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Heftiger Gewinneinbruch bei General Motors

Pannenserie frisst Überschuss  

Heftiger Gewinneinbruch bei General Motors

24.07.2014, 17:13 Uhr | rtr

Heftiger Gewinneinbruch bei General Motors. General Motors: Mega-Gewinneinbruch nach Pannen-Serie (Quelle: dpa)

General Motors: Mega-Gewinneinbruch nach Pannen-Serie (Quelle: dpa)

Schlappe für General Motors (GM): Die enormen Kosten für den Rückruf von 29 Millionen Autos und die Entschädigung von Unfallopfern haben den Gewinn der Opel-Mutter weitgehend aufgezehrt. Der Überschuss des Konzerns sackte im Zeitraum April bis Juni um mehr als 80 Prozent auf umgerechnet 140 Millionen Euro ab, wie GM bekanntgab.

GM steht massiv in der Kritik, weil der Autobauer die Öffentlichkeit zu spät über Probleme mit Zündschlössern informiert haben soll. Knapp 900 Millionen Euro musste der US-Platzhirsch bereits an Kosten für die Rückrufaktion verbuchen. Mindestens knapp 300 Millionen Euro will das Unternehmen nun zusätzlich in einen Entschädigungsfonds für Opfer einzahlen. Knapp 150 Millionen Euro könnten später noch hinzukommen. Das Geld ist für Hinterbliebene vorgesehen, deren Angehörige bei Unfällen zu Tode kamen, die mit den defekten Zündschlössern in Verbindung gebracht werden.

Kein Hersteller hat jemals mehr Autos wegen technischer Probleme in die Werkstätten zurückrufen müssen als GM in den vergangenen Monaten. Auch branchenweit haben die Rückrufe in den USA ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Einer Studie des Center of Automotive Management zufolge waren dort im ersten Halbjahr 37,2 Millionen Wagen betroffen. "Damit markiert das Jahr 2014 bereits zur Halbzeit das größte Rückrufvolumen aller Zeiten", sagte Institutsleiter Stefan Bratzel. Hinter GM folgt Toyota. Auf Rang drei - gemessen an der Rückrufquote - kam der Elektroauto-Hersteller Tesla, der Probleme mit der Ladetechnik des Model S hat.

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Opel von Rückrufen verschont

Weitgehend ungeschoren von dem Desaster blieb die Tochter Opel, weil deren Autos anders konstruiert sind und die Rüsselsheimer meist andere Bauteile als der Mutterkonzern verwenden. Allerdings sackte das von Opel geführte Europageschäft nach Sanierungserfolgen in den vergangenen Quartalen mit 220 Millionen Euro zuletzt wieder tiefer in die Verlustzone - drei Mal soviel wie im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Bei Ford blieb dort dagegen mit gut zehn Millionen Euro vor Steuern ein kleiner Gewinn hängen. Im Vorjahr hatte noch ein hoher Verlust zu Buche gestanden.

Grund für den höheren Verlust von Opel sind Kosten für die Schließung der Bochumer Fabrik mit mehr als 3000 Beschäftigten. Das Aus des traditionsreichen Werks ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das chronisch defizitäre Europageschäft Mitte des Jahrzehnts in die Gewinnzone zu führen. Dagegen hat Ford die schmerzhafte Sanierung seines Europageschäfts mit der Schließung von drei Werken in Großbritannien und Belgien weitgehend hinter sich.

Opel steigerte den Absatz im ersten Halbjahr in Europa um vier Prozent auf 564.000 Fahrzeuge. Der Marktanteil kletterte leicht auf 5,9 Prozent. Er liegt damit noch weit entfernt von dem für 2022 gesteckten Ziel von acht Prozent. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um sieben Prozent auf sechs Milliarden Dollar.

Opel-Finanzchef appelliert an Kostendisziplin

"Die Ergebnisse zeigen, dass wir hier in Europa gemeinsam weiter auf dem richtigen Weg sind", schrieb Opel-Finanzchef Michael Lohscheller in einer Mail an die Mitarbeiter. Er machte zugleich aber klar, dass Opel noch einen langen Weg vor sich hat, um profitabel zu werden. Dazu sei auch eine hohe Kostendisziplin nötig. "Geben Sie jeden Euro so gewissenhaft aus als wäre es ihr eigenes Geld", appellierte er. Opel müsse zudem weiter an seinem Image arbeiten und den Vertrieb verbessern. "Denn einige europäische Märkte geben leider nicht den erhofften Rückenwind." Während es in Großbritannien, Spanien und Schweden gut laufe, stagnierten die Märkte in Frankreich und Italien weiter, "vom Marktabschwung in Russland ganz zu schweigen". In Russland ist die Pkw-Nachfrage schon seit langem auf Talfahrt, weil die Konjunktur dort schwächelt.

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Während der Überschuss des Mutterkonzerns wegbrach, konnte Ford ihn leicht steigern. Der Vorsteuergewinn des zweitgrößten US-Autobauers belief sich im Frühsommer auf 2,6 Milliarden Dollar. In Europa und Nordamerika lief das Geschäft besser als erwartet, in Asien und Südamerika dagegen überraschend schlecht. Im Gesamtjahr 2014 sollen vor Steuern sieben bis acht Milliarden Dollar verdient werden, bekräftigte das Ford-Management.

An der New Yorker Börse verloren GM-Aktien mehr als drei Prozent. Ford-Papiere gewannen dagegen knapp zwei Prozent.

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