Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Anleihen >

Argentinien zieht vor Internationalen Gerichtshof - Klage gegen USA


Streit mit Hedge Fonds  

Argentinien zieht vor den Internationalen Gerichtshof

08.08.2014, 11:23 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Argentinien zieht vor Internationalen Gerichtshof - Klage gegen USA. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner verklagt die USA (Quelle: Reuters)

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner verklagt die USA (Quelle: Reuters)

Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedge-Fonds will das Land weiter nicht einlenken und hält an seinem harten Kurs fest. Wie angedroht, reichte die Regierung nun Klage gegen die USA beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein, wie sie selbst in Buenos Aires mitteilte. Das südamerikanische Land sieht seine staatliche Souveränität durch Urteile von US-Richtern zugunsten der Hedge Fonds verletzt.

Der Internationale Gerichtshof bestätigte den Eingang des argentinischen Verfahrensantrags. Allerdings müssten die USA das Gericht in dem Fall als Schlichter akzeptieren. Der Gerichtshof ist eine Institution der Vereinten Nationen, die bei Auseinandersetzungen zwischen Ländern eingeschaltet werden kann. Es müssen alle beteiligten Parteien die Zuständigkeit anerkennen.

Der Konflikt mit US-Hedge-Fonds hatte Argentinien in der vergangenen Woche zum zweiten Mal innerhalb von nur 13 Jahren in die Zahlungsunfähigkeit gedrängt. Die Parteien streiten um die Rückzahlung alter Anleiheschulden. Ein US-Richter hat Argentinien verboten, andere Gläubiger zu bedienen, solange die Forderungen der Fonds über 1,5 Milliarden Dollar nicht beglichen sind. Deshalb konnte Buenos Aires zuletzt Zinsen nicht bezahlen.

AnzeigeTagesgeldvergleich
Konditionen vergleichen

Vergleichen Sie hier verschiedene Anbieter und finden so das beste Tagesgeld-Angebot für sich

Geld ist da

Die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas ist damit in die "technische" Pleite geraten. Die Staatskasse wäre zwar ausreichend gefüllt, um die nach und nach fälligen Schulden zu begleichen. Aber Argentiniens Regierung hat sich aus strategischen Gründen dagegen entschieden: Würde sie die Hedge Fonds zuerst und komplett auszahlen, wären die übrigen Gläubiger nicht mehr an eine frühere Vereinbarung gebunden, mit der sie auf 70 Prozent ihrer Forderungen verzichtet haben. Das würde Argentiniens Staatsschulden auf einen Schlag wieder stark anschwellen lassen.

Da das Land nun wegen der Richtersprüche nicht mehr alle seine Gläubiger bedienen kann, haben die großen Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch es als Pleitefall eingestuft.

Früherer Rechtskniff fällt Argentinien vor die Füße

Letztlich gibt es dadurch nur Verlierer: Die Hedge Fonds gehen zunächst leer aus und auch andere Investoren, die argentinische Anleihen haben, kommen nicht an ihr Geld. Argentiniens ohnehin schon ramponierter Ruf an den Finanzmärkten leidet weiter. US-Gerichte sind in dem Rechtsstreit zuständig, weil Argentinien seine Anleihen seinerzeit unter amerikanischem Recht ausgegeben hatte. So sollten sie für internationale Anleger attraktiver werden.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal