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Sanktionen gegen Russland: Wirtschaft fordert Härte gegen Putin

Stimmungswandel  

Deutsche Wirtschaft für mehr Härte gegen Putin

26.07.2014, 11:43 Uhr | rtr

Sanktionen gegen Russland: Wirtschaft fordert Härte gegen Putin . Ost-Experte Eckhard Cordes unterstützt nun schärfere Sanktionen gegen Russland (Quelle: dpa)

Ost-Experte Eckhard Cordes unterstützt nun schärfere Sanktionen gegen Russland (Quelle: dpa)

Nach der Bundesregierung ist auch die deutsche Wirtschaft auf eine härtere Linie gegen Russland umgeschwenkt. Bisher hatten Spitzenvertreter der Wirtschaftsverbände vor schärferen Sanktionen gewarnt. Der Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, sagte nun dem "Handelsblatt": "Es ist zwingend erforderlich, dass Präsident Putin seinen Einfluss auf die Separatisten geltend macht - und wenn er keinen Einfluss hat, muss er sich welchen verschaffen."

Cordes zog eine klare rote Linie. "Wenn Putin diesen Weg weitergeht, dann ist es nicht der Weg der deutschen Wirtschaft". Wenn die Politik ihre Sanktionen verstärke, werde die Wirtschaft diese auch umsetzen.

Offenbar hat der mutmaßliche Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs über der Ostukraine und das Verhalten der Separatisten die Wirtschaft zu einer härteren Linie veranlasst. "Der Umgang mit der Katastrophe stellt einen Akt der Inhumanität dar", kritisierte Cordes. Er sprach von "verstörenden Verhaltensweisen" der pro-russischen Kräfte in der Ostukraine und "abenteuerlichen Theorien", die aus Russland kämen. Er stelle sich ausdrücklich hinter die deutsche Regierung, die zuletzt für härtere Sanktionen gegen Russland eintrat.

"Die Bundesregierung managt die Krise hervorragend", sagte er. Wenn die EU nun ihre Sanktionen verstärke, "dann tragen wir die 100 Prozent mit". Und wenn dafür ein Preis zu zahlen ist, "werden wir ihn bezahlen".

Warnung vor Sanktionsspirale

Sollte es zu solchen Strafmaßnahmen der EU kommen, rechnet Cordes nach eigenen Worten auch mit russischen Gegenmaßnahmen. "Wir dürfen nicht in eine Sanktionsspirale geraten", warnte er jedoch. Zu den sich abzeichnenden Beschränkungen der EU für russische Firmen und Banken, wie sie schon die USA verhängt haben, merkte er an: "Derartige Sanktionen sind die wohl schmerzhaftesten, und sie wirken schnell." Dagegen würden Einschnitte bei Exporten von Rüstungs- und energietechnischen Gütern wohl erst nach einiger Zeit wirken.

Die EU hatte am Vortag nach Angaben von Diplomaten Sanktionen gegen 15 weitere Personen und 18 Firmen und andere Einrichtungen verhängt. Banken seien nicht darunter.

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