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Inflation fällt im Juli auf niedrigsten Wert seit vier Jahren


Statistisches Bundesamt  

Juli-Inflation fällt auf niedrigsten Wert seit vier Jahren

30.07.2014, 17:21 Uhr | rtr

Die Inflation in Deutschland war im Juli so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im zu Ende gehenden Monat im Schnitt nur 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechungen mit. Die endgültigen Zahlen folgen in gut zwei Wochen. Es handelt sich um den schwächsten Preisauftrieb seit Februar 2010, als die Inflationsrate bei 0,5 Prozent lag. Damals litt die Wirtschaft noch unter den Nachwirkungen der Weltfinanzkrise. Im Juni 2014 hatte die Jahresteuerung 1,0 Prozent betragen.

Besonders dämpfend wirkten sich im Juli die um 1,5 Prozent gesunkenen Energiekosten aus. Zudem verteuerten sich Nahrungsmittel nur noch minimal um 0,1 Prozent.

Die detaillierten Preisdaten aus einzelnen Bundesländern zeigen, in welchen Bereichen die Preise besonders stark purzelten. So kostete frisches Gemüse in Sachsen 13,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist. In Nordrhein-Westfalen verbilligte sich Sprit für Autofahrer um fünf Prozent. Nettokaltmieten legten hingegen an Rhein und Ruhr um 1,9 Prozent zu.

Inflation für die EZB weiter zu niedrig

Die Preissteigerungen fallen damit insgesamt weit niedriger aus, als der Europäischen Zentralbank (EZB) lieb sein kann. Sie peilt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, um einen genügend großen Abstand zu fallenden Preisen zu haben. Sinken die Preise auf breiter Front, spricht man von einer Deflation. Eine solche Entwicklung gilt als Gift für die Konjunktur, da Verbraucher auf weiter sinkende Preise spekulieren und ihren Konsum einstellen. Zugleich fallen die Löhne. Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, wodurch eine konjunkturelle Abwärtsspirale in Gang kommt.

Bundesbank und EZB haben zuletzt dafür plädiert, dass die Arbeitnehmer in Deutschland in der Hochkonjunktur einen größeren Schluck aus der Lohnpulle nehmen. Damit sollen Deflationsgefahren im Keim erstickt werden. Bundesbankchef Jens Weidmann nennt für die Gehaltssteigerungen einen Richtwert von drei Prozent. Dieser Wert ergebe sich "überschlagsmäßig aus mittelfristig knapp zwei Prozent Preisanstieg und ein Prozent trendmäßigem Produktivitätswachstum", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

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