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Ernte gut, alles gut: So können Anleger vom Agrarboom profitieren

Für t-online.de von DER AKTIONÄR

Ernte gut, alles gut  

So können Anleger vom Agrarboom profitieren

30.07.2014, 09:43 Uhr | Von Stefan Limmer/Der Aktionär

Ernte gut, alles gut: So können Anleger vom Agrarboom profitieren. Das Bevölkerungswachstum dürfte für einen Agrarboom sorgen (Quelle: dpa)

Das Bevölkerungswachstum dürfte für einen Agrarboom sorgen (Quelle: dpa)

Der Bedarf an Nahrungsmittel wird in den nächsten Jahren enorm ansteigen. Profiteure des Agrarbooms sind Hersteller von leistungsstarkem Saatgut und Pflanzenschutzmittel wie Monsanto, Bayer und Syngenta.

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Die Weltbevölkerung wächst pro Minute um 160 Menschen. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen werden 2050 bereits mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben - rund 30 Prozent mehr als heute. Dabei taucht unweigerlich die Frage auf, wie die höhere Nachfrage nach Nahrungsmitteln in Zukunft gedeckt werden soll. "Um 2050 den Bedarf aller Menschen zu decken, muss sich die Lebensmittelproduktion verdoppeln“, so ein Experte der Welternährungsorganisation (FAO).

Dürreperioden setzen zu

Das Ackerland ist jedoch begrenzt und nimmt durch zunehmende Verbauung immer weiter ab. Gleichzeitig sind viele Böden von der jahrelangen intensiven Nutzung so ausgelaugt, dass sie weniger Ertrag abwerfen als früher. Die FAO schätzt, dass die Ackerfläche pro Kopf von 0,45 Hektar im Jahr 1960 auf rund 0,15 Hektar im Jahr 2050 sinken wird.

Daneben haben, bedingt durch den Klimawandel, immer häufiger extreme Wetterlagen wie Stürme, Überschwemmungen oder lange Dürreperioden einen negativen Einfluss auf die Ernten. So leidet der US-Bundesstaat Kalifornien schon seit drei Jahren unter einer Dürreperiode. Experten sprechen bereits von der längsten Trockenperiode seit 500 Jahren. Leistungsfähiges Saatgut und Pflanzenschutzmittel wird für die Landwirtschaft in Zukunft deshalb wichtiger denn je, um der steigenden Nachfrage nach Nutzpflanzen gerecht zu werden.

"Der böseste Konzern der Welt"

Bei der Suche nach Agrarzulieferern fällt der Blick zwangsläufig auf Monsanto. Der US-Konzern ist mit einem Anteil von rund 22 Prozent aktuell der absolute Platzhirsch auf dem Markt für Saatgut. Die Geschäftspraktiken von Monsanto sind jedoch höchst umstritten: Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut, politische Einflussnahme und rigorose Klagen gegen Landwirte, die laut Monsanto gegen Geschäftsvereinbarungen verstoßen. Die Liste der Verfehlungen ist lang und von Kritikern wird Monsanto als der "böseste Konzern der Welt" betitelt.

Nichtsdestotrotz ist der Agrarzulieferer extrem erfolgreich und hat den Nerv der Zeit getroffen - in den USA wird Mais und Soja zu rund 90 Prozent aus gentechnisch verändertem Saatgut gezogen. So kletterte der Gewinn in den vergangenen zehn Jahren von 80 Millionen auf rund 2,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz verfünfachte sich im gleichen Zeitraum auf fast 15 Milliarden Dollar.

Im kürzlich abgelaufenen dritten Geschäftsquartal 2014 mussten die Amerikaner jedoch einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Der Umsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 4,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn schrumpfte sogar um sechs Prozent auf 858 Millionen Dollar. Aufgrund eines langen und harten Winters in Nordamerika startete die Saison erst relativ spät. Monsanto-Vorstand Hugh Grant sprach daher von einem "herausfordernden Umfeld in der Landwirtschaft".

Die Marktteilnehmer ließen sich davon jedoch nicht verunsichern. Für Unterstützung sorgte die Prognoseerhöhung für das laufende Geschäftsjahr 2014. Grant erwartet nun einen Gewinn von 5,10 bis 5,20 Dollar je Aktie - nach 4,56 Dollar im Vorjahr. Zuvor lag die Prognose lediglich bei 5,00 Dollar pro Anteilschein.

