mehr tun, um den Euro zu schwächen und so das Wachstum anzukurbeln. Das würde nach Einschätzung des Ministers auch helfen, die besonders unter jungen Leuten hohe Arbeitslosigkeit zu senken. Die EZB hält von solchen Einmischungen nicht viel. Schließlich sollen die Investoren keinerlei Zweifel daran haben, dass die Zentralbank ihre Entscheidungen unabhängig von politischem Druck trifft.

AnzeigeTagesgeldvergleich
Konditionen vergleichen

Vergleichen Sie hier verschiedene Anbieter und finden so das beste Tagesgeld-Angebot für sich

Möglichkeiten der EZB

Die EZB könnte erneut die Zinsen senken oder über den Kauf von Staatsanleihen Geld in die Märkte pumpen, wie es die amerikanische Zentralbank oder die Bank of England in der Vergangenheit getan haben. Nur wenige Experten halten es aber derzeit für möglich, dass Draghi und die EZB diesen Weg gehen wollen. Dafür sind teilweise auch technische Probleme verantwortlich, denn welche Anleihen sollen wie aufgekauft werden in einer Währungsunion, die 18 Länder umfasst?

Draghi hat erklärt, ein solches Programm, das als quantitative Lockerung ("quantitative easing") bezeichnet wird, sei vom Mandat der EZB gedeckt und könnte wenn nötig eingesetzt werden. Und aus genau dieser Äußerung könnten sich Probleme für die Zentralbank ergeben, wie Gary Jenkins, Chief Credit Strategist bei LNG Capital, erklärt. Denn nun, da die Politik aus Draghis Mund gehört hat, dass die quantitative Lockerung durchaus eine Möglichkeit ist, könnte sie diese verstärkt einfordern. Besonders wenn das Wirtschaftswachstum weiter lahmt und das Inflationsziel der EZB von zwei Prozent mit derzeit 0,5 Prozent deutlich unterlaufen wird.

"Wenn das Wachstum nicht wieder anspringt, rechne ich damit, dass europäische Politiker ihn verstärkt unter Druck setzen, unkonventionelle Maßnahmen wie die quantitative Lockerung umzusetzen", sagte Jenkins über Draghi. "Die Wölfe werden murren und klagen, bis sie die Verteidigung der EZB niedergerungen haben."

Wichtiges Thema für die EZB ist aber auch die Stabilität des europäischen Finanzsystems, zumal Portugal um die wichtigste Privatbank des Landes bangt. Die EZB hat in den vergangenen Monaten einige Schritte unternommen, um die Wirtschaft und die Banken zu stabilisieren. Sie überprüft die Lage der größten Finanzgruppen der Union und gewährt günstige Kredite, die dann auch die Unternehmen erreichen sollen. Der Leitzins ist mit nur 0,15 Prozent so günstig wie nie und für EZB-Bankguthaben wurde ein Strafzins beschlossen.

Warum ist der Euro überhaupt so stark?

Von außen betrachtet erscheint es widersinnig, dass der Euro besonders gegenüber dem Dollar in den vergangenen Jahren so stark zulegen konnte. In einer Zeit, in der die Eurozone in eine tiefe Finanzkrise verstrickt war, die sogar die Zukunft der Gemeinschaftswährung bedrohte, während die US-Zentralbank jeden Monat Milliarden in die amerikanische Wirtschaft pumpte.

Die Widerstandsfähigkeit des Euro ist zum Teil Nebeneffekt einer Aussage Draghis vor zwei Jahren. Damals erklärte der EZB-Präsident, die Bank werde alles tun, was immer nötig sei, um den Euro zu retten. Seitdem haben sich die europäischen Märkte merklich erholt, auch hochverschuldete Staaten wie Spanien und Griechenland können sich wieder zu deutlich günstigeren Konditionen Geld leihen.

Derzeit wird erwartet, dass sich Draghi dem Drängen nach einem stärkeren Eingreifen widersetzt und an seiner bisherigen Linie festhält, anstatt konkrete Maßnahmen zu einer Abwertung zu ergreifen. "Bis auf weiteres scheint es so, als werde Draghi weiterhin versuchen, den Euro schwächer zu reden", erklärte Jane Foley, Währungsanalystin bei der Rabobank International.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe