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Umstrittenes Mega-Projekt: Bau des Nicaragua-Kanals soll im Dezember beginnen


Umstrittenes Mega-Projekt  

Bau des Nicaragua-Kanals soll im Dezember beginnen

17.07.2014, 09:23 Uhr | dpa-AFX, AFP

Umstrittenes Mega-Projekt: Bau des Nicaragua-Kanals soll im Dezember beginnen. Mit der Kanal will Nicaragua dem Panama Konkurrenz machen (Quelle: Reuters)

Mit der Kanal will Nicaragua dem Panama Konkurrenz machen (Quelle: Reuters)

Der Bau des geplanten Kanals zwischen Atlantik und Pazifik in Nicaragua soll noch vor Jahresende beginnen. Im Dezember werden in Brito an der Pazifikküste die Arbeiten aufgenommen, wie Telémaco Talavera von der Kanalkommission ankündigte. Zunächst werde ein Hafen gebaut, über den das schwere Gerät für die weiteren Bauarbeiten eingeschifft werden könne. Neben dem Kanal sind zwei Häfen, eine Freihandelszone, ein Flughafen und Schnellstraßen geplant.

Mit der Wasserstraße will Nicaragua dem Panama-Kanal Konkurrenz machen, der derzeit für eine neue Klasse von Frachtschiffen erweitert wird. Der Nicaragua-Kanal ist gleich für die derzeit größte Schiffsklasse mit einer Ladekapazität von rund 400.000 Tonnen ausgelegt. Die Kosten für das Großprojekt sollen rund 40 Milliarden US-Dollar (30,3 Milliarden Euro) betragen, dem nach Haiti zweitärmsten Land des amerikanischen Kontinents aber einen gewaltigen Entwicklungsschub verschaffen. Aus sechs zur Auswahl stehenden Routen fiel die Wahl auf eine, die auf einer Länge von 105 Kilometern durch den Cocibolca-See (auch Nicaragua-See genannt) führt.

Das mit den Arbeiten beauftragte Hongkonger Konsortium HKND nennt diese Route die ökologisch verträglichste. Der Chef des Konsortiums, Wang Jin, beschreibt den Kanal gar als "umweltfreundlich". Immerhin soll der Kanal nicht den natürlichen Wasserweg des Río San Juan nutzen, des Grenzflusses zu Costa Rica, der den Cocibolca-See mit dem Atlantik verbindet und in großen Teilen durch Urwald führt. Doch Umweltschützer befürchten, dass das Ökosystem des Cocibolca-Sees - mit einer Fläche von 8264 Quadratkilometern etwa 15 Mal so groß wie der Bodensee - und anderer Gebiete dramatisch beschädigt werden könnte.

Humboldt-Zentrum kritisiert Informationspolitik

Umweltexperten des Humboldt-Zentrums in Managua monieren eine ungenügende Informationspolitik durch HKND. Zwar habe das Konsortium Wissenschaftler und Geschäftsleute zu einer Präsentation eingeladen, dabei jedoch nicht genügend wissenschaftliche und technische Details geliefert. "Heute haben wir noch immer mehr Fragen als Antworten bezüglich der wichtigsten Umweltaspekte", bemängelt das Zentrum.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)
Konkreter wird der Umweltschützer David Quintana: Er fürchtet nicht nur eine Verunreinigung des Trinkwassers, sondern auch die ökologische Vernichtung des Naturreservats Los Guatusos am Río San Juan, des durch seine Künstlerkolonie und Naturschönheiten berühmten Solentiname-Archipels im Cocibolca-See und der Karibikregion Punta Gorda, wo der Kanalbau bereits im Dezember beginnen soll. Außerdem müssten sich die Dorfgemeinschaften entlang der Kanalroute "für das Schlimmste wappnen", da ihre komplette Umsiedlung bevorstehe, warnt Quintana.

Milliardeneinnahmen im Fokus der Regierung

Für die Regierung sind die Bedenken der Umweltschützer allerdings zweitrangig. 45 Prozent der sechs Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze. Mit Neid blickt die Staatsführung deshalb nach Panama, das mit seinem genau 100 Jahre alten interozeanischen Kanal etwa eine Milliarde Dollar jährlich einnimmt.

Der Nicaragua-Kanal soll 278 Kilometer lang sein - deutlich länger als Panama-Kanal (77 Kilometer). Der zentralamerikanische Isthmus ist in Nicaragua zwar deutlich breiter als in Panama. Der Cocibolca-See gleicht diesen Nachteil aber zumindest teilweise aus. Die günstigen geographischen Voraussetzungen hatten schon im 19. Jahrhundert in den USA das Projekt eines Kanals durch Nicaragua aufkommen lassen, um die lange Schiffsreise um das Kap Hoorn vor der Südspitze Südamerikas abzukürzen - doch die Wahl fiel dann schließlich auf Panama.

Durch den Panama-Kanal fließen derzeit rund fünf Prozent des Welthandels. Dennoch sieht die nicaraguanische Regierung Bedarf für einen zweiten Kanal zwischen den Weltmeeren in Zentralamerika. Der Welthandel werde weiter wachsen, zudem soll die neue Wasserstraße breiter und tiefer als der Panama-Kanal werden - der derzeit allerdings selbst vergrößert wird.

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