Wetterdaten für Landwirte

Bis zum Jahr 2019 kündigte der Konzern sogar an, seinen Gewinn zu verdoppeln. Wachstumstreiber soll weiterhin das genetisch veränderte Saatgut bleiben, das ständig weiterentwickelt wird und rund 70 Prozent des Umsatzes ausmacht. Monsanto hat neben Gentech-Pflanzen und Pflanzenschutzmittel mittlerweile auch andere Eisen im Feuer. Große Hoffnungen ruhen auf Climate Corporation. Der Technologiekonzern wurde im vergangenen Jahr für 930 Millionen Dollar übernommen und bietet Landwirten Wetterdaten und satellitengestütze Kontrollprogramme ihrer Ländereien an.

Einer der größten Rivalen von Monsanto ist Syngenta. Der Schweizer Konzern legte in den letzten Jahren eine ähnliche Gewinn- und Umsatzsteigerung wie Monsanto an den Tag. Im Gegensatz zu den Amerikanern sind die Schweizer relativ spät auf den Gentechnikzug aufgesprungen. Das Spezialgebiet der Schweizer sind aber ohnehin Pflanzenschutzmittel. Mit über 70 Prozent tragen Schädlingsbekämpfungsmittel den Löwenanteil zum Gesamtumsatz bei. Syngenta hat das Geschäft relativ gleichmäßg auf die Regionen Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien aufgeteilt. Dementsprechend konnten die Basler das schwache Nordamerikageschäft besser abfangen als Monsanto.

Blockbuster am Start

Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Umsatz um vier Prozent auf 8,51 Milliarden Dollar und der Gewinn ging leicht auf 1,4 Milliarden Dollar zurück. In den kommenden sechs Monaten rückt aufgrund des Anbauzyklus das Geschäft auf der südlichen Halbkugel in den Fokus. Vor allem von der Produkteinführung des Blattfungizids Elatus, das im März die Zulassung in Brasilien erhielt, erwartet sich der Konzern einen Umsatzschub. "Die Zulassung von Elatus ist eine große Nummer für uns. Das Produkt wird ein Blockbuster und unser Geschäft antreiben", so Syngenta-Chef Mike Mack.

Dementsprechend bestätigte der Konzern für das Gesamtjahr einen Umsatzanstieg um sechs Prozent auf 15,58 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Anteilschein dürfte um sieben Prozent auf 20,70 Dollar zulegen.

Sogar mit einem DAX-Wert im Depot können Anleger vom Megatrend Agrarmarkt profitieren. Bei Bayer hat die Sparte CropScience im vergangenen Jahr mit 8,8 Milliarden Euro rund 22 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen. Nach HealthCare und MaterialScience ist die Pflanzenschutz- und Saatgutsparte somit das kleinste Geschäftsfeld des Pharmariesen.

Umstrittene Agrarzulieferer

Dafür läuft das Geschäft wie am Schnürchen. Seit 2010 ist der Umsatz um fast 30 Prozent gewachsen. Dabei arbeiten die Leverkusener äußerst profitabel. So ist die Gewinnmarge in den vergangenen Jahren kontinuierlich bis auf über 25 Prozent gestiegen. Mit einem Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2013 verlief auch der Start ins neue Jahr bereits vielversprechend. Um das hohe Wachstumstempo aufrecht zu erhalten, investiert der DAX-Konzern pro Jahr mehr als 300 Millionen Euro in die Forschung und setzt auf Übernahmen.

Agrarzulieferer sind umstritten, die Wachstumsaussichten jedoch hervorragend. Der Favorit des "aktionär" ist aufgrund der Charttechnik und der hohen Innovationskraft Monsanto. Aber auch Bayer und Syngenta dürften die Anleger nicht enttäuschen.

Hinweis
Diese Publikation beruht auf Quellen, die die Wirtschaftsredaktion für zuverlässig hält, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit jedoch keine Gewähr übernommen wird. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, die nicht unbedingt der Meinung der Deutschen Telekom AG bzw. seiner Mitarbeiter entspricht. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere zeitnahe Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

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