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Argentiniens Präsidentin gibt Hedgefonds die Schuld


Gescheiterte Schlichtung  

Argentiniens Präsidentin gibt Hedge Fonds die Schuld

01.08.2014, 11:45 Uhr | AFP, rtr, t-online.de

Argentiniens Präsidentin gibt Hedgefonds die Schuld. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner klagt die Gläubiger-Hedge-Fonds an. (Quelle: dpa)

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner (Quelle: dpa)

Nach der gescheiterten Schlichtung im Finanzstreit zwischen Buenos Aires und zwei US-Hedge-Fonds klagt die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner die Fonds an. "Wir leben in einer zutiefst ungerechten und zutiefst gewaltsamen Welt", sagte Kirchner in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. Auch die Tilgungsforderungen der Fonds seien "Gewalt". Die Präsidentin ging noch weiter und verglich die Forderungen der Hedge Fonds NML Capital und Aurelius mit "Raketen in einem Krieg", da "finanzielle Raketen ebenfalls töten". Sie forderte ihre Landsleute auf, Ruhe zu bewahren. Argentinien werde alle Rechtsmittel ausschöpfen.

Zugleich bestritt Kirchner, dass Argentinien zahlungsunfähig sei. Das geforderte Geld sei hinterlegt worden. Buenos Aires hatte bis Mittwoch um Mitternacht Zeit, 539 Millionen Dollar (403 Millionen Euro) an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern zu tilgen. Die argentinische Regierung hinterlegte die fällige Summe auf einem Treuhandkonto bei der Bank of New York.

Auf Anordnung eines US-Bundesrichters muss Argentinien aber erst die beiden Hedge Fonds ausbezahlen, ehe es die Forderungen der anderen Gläubiger begleichen darf. Buenos Aires verweigert die Zahlung an NML Capital und Aurelius, die argentinische Schulden nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft hatten und nun den Nennwert geltend machen. Mit dieser umstrittenen Strategie fahren sie hohe Renditen ein.

Die Bank of New York erklärte am Donnerstag, dass die 539 Millionen Dollar bis zu einer weiteren Entscheidung von Bundesrichter Thomas Griesa eingefroren blieben. Das Bundesgericht setzte eine Anhörung für Freitag um 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) an.

Wirtschaftsminister Kicillof gesprächsbereit

Während die Präsidentin auf Konfrontationskurs ging, gab sich der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kicillof gesprächsbereit. Man stehe für ein Treffen mit den Hedge Fonds zur Verfügung, erklärte Kicillof am Donnerstag. Seine Regierung sei nicht grundsätzlich gegen eine Einigung mit den privaten Anlegern, beteuerte der Minister. Die Voraussetzungen seien gegeben. Einzelheiten nannte er nicht. Kicillof bestritt ebenso wie Kirchner erneut, dass die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas nach Brasilien und Mexiko zahlungsunfähig sei.

Nach der US-Ratingagentur  Standard & Poor's stufte am Donnerstag auch die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit von Buenos Aires als "teilweisen Zahlungsausfall" ein. Diese Bewertung bedeutet, dass ein Schuldner eine Anleihe oder Kreditrate nicht fristgerecht zurückzahlt, aber andere Verpflichtungen weiter erfüllt.

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