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Bonität herabgestuft: Deutsche Bank verzeichnet deutlichen Gewinneinbruch


Bonität herabgestuft  

Deutsche Bank verzeichnet deutlichen Gewinneinbruch

29.07.2014, 16:43 Uhr | t-online.de, AFP

Bonität herabgestuft: Deutsche Bank verzeichnet deutlichen Gewinneinbruch. Zahlreiche juristische Auseinandersetzungen belasten die Bilanz der Deutschen Bank. (Quelle: Reuters)

Zahlreiche juristische Auseinandersetzungen belasten die Bilanz der Deutschen Bank. (Quelle: Reuters)

Die Deutsche Bank verzeichnet im zweiten Quartal dieses Jahres deutliche Gewinneinbußen. Unterm Strich erwirtschaftete die größte deutsche Privatbank zwischen April und Juni 238 Millionen Euro. Das sind 29 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Enttäuscht von der geringen Profitabilität setzte die Rating-Agentur Moody's die Bonität des Kreditinstituts herab.

Der Umsatz des Geldinstituts sank im zweiten Quartal um vier Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Doch so schlecht wie das Netto-Ergebnis glauben macht, sieht die Bilanz des Geldinstituts nicht aus: Das Vorsteuer-Ergebnis stieg um 16 Prozent auf 917 Millionen Euro an. Dazu hätten vor allem gute Geschäfte im Investmentbereich beigetragen, erklärten die beiden Co-Vorstandsvorsitzenden, Jürgen Fitschen und Anshu Jain.

Grund für den deftigen Gewinneinbruch waren vor allem zahlreiche und kostspielige juristische Auseinandersetzungen. Für Rechtsstreitigkeiten ging viel Geld drauf, das nicht von der Steuer absetzbar sei. Die beiden Chefs betonten zudem, dass die Bank in einem "komplexen" Umfeld agiere. "Auftretende geopolitische Ereignisse in der Ukraine und im Nahen Osten könnten Auswirkungen auf die Finanzmärkte und unsere Kunden haben", erklärten sie. Zudem richte sich die Bank "auf sich rasch ändernde regulatorische Rahmenbedingungen ein".

Weitere Verfahren laufen

Die Bank weist in ihrem Zwischenbericht außerdem eine Reihe an Untersuchungen aus, in die sie weiter mit verwickelt ist, und im Rahmen derer verschiedene Behörden "Auskunftsersuche" an sie gerichtet hätten. Fragen an die Deutsche Bank stellten Ermittler beispielsweise wegen ihrer Rolle im Hochfrequenzhandel. Ebenso laufen noch Untersuchungen und Verfahren zu möglicherweise irregulären Geschäften im Devisenhandel und um mögliche Manipulationen beim Interbanken-Zins.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Kirch-Verfahren weiter gegen amtierende und ehemalige Vorstandsmitglieder und es laufen Untersuchungen zu früheren Geschäften mit Immobilien-Krediten und zu alten Geschäfte in Staaten, die auf der US-Sanktionsliste stehen.

Rückstellungen erhöht

Diese Auseinandersetzungen vor Augen stockte die Bank ihre Rückstellungen für Rechtsrisiken im zweiten Quartal bereits von 1,8 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro auf. Ob das aber reichen wird, bleibt offen. Die Deutsche Bank bezifferte in ihrem Zwischenbericht mögliche noch kommende Verluste durch Rechtsstreitigkeiten - einschließlich derer, bei denen die Bank die Kosten an Dritte weitergeben könnte - auf bis zu 3,2 Milliarden Euro. Ende Dezember war sie lediglich von 1,5 Milliarden Euro ausgegangen.

Das gesunkene Netto-Ergebnis und die vielen Belastungen außerhalb des Kerngeschäfts rief die Rating-Agentur Moody's auf den Plan. Sie senkte die langfristige Bonität für Schuldtitel und Einlagen von "A2" auf "A3". Hintergrund sei die nur "bescheidene Profitabilität der Bank", die durch die vielen Rechtsstreitigkeiten, durch Restrukturierungen und bestehende Altlasten zustande gekommen sei, begründete Moody's.

Die Börse reagierte verhalten auf Quartalzahlen und Abstufung.

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